Weihnachtsbücher 2010

Zum vierten Adventswochenende stelle ich euch meine diesjährigen Weihnachtsbücher vor:

Anne George: O du Mörderische
Angeblich ist das ein Krimi. Gut, es gibt Tote und am Ende weiß man auch, wer der Böse ist. Aber so richtig wichtig ist das nicht, und besondere Spannung kommt auch nicht auf. Das macht allerdings rein gar nichts, denn die Protagonistinnen, ein älteres Schwesternpaar, sind einfach entzückend. Mary Alice arbeitet mit blinkendem Oberteil als Mrs Santa Claus im Einkaufszentrum, Patricia Anne kauft Weihnachtsgeschenke für die Familie. Die Weihnachtsvorbereitungen und das Verhältnis der Schwestern zueinander und zu ihrer Umgebung sind die eigentliche Geschichte, und das ist herzig erzählt.
Ich hab’s genossen.

Uta Rupprecht (Hg.): Schneegeflüster. Liebesgeschichten zur Weihnachtszeit
Der Titel ist Programm. Der Großteil der Geschichten ist gut erzählt und so richtig schön kitschig, oft auch originell. Außerdem haben zwei AutorInnen, die ich mag, ihren Teil beigesteuert: Claudia Toman und Sabina Naber.
Besonders süß fand ich übrigens „Vanillekipferl“ von Beate Maly – dabei ist das sogar eine historische Liebesgeschichte!
Fazit: wer Liebesgeschichten und Weihnachten mag, sollte zugreifen.

David Sedaris: Holidays on Ice
Oh, das ist böse, sehr, sehr böse! Und amüsant! Also unbedingt lesenswert.
In diesem Büchlein sind fünf Weihnachtsgeschichten von David Sedaris versammelt, brillant erzählt und ziemlich fies, leider nicht immer so originell wie ich es mir wünschen würde. Nichts für Menschen, die Weihnachten kritiklos lieben.

Stefan Rogall: Verliebt, verlobt, verzaubert
Ein Weihnachtsroman, der meinen Geschmack leider gar nicht getroffen hat. Viele peinliche Szenen die lustig sein sollen, viel zu turbulent, viel zu vollgestopft. Es erinnert mich an diese typisch deutschen Weihnachtsfamilienkomödien (ich schätze, mit einer Verfilmung ist zu rechnen), und die mag ich so überhaupt nicht.

Gerade lese ich „Ein irisches Weihnachtsfest“ von Patrick Taylor, scheint eine nette winterliche und dörfliche Arztgeschichte zu sein. Außerdem wartet noch „Mord auf ffolkes Manor“ von Gilbert Adair auf’s Lesen. Der Untertitel lautet „Eine Art Kriminalroman“ und ich konnte es nicht im Buchladen liegen lassen obwohl ich eigentlich gezielt auf der Suche nach einem Silvesterkrimi (den ich auch bekommen habe: Patricia Cornwell, Trübe Wasser sind kalt) war.