His Dark Materials Lektüre 2017/18

Zum Abschluss des nochmaligen Lesens von „His Dark Materials“ möchte ich einen Tag machen.

Die Fragen:

1.Welche Ausgabe der Bücher besitzt du? Brutal gemischt: „Der goldene Kompass“ und „Das Bernsteinteleskop“ als Carlsen-Taschenbuch, „Das magische Messer“ als Heyne-Taschenbuch (grässlich hässliches Cover!), „Über den wilden Fluss“ als Carlsen-Hardcover.

2.Welches ist dein Lieblings Buch? „Über den wilden Fluss“ – mir gefällt, dass hier die  Dæmonen aktiver sind und stärker ausgearbeitet.

3.Wer ist dein Lieblings Charakter? Die Hexe Serafina Pekkala. Sie ist klug, schön, loyal… und sie kann fliegen!

4.Wie würde dein Dæmon aussehen? / Was für ein Tier wäre er? Mein Dæmon wäre ein Tigerkater mit weichem, silbrigen Fell. Etwas anderes als eine Katze ist unvorstellbar. 😉

5.In welcher der Welten würdest du am liebsten leben? Schwierig. Lyras Welt ist schon interessant, aber sie ist mir zu frauenfeindlich. Ich würde gerne zwischen den Welten reisen können, aber in meiner bleiben. Und wir führen die Dæmonen ein! (Man merkt, wie hingerissen ich von dieser Idee bin.)

6.Welchen Gegenstand würdest du dir aussuchen? Das Alethiometer, das magische Messer oder das Bernsteinteleskop? Das Alethiometer, samt Lyras Fähigkeit, damit umzugehen.

7.Hast du die Zusatz Geschichten gelesen? Lyra’s Oxford, Once Upon a Time in the North or The Collectors. Ich besitze „Lyras Oxford“, finde die Aufmachung auch schön, aber bin sonst nicht wirklich begeistert davon.

8.Wie sind deine Erfahrungen mit den Büchern? Wann hast du sie gelesen, hast du sie schon öfters gelesen usw. Das war jetzt die zweite Lektüre, angestoßen durch die unerwartete, erfreuliche Fortsetzung. Beim zweiten Mal lesen fand ich die Geschichte sogar noch besser. Und ich freue mich auf die angekündigten zwei weiteren Bände.

Gefunden habe ich den Tag hier: YouTube

Das dort verlinkte „Ursprungsvideo“ scheint leider gelöscht zu sein.

 

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Nochmalige Lektüre – Philip Pullman: Der goldene Kompass

Zehn Jahre ist es her, dass ich „His Dark Materials“ gelesen habe. So lange schon! Anlässlich der Lektüre von „Über den wilden Fluss“ habe ich Lust bekommen, wieder in diese Welt einzutauchen. Ich habe es nicht bereut!

Meine Meinung zu dem Buch hat sich tatsächlich geändert. Vor zehn Jahren war mir nicht ganz verständlich, warum die Trilogie so hoch gelobt wird. Jetzt ist es das. Während ich 2008 noch ganz unter dem Eindruck des Films stand, ist diese Erinnerung nun verblasst, und ich bin klarer zu einer eigenen Meinung gekommen.

Diesmal habe ich die Kirchenkritik stärker wahrgenommen. Immerhin beherrscht das Magisterium diese Parallelwelt. Es ist nicht erlaubt, anderer Meinung zu sein. Ketzerei wird streng bestraft. Unterstützt wird die Herrschaft von einem komplizierten, undurchschaubaren und willkürlichen Behördengeflecht. Dazu kommen natürlich die grausamen Versuche mit den Kindern durch die Gobbler.

Ein besonderer Genuss war für mich die Gestaltung der Nebenfiguren. Tony Makarios zB. Zunächst wird seine Entführung beschrieben, und viele Kapitel später taucht er wieder auf. Farder Coram erscheint anfangs nur als gyptischer Anführer, unterstützt Lyra und bekommt später viel mehr Tiefe, als die Hexe Serafina Pekkala Lyra von der gemeinsamen Liebesgeschichte erzählt.

Pullman achtet generell sehr sorgfältig auf die Details. Immer wieder kommt er auf Kleinigkeiten, die anfangs nur als Nebensatz erwähnt wurden, zurück und baut sie aus. Eine aufmerksame Lektüre lohnt sich also.

Bedauert habe ich, dass Pullman im „goldenen Kompass“ die Möglichkeit der Dæmonen viel zurückhaltender einsetzt als im „wilden Fluss“. Hier hat es eindeutig eine interessante Entwicklung des Autors gegeben.

Fazit: Das ist eines jenes Bücher, die man mehrfach lesen kann und sollte.

Hier noch ein Trailer zum Film:

Philip Pullman: Über den wilden Fluss

Wie schön! Philip Pullman kehrt wieder in die Welt von „His Dark Materials“ zurück.

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„Über den wilden Fluss“ spielt in der Zeit vor der bekannten Trilogie. Lyra ist noch ein Baby und muss vor den dunklen Mächten, die ihr aufgrund einer Prophezeihung  nach dem Leben trachten, gerettet werden. Dies übernimmt Malcolm, ein elfjähriger Bub, zusammen mit Alice, einem halbwüchsigen Mädchen.

Die Reise über den Fluss während einer zerstörerischen Flut macht (für meinen Geschmack glücklicherweise) erst ab den zweiten Teil die Geschichte aus. Davor wird man behutsam in Malcolms Welt eingeführt, lernt die Dæmonen kennen, das Alethiometer, den Staub und andere wichtige Elemente.

So, und jetzt komme ich zu den unvermeidlichen Spoilern. Diese betreffen die Zusammenhänge zwischen der Trilogie und dem neuen Werk.

Am Anfang von „Der goldene Kompass“ hält sich Lyra für eine Waise. Erst später erfährt sie, wer ihre Eltern sind. in „Über den wilden Fluss“ hingegen ist von Anfang an klar, dass sie das Kind von Lord Asriel und Mrs. Coulter ist. Es ist also unrichtig, dass man das neue Buch lesen kann ohne gespoilert zu werden. Funktioniert nicht, bedaure.

Ganz sauber gelang es Pullman auch nicht, die neue Geschichte an die alte anzupassen. Mir ist das vermutlich nur deswegen aufgefallen, weil ich derzeit „Der goldene Kompass“ wieder lese. Ich wollte Lyras Welt nicht gleich wieder verlassen.

Also:  Im „Goldenen Kompass“ erzählt John Faa Lyra deren Geschichte. Und zwar so: „Das Gericht entschied, dass du in einem Kloster untergebracht werden solltest, und so kamst zu den Demütigen Schwestern von Watlington. Daran wirst du dich kaum erinnern. Doch Lord Asriel widersetzte sich diesem Urteil. Er hasste Äbte, Mönche und Nonnen, und als eigenmächtiger Mann, der er war, kam er eines Tages angeritten und nahm dich mit. Allerdings nicht, um sich selbst deiner anzunehmen oder dich den Gyptern zu überlassen, sonder er brachte dich nach Jordan College und warnte die Gerichte davor, seine Tat rückgängig zu machen.“

Im „Wilden Fluss“ wird Lyra tatsächlich im Kloster umsorgt, allerdings von freundlichen Nonnen, die gut auf sie aufpassen. Einige böse Menschen sind hinter dem Baby her, und während der großen Flut bleibt Malcolm nichts anderes übrig, als das Kind wegzubringen. Sein Plan, sie ins College zu bringen, scheitert. Deswegen macht er sich nach London auf, um Lyra ihrem Vater zu übergeben. Und dann erst bringt Lord Asriel Lyra in einem Flugzeug ins College und sucht dort für seine Tochter um akademisches Zufluchtsrecht an. Das Alethiometer vermacht nicht Lord Asriel dem College (wie der Rektor Lyra erzählt), sondern Malcolm schenkt es ihr, indem er es unter die Decken des Babys schiebt.

Das alles nur der Vollständigkeit halber. Es beeinflusst die Geschichte nicht wirklich.

Ich liebe Lyras Welt, mit den Jahren sogar noch viel mehr als bei der ersten Lektüre. Inzwischen bin ich von der Idee der Dæmonen restlos überzeugt und begeistert. Es ist großartig, wie Pullman mit der schlichten Beschreibung, welchen Dæmon ein Mensch hat, diesen charakterisieren kann. Dieser Einfall, Menschen einen Seelenteil in Tierform beizugeben, der sogar sprechen und durchaus eigenständig agieren kann, ist faszinierend und einzigartig.

Fazit: muss man lesen, wenn man „His Dark Materials“ mochte. Und wie wunderbar, dass noch zwei weitere Bücher geplant sind!

Was andere zum Buch sagen:

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