Zwei abgebrochene Hörbücher

Josh Bazell, Schneller als der Tod
Uije. Ein Hörbuch zum Abgewöhnen. Mit diesem durchgeknallten Mafia-Doc kann ich nichts anfangen. Mir ist erst beim Statistik-Posten aufgefallen, dass ich es über einen Monat lang versucht habe – das reicht wirklich.

Helene Hegemann, Axolotl Roadkill
Ich wollte mir eine eigene Meinung dazu bilden und hatte schon leise Befürchtungen, dass ich den Stil nicht gut aushalten könnte. Deswegen der Versuch mit dem Hörbuch – und auch der ist kläglich gescheitert.
Das eventuelle Plagiat hätte ich auf keinen Fall erkannt. Aber was ich sehr schnell merkte, ist die fehlende Originalität. Was soll das sein, eine Mischung aus „Unter Null“, „Der Fänger im Roggen“ und „Trainspotting“?
Ja eh, sehr bemüht. Nicht zum Aushalten, diese gequälte Kreativität, diese gekünstelte Sprache. Tu ich mir bestimmt nicht an.

Blogblumenparade V3.0

Die Blogblumenparade findet auch heuer wieder statt. Ich habe im Vorjahr bereits mitgemacht und bin deswegen auch heuer wieder dabei.

Was sich in meinem Blog im Vorjahr so getan hat, könnt ihr bei Interesse in diesem Artikel nachlesen.

Und hier meine zwei Blogblumen (zum Vergrößern einfach draufklicken):

2010

2011

Karin Hertzer: „Nie wieder frieren“ & „Seelenwärmer“

Karin Hertzer, Nie wieder frieren. Die 50 besten Tipps
Karin Hertzer, Peppi Kalteis; Seelenwärmer. Kochrezepte und Wohlfühl-Tipps für kalte Tage

Im Dezember habe ich entsetzlich gefroren. Nicht-zum-Warmkriegen gefroren, egal, was ich angezogen habe (Thermoleggings oder Thermostrumpfhose und Thermosocken und Thermoshirt und dann noch eine Schicht normale Kleidung darüber). Inzwischen geht’s wieder halbwegs, aber diese beiden Bücher haben mich doch interessiert.

„Nie wieder frieren“ klang nur allzu verlockend. Und die Versprechen auf dem Titel: „Schnelle Hilfe gegen kalte Füße & Co.“ Sowie „Extra: Rezepte für scharfe Gerichte und heiße Getränke“. Her damit!

Tjo…die Empfehlungen haben mich bitter enttäuscht. Ach, im Zwiebel-Look soll ich mich anziehen? Darauf wäre ich von allein nicht gekommen. Beheizbare Kleidung mag ja ein netter Gag sein, aber verdammt nochmal, was soll ich damit im Alltag anfangen? (Ja, tut mir leid, ab einem gewissen Leidensdruck friert mein Humor völlig ein.) Wärmflaschen werden empfohlen, und Wasserbetten (Daunendecken übrigens nicht – dabei war die die beste Zuflucht im Dezember für mich überhaupt).
Ach ja, und bewegen sollen sich Frierende. Auch so ein toller Tipp. Ich bin gut trainiert, ich liebe Schneespaziergänge, aber es war gerade mein Problem, dass ich es nicht schaffte, mich für einen langen Spaziergang bei beißendem Wind warm genug zu halten und so gefroren habe, dass es weh tat. Konkrete Tipps von Herstellern von wirklich warmer Bekleidung hätten mir geholfen, aber im Buch steht zB „Michaela Müller entdeckte im Sportfachgeschäft farbige Unterhemden aus dünner Wolle, die richtig fesch aussehen.“ Fein. Wie die Dinger ausschauen ist mir sowas von wurscht – sind sie warm? Wenn ja: Produktname, Hersteller und Bezugsquelle bitte!
Weiters: entspannen, zB mit autogenem Training. Hat schon mal jemand versucht, autogenes Training mit kalten Füßen zu machen? Ich beherrsche die Technik, aber wenn mir kalt ist – keine Chance.

Zu den Rezepten:
Oh nein, die Autorin bezieht sich auf TCM. Super. Mit diesem Aberglauben kann ich gar nichts anfangen. Außerdem frage ich mich, wie sie generell Informationen bewertet und verarbeitet, wenn sie TCM für empfehlenswert hält. Belege für die aufgestellten Behauptungen oder auch nur Literatur- oder Quellenhinweise fehlen übrigens völlig, auch bei allen anderen Ratschlägen. Woher stammen die Tipps konkret, wieviele Menschen haben sie (vielleicht sogar unter kontrollierten Bedingungen?) ausprobiert?
Rezepte im eigentlichen Sinn gibt es ohnehin nicht, nur die Aufzählung von diversen Gerichten mit ein paar Zubereitungshinweisen.

Aber keine Sorge, für die Rezepte kann man ein zweites Buch kaufen:

Seelenwärmer. Kochrezepte und Wohlfühl-Tipps für kalte Tage

Dieses Buch hat die obige Autorin zusammen mit dem Koch Peppi Kalteis geschrieben. Die hübschen Illustrationen stammen von Annabelle von Sperber.

Auch hier geht es um Rezepte, die nach der TCM erwärmend wirken. Hier wird allerdings schon im Klappentext auf diesen esoterischen Ansatz hingewiesen, soll heißen: als Leser kann ich mich schon vor dem Kauf über die Richtung informieren und dann entscheiden, ob ich das akzeptiere oder nicht.
Wiederum fehlen Quellen- oder Literaturangaben völlig. Dieses oder jenes wärmt, das muss man so hinnehmen.

Hab ich gemacht – mir war kalt, ich war für Experimente, egal, wie wenig sinnvoll sie erscheinen, bereit. Die Rezepte sind sehr chili-lastig, das kann ich meinem Magen in diesen Mengen nicht zumuten, und für meinen Geschmack zu fett. Schade.
Irgendwann werde ich auch verstehen, warum bei Winterrezepten immer Kürbis vorkommt… im durchschnittlichen Supermarkt ist der nach Halloween kaum mehr zu kriegen.

Ingwer-Tee habe ich allerdings exzessiv getestet. Mag ich, schmeckt gut. Nur, nach meiner Erfahrung ist es völlig egal, ob ich Pfefferminztee oder Ingwertee trinke, beides wärmt. Eh klar, ist ja warm. Das TCM-Brimborium ist mir nach wie vor suspekt. Ich verwende zB sehr viel Zimt weil ich den Geschmack sehr gern habe – in den Kaffee, ins tägliche Porridge (jaja, warmes Frühstück bis weit bin den Sommer hinein), mit Kreuzkümmel zu pikanten Gerichten – mir dürfte ja gar nicht kalt sein, denn Zimt soll erwärmen.

So nebenbei, ich kann die Argumentation, dass man zB Zitrusfrüchte vermeiden soll weil sie kühlend wirken, nicht nachvollziehen. Erklärt wird das nämlich so, dass Zitrusfrüchte aus warmen Gegenden stammen und dort kühlen sollen. Aha. Zimt und Ingwer wachsen also in der Kälte oder wie?

Besonders viele Wohlfühltipps für kalte Tage gibt es nicht. Aber dafür kann man sich ja „Nie wieder frieren“ kaufen…

Fazit: ihr habt es schon bemerkt, ich bin extrem enttäuscht und extrem sauer. Die Bücher haben mir rein gar nichts gebracht, Tipps aus dem Freundes- und Bekanntenkreis waren viel besser. Aber lasst euch nicht abschrecken, denn was mir nicht hilft, kann es bei euch sehr wohl tun. Vielleicht bringt es dem einen oder andern schon etwas, wieder auf gängige Methoden wie Wärmeflasche hingewiesen zu werden. Frieren ist ja gar nicht gut fürs Denken.

Homepage von Karin Hertzer
http://www.bibber-di-bibber.de/
Suite101
heute gesund leben
Buchrezicenter

Unterstützung für Bloggerkollegin Emily Walton

Ok, ok, es ist ein bisschen frech, eine Journalistin und Autorin als „Bloggerkollegin“ zu bezeichnen. Egal, Emily Walton hat es mit einer Kurzgeschichte ins Finale des Neptun Wasserpreis “WasserSpueren” geschafft (es wurden ca 3.550 Beiträge eingereicht) und braucht jetzt für die Abstimmung Unterstützung.

Ich mag übrigens ihren Blog und auch ihre Rezensionen im „Kurier“. Außerdem finde ich es wirklich schwierig, mit einer Kurzgeschichte gegen Videos und Fotos anzutreten. Hier also die Infos:

Emily selbst schreibt (ein bisschen dramatisch, aber sie will ja gewinnen):
„Wir müssen das geschriebene Wort retten! Ich bin im Finale des Neptun Wasserpreis „WasserSpueren“. Meine Kurzgeschichte ist der einzige Text unter Bildern und Videos!
Drum frage ich mich: Hat das geschriebene Wort eine Chance?
Natürlich!
Das werden wir doch beweisen oder?

Wie? Geht auf www.wasserpreis.info/voting
Kategorie Wien wählen und den einzigen Text (das ist meine Kurzgeschichte – Nasse Zehen) anklicken. Ihr müsst insgesamt drei Favoriten wählen. Also klickt noch zwei beliebige Bilder an;)“

Kleiner Zusatzhinweis von mir: die Abstimmenden können auch etwas gewinnen, nämlich Rubbel- und Brieflose. Das Voting dauert noch bis 31.1.2011.

Ein Mann bzw Eine Frau. Ein Buch

Heike Blümner, Jacqueline Thomae: Eine Frau. Ein Buch, 401 Seiten
Eduard Augustin, Philipp V. Keisenberg, Christian Zaschke: Ein Mann. Ein Buch, 405 Seiten

Wieder einmal etwas aus der Ratgeber-Abteilung. Ich habe mich selbstverständlich nicht auf ein Geschlecht beschränkt, sondern beide Bücher genommen. Ein bisschen Spionieren muss schon sein!

Der Aufbau ist so ähnlich, dass sich zwei Besprechungen nicht lohnen. In beiden Fällen geht es um konkrete Tipps für bestimmte Situationen. Die sind zum Teil sehr alltagstauglich, zum Teil eher aus der skurillen Ecke. Wer muss schon eine Boing landen oder legt es darauf an, heiliggesprochen zu werden?

Der Stil ist ebenfalls sehr ähnlich obwohl die Bücher von verschiedenen Autorenteams stammen. Flockig-leicht, amüsant, durchaus nachvollziehbar. Macht Spass, das zu lesen. Wenn man sich nicht an den Klischees stört…

jolie.de
Buchjunkie
gentleman-blog
literaturasyl