Petra Kichmann: Lifehacks Katze. Die besten Kniffe für den Alltag

Petra Kichmann führt die Blogs Großstadtkatze und Epilepsie-Katzen. Jetzt hat sie ein Buch herausgebracht.

Das Buch ist in die Abschnitte „Rund ums Füttern“, „Sauer und gesund“, „Spiel und Spass“ und „Kuscheln & Chillen“ eingeteilt. Die Tipps sind ganz unterschiedlich, von ganz einfachen bis zu komplizierten Bastelanleitungen, Basiswissen zu den wichtigsten Katzenthemen, Rezepten bis hin zu Entspannungstipps für Katzen. Es ist also viel mehr als reine DIYs enthalten, es handelt sich um einen richtigen Katzenratgeber. Manche Sachen mache ich längst schon so, andere möchte ich gern ausprobieren.

Ein Buch wie dieses hätte ich mir vor allem in Hinblick auf das kompakte Basiswissen gewünscht, als ich selbst zur Katzenbesitzerin wurde. Was habe ich an Zeit damit verbracht, mir das nötige Wissen über gutes Katzenfutter anzueignen! Die zwei Seiten, die Petra Kichmann dazu schreibt, wären der perfekte Einstieg gewesen. Ich kann das Buch daher jedem Anfänger  nur wärmstens empfehlen.

Wie auf dem Blog sind auch im Buch alle Fotos von der Autorin selbst und zeigen ihre Katzen Katie und Lilli. Ich liebe den Blog und freue mich, nun die schönen liebevollen Fotos auch in Buchform zu haben. Und die Katzenmädels sind einfach bezaubernd!

Das Schicksal kann manchmal richtig fies sein. Katze Lilli, genannt Staunemöppel, Plums und Staubsauger, starb Anfang März (also gerade zum Erscheinungstermin des Buches) an trockener FIP. Sie wäre im Juli fünf Jahre alt geworden, also in etwa so alt wie meine Katzenbande. Und auch mein Flauschi trägt das heimtückische Virus in sich. Vielleicht hat mich deshalb der Tod einer niedlichen Katze, die ich doch nur aus Texten und von Fotos kenne und nie gestreichelt habe, so betroffen gemacht.

Zurück zum Buch: die Texte sind klar und verständlich geschrieben, die Fotos entzückend, alles Wichtige ist enthalten, dazu jede Menge an Inspiration.

Ich habe nur an zwei Punkten etwas auszusetzen, und die sind dem Verlag, nicht der Autorin, anzulasten:

Erstens das Coverbild, ausgesucht vom Verlag. Ich finde es u n m ö g l i c h, dass ein Buch, das ausschließlich Bilder von Katie und Lilli enthält, ausgerechnet auf dem Cover eine namenlose andere Katze zeigt. Ich hab das Buch gekauft, weil ich den Blog mag. Ich will die Hauptdarsteller auch auf dem Cover sehen!

Zweites: die „Literaturliste“ am Ende ist ein Witz. Reine (ok, mit einer Ausnahme) Verlagswerbung. Ich habe nichts dagegen, wenn der Verlag auch seine Bücher zum Thema bewirbt. Die Betonung liegt auf „auch“. Mich hätten echte Buchtipps interessiert, nicht Werbung. (Wenn euch meine Katzenbücher interessieren, hier die Liste.)

Fazit: die Mäkelpunkte sind zwar nervig, mindern aber nicht die Qualität. Eine Empfehlung!

Links:

Noch ein Bonus: meine eigenen Katzentipps (Ich nenne auch Produkte. Diese habe ich alle selbst gekauft und sie funktionieren für die Katzen und mich. Trotzdem: Werbung!):

  • Der wichtigste: beobachte deine eigenen Katzen. Sie kommunizieren nämlich sehr deutlich mit ihren Menschen, auch wenn es Zeit braucht, sie zu verstehen. Hör auf deine Katzen (also, nicht immer. Die Leckerlie-Zuteilung zB sollte dringend in deinem alleinigen Entscheidungsbereich bleiben. *g*)! Ein Beispiel: ich dachte immer, man solle Tiere beim Fressen nicht streicheln. Allgemein stimmt das ja, aber nicht bei Flauschi. Der möchte das. Ich hab lange an meiner Wahrnehmung gezweifelt, aber er fordert Streicheln beim Fressen klar und deutlich ein. Also mach ich es. „Mein“ Tierschutzverein hat mir auch bestätigt, dass gerade ehemalige Shelterkatzen das gern mögen. Katzen können übrigens beim Fressen schnurren. Charly findet das Streicheln beim Fressen auch gut, will es aber nicht so dringend. Für Bianka ist es indiskutabel.
  • Katzentoilette: Petras Vorschlag ist, Aufbewahrungsboxen zu benutzen. Die üblichen Katzenklos sind nämlich – gerade für meine großen Kater – zu klein. Ich verwende schon länger „Unterbettaufbewahrungsboxen“, die sind nämlich groß genug und flach genug, dass man sie ohne „Umbauten“ verwenden kann.
  • Trinken: Meine Katzen trinken tatsächlich problemlos. Bianka war meine erste Katze, sie lehnte das Wasserschüsselchen ab und trank aus einem Wasserkrug, den ich als Gießkanne für die Blumen benutzte. Also bekam sie den Wasserkrug (immer noch das liebste Trinkgefäß meiner Katzen). Einen kleinen Wasserpool zum Abkühlen für die Pfötchen nutzten die Katzen überhaupt nicht zum Spielen (sie guckten den Robofischen begeistert zu, weiter nichts.), aber sie tranken daraus. Ich habe meine Lehren gezogen: sie wollen große Trinkgefäße. Haben sie jetzt, in jedem Raum stehen Blumenübertöpfe mit Wasser. Das hat auch einen sozialen Zweck: eine Katze, die einer anderen auflauert, kann, wenn die andere grad nicht spielen will, einfach so tun, als wäre sie eh nur unterwegs zum Wasser gewesen. Passiert regelmäßig. 😉 Ich wechsle das Wasser nicht in allen Gefäßen täglich, nur in zwei oder drei. Es steht also immer auch abgestandenes Wasser zur Verfügung. Manchmal wollen die Katzen nur frisches, manchmal nur abgestandenes, ich hab noch kein Muster erkennen können.
  • Kartons: die Miezen bekommen immer die Kartons. Ich räum sie halt ein paar Tage später weg. Besonders beliebt sind die flachen Bücherkartons, die werden leidenschaftlich zum Kratzen benutzt.
  • Spielzeug: Damit die Wohnung nicht völlig im Spielzeug untergeht, räume ich immer einen Teil weg. Alles, was sonst so herumfliegt an Bällchen und Mäuschen, werfe ich in zwei Schachteln (eine im Vorraum, eine im Wohnzimmer). So stolpere ich nicht ständig darüber, und die Katzen holen sich selbständig, was sie wollen. Rausfischen ist ja auch schon ein Spiel.
  • Spielzeug – Produkte: Bianka spielt wild, mit Krallen und Zähnen. „Biankatauglich“ ist daher wichtig, ich hab keine Lust, etwas zu kaufen, das in fünf Minuten zerlegt ist. Was wunderbar funktioniert, sind die amerikanischen Spielsachen: Boinks Bamboozler , Kitty Boinks, Federwedel Crinkle Dancer (der einzige Federwedel, den Bianka nicht innerhalb von Minuten tötet. Sie liebt ihn heiß und spricht auch mit ihm.), Cat Dancer, Katzenangel Cat Charmer. Ganz toll sind weiters die mit Baldrian UND Katzenminze gefüllten Schlangen vom Kleinen Katzenkaufladen.
  • Spenden: Ich bestelle das meiste Katzenzeugs. Der Tierschutzverein, der mir meine Katzen vermittelt hat (Die Pfotenretter), ist in mehreren Programmen vertreten, etwa bei gynny.de oder amazon smile. Wenn man bestellt, geht eine kleine Spende an den Verein. Ich achte darauf,  diese Links zu benutzen.
  • Katze beruhigen: in leichten Fällen ist – neben der Petra empfohlenen Musik – Vorlesen eine gute Möglichkeit. Die Katzen mögen das. Wenn es kritischer wird, zB zu Silvester, stecke in den Feliway-Zerstäuber an. Er  enthält synthetisch hergestellte Pheromone, bei uns sorgt das für merkbare Entspannung.
  • Kratzbaum: Ein Kratzbaum muss stabil sein, eh klar. Je dicker der Durchmesser des Stamms, umso besser. Unserer hat einen Durchmesser von 28 cm und ist super! Die Katzen haben ihn auf der Stelle geliebt (glücklicherweise). Auch hier habe ich vorher beobachtet. Der kleine Kratzbaum hat zB eine Höhle, die so gut wie gar nicht benutzt wird. Der große Kratzbaum hat daher keine, dafür große Liegeflächen, auf denen auch die Kater ausgestreckt liegen können.
  • Katzensitter: Plant gaaanz viel Zeit für die Suche ein! Ich hab auf einem Tiersitterportal inseriert und Zuschriften bekommen, die mich verzweifeln ließen. Zitate: „Wenn Sie keine Zeit haben mit ihrem geliebten Tier Gassi gehen, würde ich mich sehr freuen, Ihnen die Arbeit zu entnehmen.“ (Ich fürchte, Flauschi will nicht Gassi gehen. Die Tiger könnten interessiert sein.) oder  “ Ich bin offene, zuverlässige und freundliche Person und habe ich persönliche Erfahrung als registrierte Hündezüchterin in meinem Heimat.“ (Doch, ich hab Katzen geschrieben) oder „Erfahrungen: ich bin quasi mit drei Katzen im Haushalt aufgewachsen, besitze zur Zeit eine Katze,“ (EINE Katze? Ich fürchte, hier mangelt es an Grundwissen). Ich bin der Meinung, dass Katzensitting über längere Zeit einen Freundschaftsdienst übersteigt. Lieber ist es mir, eine Freundin kommt zusätzlich zum Katzensitter wenn sie Zeit hat. Für die Wiener verrate ich auch meine Katzensitter, die ich guten Gewissens weiter empfehlen kann, weil sympathisch, verlässlich, individuell (es wird vorher genau abgefragt, was ich haben möchte und was nicht), den Katzen geht’s gut: katzensitting.at
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2 Gedanken zu “Petra Kichmann: Lifehacks Katze. Die besten Kniffe für den Alltag

  1. Vielen herzlichen Dank für deine Rezi! Insbesondere dafür, dass dir der Ratgeber gefällt und du Lilli in Erinnerung hälst.

    Sie fehlt uns noch immer sehr und ich schätze, dass sich das auch niemals ändern wird.

    Solltest du den ein oder anderen Lifehack ausprobieren, freue ich mich über ein Feedback. Ich möchte, mit Einverständnis aller Beteiligten, irgendwann ein paar Leser-Hacks veröffentlichen. 🙂

    Viele Grüße, auch an deine Vierpfötler!

  2. Elisabeth schreibt:

    Danke fürs Feedback! Ich hab jetzt meinen Blogpost um ein paar meiner Tipps ergänzt. Falls etwas brauchbar ist, kannst du es gerne verwenden.
    Grüße an dich und Katie. 🙂

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