Marie Luise Ritter: Follow me!

Machen, was man liebt und Geld damit verdienen – so wird man Influencer.

Mit Tipps, Tricks und den Grundlagen des Influencer-Marketings

Ich wollte vor der Lektüre kein Influencer werden, und jetzt will ich es schon gar nicht. Ein Bücherblog ist dazu auch nicht wirklich geeignet. Ich müsste wohl die Katzen mehr in den Vordergrund stellen. Aber ich würde mich nicht beliebt machen, wenn ich darüber schreibe, dass die meisten Katzenfuttersorten im Super- oder Drogeriemarkt völlig ungeeignet sind, dass Katzenstreu mit Duft für Katzen eine Qual ist und Haubenkatzenklos nicht verwendet werden sollten. Vielleicht könnte ich wieder Sympathiepunkte sammeln wenn ich berichte, dass meine Katzen anscheinend lesen können. Sie verweigern jedenfalls jegliches Bio-Futter ohne auch nur daran zu schnuppern und verlassen geschlossen mit vernichtenden Blicken die Küche. Der Versuch, natürliche Katzenstreu auf Holzbasis einzuführen, scheiterte grandios. Das Lieblingsspielzeug der lieben Tierchen ist aus Plastik. Lassen wir das lieber.

Zum Buch:

Marie Luise Ritter erklärt zunächst, was Social Media ist und kann, beschreibt den Beruf Influencer und widmet sich dann in eigenen Kapiteln Blogs und Instagram. Danach folgen die Grundlagen des Influencer-Marketings: Kooperationen, Community-Management, Selbstständigkeit etc.

Der Text ist locker und flüssig geschrieben, sehr angenehm zu lesen und leicht verständlich. Luise bringt jede Menge anschaulicher Beispiele von anderen Bloggern und Instagramern und berichtet viel aus der eigenen Erfahrung. Amüsant ist zB die Auflistung der komischsten Anfragen, sehr hilfreich die Tipps zur Bildbearbeitung. Ja, liebe Luise, der Tipp, die Fotolinse vor jedem Foto zu putzen, ist nützlich und war bei mir dringend nötig. Luise selbst bloggt und bespielt sowohl YouTube als auch Instagram. Ich möchte hier auf ihren Blogpost, in dem sie das Buch vorstellt, verweisen. Erstens gewinnt man dadurch einen Eindruck, wie Luise schreibt, zweitens hat sie jene Influencer, die im Buch ausführlicher zu Wort kommen, verlinkt.

Die Autorin empfiehlt, mit dem Buch zu arbeiten. Das habe ich tatsächlich gemacht. Ich habe mir viele Posts, Fotos und Hashtags angesehen, was hochinteressant war.

Festgestellt habe ich, dass die Tipps zum Bloggen sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert haben. Aber es hat mich angeregt, über diesen Blog wieder mal nachzudenken. Ergebnis: es bleibt so, wie es ist. Spontan, ohne Contentplan. Keine Kooperationen. Einfach mein Hobby, an dem ich Spaß habe. Links dann, wenn sie sinnvoll sind und ganz bestimmt nicht regelmäßige interne Links. Ich habe weder Lust darauf, Rechnungen zu schreiben noch über Inhalte zu verhandeln noch zu Events zu gehen.  Influencersein ist harte Arbeit, mit vielen Tätigkeiten, die mir gar nicht liegen.

Jetzt komme ich zum Erbsenzählen. Es geht hier um zwei Absätze auf Seite 22, aber die haben mich wirklich gestört. Die Autorin schreibt, dass soziale Medien jenen Gehör verschaffen, die sonst nicht gehört werden, etwa psychisch Kranken. In gewisser Weise stimmt das, aber nicht auf Instagram. Hierzu eine Anekdote aus meiner Erfahrung: ich postete ein Bild über das Buch „Leben lassen“ von Brigitte Schwaiger und setzte den Hashtag #depression. Das war völlig passend, denn Schwaiger litt an Depressionen und beschreibt in dem Buch ihre Aufenthalte in einer psychiatrischen Klinik. Zunächst wurde ich von Instagram gefragt, ob ich Hilfe benötige. Nein! Und überhaupt: sorry, das ist übergriffig. Nur weil ich ein Wort wie Depression benutzt habe! Was soll das? Dann das nächste: Insta meldet „Aktuelle Beiträge von #depression sind derzeit verborgen, da die Community einige Inhalte gemeldet hat, die eventuell die Instagram-Richtlinien verletzen.“ Oh toll. Wenn ich den Hashtag lasse, bleibt mein Posting unsichtbar. So kann man sich nicht vernetzen oder das Stigma durchbrechen. Ich hab es übrigens an mehreren Tagen wieder versucht, immer das gleiche Ergebnis.

Ein paar Erbsen habe ich noch, aber die gehen auf das Konto des Verlages: der Untertitel ist auf dem Cover und auf dem Titelblatt im Buchinneren unterschiedlich. „so wird man Influencer“ und „so wirst du Influencer“. Auf dem Cover sind irritierenderweise Stockfotos abgebildet – und das bei einem Social-Media-Buch. Die Schwarz-weiß-Fotos im Buch sind grottenschlecht abgedruckt, ich habe sie mir dann lieber auf @luiseliebt auf Instagram angeschaut.

Fazit: doch, doch, das ist positiv. Sehr positiv! Ein informatives, interessantes, klar aufgebautes und gut geschriebenes Buch, das einen Blick hinter die Kulissen einer Influencerin erlaubt. Dazu jede Menge Informationen, die auch für Menschen, die Social Media nicht professionell betreiben wollen, brauchbar sind.

Bonus: Verlagshomepage mit Leseprobe

 

Auf dem Foto ist außer „Follow me!“ in Teilen zu sehen: Artikel aus Maxi 03/2018, Madonna 10.3.2018. Buch: „Schreiben unter Strom“ von Stephan Porombka

 

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