Philip Pullman: Über den wilden Fluss

Wie schön! Philip Pullman kehrt wieder in die Welt von „His Dark Materials“ zurück.

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„Über den wilden Fluss“ spielt in der Zeit vor der bekannten Trilogie. Lyra ist noch ein Baby und muss vor den dunklen Mächten, die ihr aufgrund einer Prophezeihung  nach dem Leben trachten, gerettet werden. Dies übernimmt Malcolm, ein elfjähriger Bub, zusammen mit Alice, einem halbwüchsigen Mädchen.

Die Reise über den Fluss während einer zerstörerischen Flut macht (für meinen Geschmack glücklicherweise) erst ab den zweiten Teil die Geschichte aus. Davor wird man behutsam in Malcolms Welt eingeführt, lernt die Dæmonen kennen, das Alethiometer, den Staub und andere wichtige Elemente.

So, und jetzt komme ich zu den unvermeidlichen Spoilern. Diese betreffen die Zusammenhänge zwischen der Trilogie und dem neuen Werk.

Am Anfang von „Der goldene Kompass“ hält sich Lyra für eine Waise. Erst später erfährt sie, wer ihre Eltern sind. in „Über den wilden Fluss“ hingegen ist von Anfang an klar, dass sie das Kind von Lord Asriel und Mrs. Coulter ist. Es ist also unrichtig, dass man das neue Buch lesen kann ohne gespoilert zu werden. Funktioniert nicht, bedaure.

Ganz sauber gelang es Pullman auch nicht, die neue Geschichte an die alte anzupassen. Mir ist das vermutlich nur deswegen aufgefallen, weil ich derzeit „Der goldene Kompass“ wieder lese. Ich wollte Lyras Welt nicht gleich wieder verlassen.

Also:  Im „Goldenen Kompass“ erzählt John Faa Lyra deren Geschichte. Und zwar so: „Das Gericht entschied, dass du in einem Kloster untergebracht werden solltest, und so kamst zu den Demütigen Schwestern von Watlington. Daran wirst du dich kaum erinnern. Doch Lord Asriel widersetzte sich diesem Urteil. Er hasste Äbte, Mönche und Nonnen, und als eigenmächtiger Mann, der er war, kam er eines Tages angeritten und nahm dich mit. Allerdings nicht, um sich selbst deiner anzunehmen oder dich den Gyptern zu überlassen, sonder er brachte dich nach Jordan College und warnte die Gerichte davor, seine Tat rückgängig zu machen.“

Im „Wilden Fluss“ wird Lyra tatsächlich im Kloster umsorgt, allerdings von freundlichen Nonnen, die gut auf sie aufpassen. Einige böse Menschen sind hinter dem Baby her, und während der großen Flut bleibt Malcolm nichts anderes übrig, als das Kind wegzubringen. Sein Plan, sie ins College zu bringen, scheitert. Deswegen macht er sich nach London auf, um Lyra ihrem Vater zu übergeben. Und dann erst bringt Lord Asriel Lyra in einem Flugzeug ins College und sucht dort für seine Tochter um akademisches Zufluchtsrecht an. Das Alethiometer vermacht nicht Lord Asriel dem College (wie der Rektor Lyra erzählt), sondern Malcolm schenkt es ihr, indem er es unter die Decken des Babys schiebt.

Das alles nur der Vollständigkeit halber. Es beeinflusst die Geschichte nicht wirklich.

Ich liebe Lyras Welt, mit den Jahren sogar noch viel mehr als bei der ersten Lektüre. Inzwischen bin ich von der Idee der Dæmonen restlos überzeugt und begeistert. Es ist großartig, wie Pullman mit der schlichten Beschreibung, welchen Dæmon ein Mensch hat, diesen charakterisieren kann. Dieser Einfall, Menschen einen Seelenteil in Tierform beizugeben, der sogar sprechen und durchaus eigenständig agieren kann, ist faszinierend und einzigartig.

Fazit: muss man lesen, wenn man „His Dark Materials“ mochte. Und wie wunderbar, dass noch zwei weitere Bücher geplant sind!

Was andere zum Buch sagen:

Herzpotenzial

Weltenwanderer

SL Leselust

Janetts Meinung

Nicoles Bücherwelt

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