Claudia Schober/Kevin Ilse: Outfit. Stylingformeln für Sie

Wenn ich mich über ein Buch ausreichend ärgere, packt mich auch wieder die Schreiblust. Fangen wir mit den nüchternen Daten an:

Claudia Schober ist, laut Verlagshomepage, Outfitberaterin, Imagecoach, Farb- und Stilberaterin, Inhaberin der Image-Agentur Schober, Trainerin, Lehrgangsleiterin und WIFI-Ausbildnerin, außerdem Vizepräsidentin des Verbandes für Imageberatung in Österreich.
Kevin Ilse ist Moderedakteur und Stylist, aktuell arbeitet er für das österreichische Magazin Woman als stellvertretender Ressortleiter des Bereichs Mode.

Klingt doch gut und kompetent, oder? Außerdem zwei Österreicher, das lockt mich immer.

Die Stylingtipps beziehen sich auf sechs verschiedene Körperformen, zB „A – Der Kegel“. Wie diese konkret ausschauen, wird genau beschrieben. Die Selbstzuordnung ist so nicht schwierig. Danach werden die „Stylingregeln“ erklärt, die „Dos & Dont`s“ mit sehr vielen Fotos. Die abgebildete Kleidung ist von H&M, C&A, Mango, Benetton, Vero Moda, Monsoon, Zara, Madeleine etc, also leicht zu bekommen. Das hätte ein Pluspunkt sein können.

Hätte, denn kein einziges der Fotos (mit kopflosen Models! Das sieht erstens seltsam aus und zweitens kann so kein Mensch die Proportionen beurteilen.) macht Lust auf Nachstylen. Ich fasse es nicht, wie man aus (vermutlich halbwegs) aktuellen Kollektionen ein derart altmodisches, tristes Bild kreiieren kann.

Mich haben allerdings auch die Vorschläge als solche befremdet. Ist denn prinzipiell alles am weiblichen Körper „Problemzone“? Was ist denn zB an schmalen Schultern hässlich? Hier wird empfohlen, keine schmalen V-Ausschnitte und keine zu eng anliegenden Oberteile zu tragen, dafür Schulterpolster. Hey, wieso verstecken (ich finde ja, dass Schulterpolster bei jeder Frau unschön aussehen. Aber wenn eine zierliche Person Schulterpolster trägt, ist das besonders schlimm.) statt betonen? Stellt euch doch Audrey Hepburn mit Schulterpolstern vor! Lieber nicht, oder?

Wer schmale Hüften hat, soll nach diesem Ratgeber keine hautengen Hosen tragen. Hat das schon jemand Kate Moss erzählt? Was gibt’s bei schmalen Hüften zu verstecken oder zu kaschieren? Ich bin für betonen was das Zeug hält!

Von einem Stylingratgeber erwarte ich gute Ideen wie ich mich besser anziehen kann. Eine kleine dünne Frau kann zB wie eine zierliche Elfe wirken oder wie eine schmächtige Minderjährige, eine dicke große Frau plump und fett oder umwerfend kurvig. Nur: wie erreicht man die tollen Effekte? Doch nicht mit Verstecken und Überspielen und Anders-Wirken-Wollen.

Aber diesen Wunsch erfüllt mir eigentlich überhaupt kein Ratgeber. Böses Problemzonendenken. Hassen Frauen ihre Körper wirklich so sehr, dass sie prinzipiell ganz anders aussehen wollen als sie sind?

Verlagshomepage
Homepage der Autorin

Kurz kommentiert: zwei Hörbücher & zwei Leseabbrüche

Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre (Hörbuch, gelesen von Andrea Sawatzki)
Ich habe schon mehrmals erwähnt, wie sehr ich Ffordes Thursday-Next-Bücher, diesen unglaublichen Ideenreichtum plus literarischen Anspielungen, liebe. Statt Band eins nochmals zu lesen habe ich ihn mir angehört. Und bin zu meiner großen Überraschung sehr enttäuscht. Sawatzki liest perfekt, und doch: der Zauber stellte sich nicht ein. Keine Ahnung, was hier nicht stimmt, aber das Hörbuch ist ein echter Flop für mich. Hätte ich es zuerst gehört, hätte ich Band zwei sicher nicht gelesen.
audiobooks.at
CLH-Board

Sophie Kinsella: Fast geschenkt (Hörbuch, gelesen von Maria Koschny)
Das also ist die berühmte Becky Bloomwood. Ich fasse es nicht! Eine Geschichte, die nur aus Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen besteht. Das gefällt wirklich so vielen? Ich hab sicher nichts dagegen, wenn die Protagonistin gelegentlich Shoppen geht, aber Becky tut ja gar nichts anderes! Erstaunlich ist lediglich, dass ich es mir zu Ende angehört habe und mich eigentlich ganz gut unterhalten fühlte.
Das Ende finde ich derart unbefriedigend, dass ich nachsah, ob ich nicht vergessen habe, eine CD zu überspielen. Hatte ich nicht.

Sophie Kinsella: Vom Umtausch ausgeschlossen
Da mir das Hörbuch unerklärlicherweise gefiel, habe ich das BookCrossing-Buch von meinem SUB gefischt. Ich wollte wissen, ob mir die Geschichte auch als Buch zusagt. Tut sie nicht, überhaupt nicht. Nach drei Kapiteln bin ich genervt und gelangweilt, daher Leseabbruch auf Seite 70 von 476. Vierhundert weitere Seiten mit Becky mute ich mir nicht zu.
Libromanie
New kid on the Blog

Bernd Stelter: Wer abnimmt, hat mehr Platz im Leben
Ich kenne Bernd Stelter nicht. Mich interessiert er nur als abnehmender Mensch, deswegen habe ich das Buch gekauft.
Das ist allerdings außerordentlich langweilig. Bernd Stelter kauft Laufklamotten, Bernd Stelter läuft, Bernd Stelter fährt auf Urlaub, Bernd Stelter ist auf Tournee,… fad, fad, fad. Wohl nur für Fans geeignet.
Leseabbruch auf Seite 97 von 220.
crazytoast.de
Kilonologie
BuchSaiten

Kurz kommentiert: Chick-Lit und ein Debut

Die drei Bücher haben sogar Gemeinsamkeiten: alle stammen von deutschsprachigen Autorinnen und sind erst vor Kurzem erschienen.

Doris Knecht: Gruber geht
Ich mochte die Kolumnen von Doris Knecht lange Zeit sehr gerne. Dann überhaupt nicht mehr. Ihr Roman-Debut wollte ich mir aber nicht entgehen lassen.
Es geht um einen krebskranken Ungustl der sich verliebt. Dabei treibt er sich in Zürich, Wien, Berlin und ein wenig auf dem Land herum, dazu gibt’s jede Menge popkulturelle Anspielungen. Die Sprache ist flott, modern, leicht.
Am Anfang ging mir der Gruber gewaltig auf die Nerven, aber je weiter die Liebesgeschichte voranschritt, desto besser gefiel mir das Buch.
Hübsche Geschichte, echt.
Wiener Zeitung, 26.3.11
Mieze Medusa
arge list

Claudia Toman: Goldprinz
Der dritte und letzte Teil der Geschichte rund um Olivia Kenning. Lest auf jeden Fall davor „Hexendreimaldrei“ und „Jagdzeit“!
Ich fand die Story am Anfang etwas wirr, aber am Ende ist klar: das muss so sein, geht gar nicht anders. Bereits bekannte Elemente wie der Shakespeare-Ring oder der Feerich werden liebevoll wieder eingewoben, ansonsten bleibt Olivia sich selbst treu und chaotisch, rettet aber tapfer die Welt.
BlueNaversum
Steffis Bücher Box

Juli Rautenberg: Zwölf Monate, siebzehn Kerle und ein Happy-End. Das Single-Experiment
Das Buch ist wirklich nicht so blöd wie der Titel klingt. Locker-flockige Chick-Lit, macht Spaß, ist leicht konsumierbar und kann denen, die mit dem Genre grundsätzlich etwas anfangen können, empfohlen werden.
Der Titel sagt ohnehin fast alles: junge Frau versucht jeden Monat auf andere Art, endlich die große Liebe kennen zu lernen. Nichts Neues oder Besonderes, die üblichen Dinge, die in Frauenzeitschriften empfohlen werden, halt.
Ganz versteh ich nicht, warum man so tut, als wäre das ein Erfahrungsbericht (ja klar, die Dramaturgie funktioniert so im wahren Leben), aber bitte.
Vorablesen
Claudias Bücherregal

Kurz kommentiert: Abnehmbücher

Momentan lese ich zwar wieder viel, aber ich habe keine besondere Lust zum Schreiben. Daher gibt’s wieder mal Kurzkommentare, damit ich den Überblick nicht völlig verliere. Ich beginne heute mit den „Abnehmbüchern“, die anderen sowie zwei Hörbücher folgen demnächst.

Kathrin Tsainis, Dreißig Kilo in drei Tagen
Hauptperson Vicky ist mit 65 kg bei 165 cm nicht zu dick, fühlt sich aber so. Chick-lit-like ist sie single und wäre gern in einer Partnerschaft.
Die Lösung sieht sie natürlich im Abnehmen – was es ebenso natürlich nicht ist.
Zunächst fand ich es ärgerlich, dass die Protagonistin gar nicht dick ist… aber das passt schon. Darf man sich nicht wünschen, ein paar Kilos weniger zu haben? Na eben. Ansonsten ist der schmale Roman gar nicht so arg oberflächlich, denn am Ende ist Vicky weder glücklich verliebt noch dürr.
Nett zum Lesen.
Literaturschock

Kerstin Gier, Lügen, die von Herzen kommen
Typische Kerstin-Gier-Lektüre: oberflächlich, rasch konsumierbar, spritzig, turbulent, voller Klischees, absolut vorhersehbar, Lese-Fast-Food, aber unterhaltsam.
Kurz zum Inhalt: Hanna ist zu dick, single, beruflich erfolgreich. Für ihren Job recherchiert sie auf Single-Seiten und stößt so auf Boris, ihren „perfekten“ Mann. Außerdem hat sie einen neuen, äußerst interessanten Chef und jede Menge Familienprobleme.
Um Boris bei einem Treffen zu gefallen, beginnt sie eine Diät – dabei war sie bisher mit ihrer Figur durchaus zufrieden.
Ach ja, überraschenderweise wird am Ende alles gut.
Kleinbrinas Bücherblog
Mein Lese-Tagebuch
Leselust

Vivien Bronner, Schlankheitsfrust. Warum wir immer dicker werden und die Ernährungsberatung versagt
In der Einleitung las ich: „Ich vertraue Ernährungsberatern und Wissenschaftlern nicht mehr“. Autsch. Warum nur habe ich das Buch nur mittendrin „angelesen“ und das nicht rechtzeitig entdeckt?
Aber ich wurde sehr positiv überrascht: im Großen und Ganzen kommt Bronner zu ähnlichen Schlüssen wie ich. Und sie scheint Ähnliches wie ich zu erleben, die Beschreibung, wie sie mit Freunden kocht und entsetzt zusehen muss, wie gute, gesunde Lebensmittel in Fett ertränkt werden, kommt mir sehr bekannt vor.
Als Sachbuch habe ich es nicht gelesen sondern als brauchbaren und amüsanten Erfahrungsbericht, wie man sich im Ernährungsdschungel zurechtfinden kann und es hinkriegt, abzunehmen und dauerhaft schlank zu bleiben. Die Autorin hat übrigens eine Wahnsinnsfigur. 😉
Woman
Heilmediziner

TAG Essgewohnheiten

Dieser Tag schwirrt schon länger herum. Da ich in letzter Zeit mehrmals über Abnehm-Bücher gebloggt habe, oute ich jetzt meine Essgewohnheiten:

 

Für welche Eissorte würdest selbst du 1 Stunde an einer Eisdiele warten?

Eine Stunde warten? Niemals! Ich würde in den nächsten Supermarkt maschieren und  meine alte Liebe Brickerl kaufen.

Mit welchem Getränk fängt die Stimmung bei dir an?

Ich brauch kein Getränk für Stimmung. Beim Ausgehen mag ich Rotwein oder Aperol Spritz (ist hoffnungslos vorgestrig, oder?)

Bei welchem Essen kannst du einfach nicht aufhören zu essen?

Ha! Ich KANN aufhören und bin sehr stolz darauf. Sogar bei Mousse au chocolat.

Welches Obst überlebt noch nicht mal eine Stunde in deiner Obstschale? Welches Obst liebst du?

Drachenfrucht, die kaufe ich sehr selten und esse sie dann wirklich gleich. Lieblingsobst wechselt, aktuell: Papaya und Erdbeeren.

Was ist dein persönliches „Must-have-Gemüse“?

Auch das wechselt. Momentan liebe ich Eisbergsalat, Broccoli, Spinat, rote und gelbe Paprika.

Lecker Nudeln… Welche Nudelsorte besucht am meisten deinen Kochtopf?

Alle Sorten von Barilla integrale – das sind die köstlichsten Nudeln, die ich kenne. Aus Vollkorn!

Romantisch essen gehen: Für welches Nationalitätenrestaurant würdest du dich entscheiden?

Ich pfeif auf die Romantik, ich will Maki!

Wasser: Magst du es eher spritzig oder ruhig?

Leitungswasser oder stilles Mineralwasser. 

It’s Coffeetime! Wofür würdest du dich am liebsten entscheiden?

Schwarzer, starker Kaffee mit Süßstoff. Oder den Starbucks skinny Cappuccino. Warum die Traditionskaffeehäuser in Wien noch immer unfähig sind, Magermilch für den Kaffee anzubieten, werde ich nie verstehen. Mein Geschmack hat sich wirklich geändert, ich mag keine fette Milch in meinem Kaffee..

Und wenn es Teatime wär? Welche Sorte ist bei dir der absolute Renner?

Jasmintee. Außerdem liebe ich Kümmel-Fenchel-Anis-Tee und Glückstee, beide von Alnatura.

Was macht dich beim Essen aus? Deine Essgewohnheiten?

Ich esse gesund, so richtig nach den WHO-Regeln, mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, genug Kalzium, wenig Fett, wenig naschen, bevorzugt Vollkorn. Ich achte darauf, genügend Eiweiss zu bekommen und ausreichend zu trinken. Aber ich kümmere mich kein bisschen um dämliche Regeln wie keine Kohlenhydrate zum Abendessen oder fünf Stunden Essenspause machen (das wäre meiner Umwelt nicht zumutbar).

Ich bin immer noch verfressen und stehe auf Genuss.

Magst du es morgens eher süß oder doch eher herzhaft?

Eher süß, Joghurt mit Obst oder Porridge mit Obst.

 Wie isst du zu Abend? Was ist ein absolutes Muss?

Kein Muss. Ich esse meine Hauptmahlzeit am Abend, also meist warm.

Keine Lust zu kochen? Was bestellst du dir am liebsten in einer Pizzeria?

Wenn ich keine Lust zum Kochen habe, hole ich mir Maki. Pizza gibt es schon noch, aber nur dann, wenn ich echte Lust darauf habe, bestimmt nicht als Faulheitslösung.

Was bestellst du bei McDonald’s oder Burger King?

Hamburger mit Gartensalat plus kleine Pommes

Deine Nerven sind angespannt, wie wär’s mit Schokolade, aber welche ist deine liebste?

Nix da, wenn die Nerven angespannt sind, wird nicht zur Beruhigung gegessen. Ein Spaziergang hilft viel besser.

Lieblingsschokolade: momentan die Nougattöpfchen von der SchokoLadenWerkstatt. Im Supermarkt wähle ich meist etwas von Lindt mit Nougat. 

Süßigkeiten lieben doch einfach alle. Welche stehen bei dir ganz oben auf der Beliebtheitsliste?

Schokolade. Alles andere ist mir wurscht. 

Egal wie fettig – welcher Pommessorte verfällst du auf dem ersten Blick?

Pommes verfallen? Nööööö! Im Zweifel aber lieber von Burger King als von McDonald’s. 

Was ist dein Lieblings- und welches dein Hass-Gewürz?

Ich liebe Zimt, gefolgt von Kreuzkümmel, Knoblauch und Basilikum. Dill kann ich überhaupt nicht ausstehen.