Strikt subjektive Meinungen zu privater Lektüre

Dünne Bücher

Momentan bevorzuge ich dünne Bücher im Bereich von höchstens 250 Seiten, am liebsten so um die 180 Seiten. Aber keine Kurzgeschichten, es soll schon ein Roman sein. Man hat halt so seine Launen.

Das bedeutet, dass ich gerade eine etwas unkonventionelle Art habe, meine Lektüre auszusuchen: ich streife in der Buchhandlung an den Regalen entlang und greife nach jedem Buch mit schmalen Einband. Auf diese Art ist mir bereits ein „Silvesterbuch“ für heuer in die Hände gefallen.
Eine spannende Sache.

Aber ist euch schon aufgefallen, wie wenig dünne Bücher (bei Taschenbüchern scheint’s nochmal weniger zu sein als bei Hardcovern) in den Buchhandlungen angeboten werden? Ich habe jetzt keine systematische Untersuchung gemacht, es ist lediglich eine Beobachtung. Ist das Buchhandlungs-Auswahlpolitik, oder entscheiden sich die Verlage lieber für Umfangreicheres? Weiß da jemand Bescheid? Vielleicht auch über die Gründe?

Viele der dünnen Bücher sind zudem eher dem anspruchsvollen Bereich zuzuordnen, Jelinek zB. Oder eben die Klassiker. Nur, das will ich momentan überhaupt nicht. Ich will Oberflächliches, Unterhaltendes, Kurzes. Schwer zu finden, was ich seltsam finde.

Ich bin ja nun nicht gerade der Normleser. Die meisten Menschen lesen wenig. Ich gehe davon aus, dass, wenn sie mal Lust auf Lektüre haben, genau das gewünscht wird, was ich gerade suche: leicht und kurz, bloss nicht anstrengend. Eigentlich müssten die Buchhandlungen von solchen Büchern überquellen, oder?

Statt dessen: Dicke Schinken. Fantasy unter 400 Seiten? Kaum zu kriegen. Chick-Lit – eher nicht unter 300 Seiten (außer Gaby Hauptmann, so meine Erfahrung). Krimis fangen meist auch erst mit 250 Seiten aufwärts an. Über die historischen Schwarten sag ich nichts, die lese ich eh fast gar nicht, aber die sind doch eher superdick.

Könnt ihr mir vielleicht dünne Taschenbücher empfehlen? Genre egal, Hauptsache, die Lektüre ist nicht anstrengend.

Kommentare zu: "Dünne Bücher" (6)

  1. “Die Kannibalen von Candyland” ist erschreckend dünn (gerade für den Preis).
    Ansonsten mochte ich “Chronik eines angekündigten Todes” gern und Toni Morrison hat einige dünne Bücher herausgebracht. Mein liebstes dünnes Buch: “So lonely” von Per Nilsson, allerdings auch schon seit ich 12 Jahre alt bin – keine Ahnung, ob es mich heute auch noch so begeistert hätte.

  2. Das ist eine interessante Frage, denn eigentlich sollten die Bücher ja dünner werden, wenn die Leute weniger lesen.
    Ich habe gehört, daß der Trend zu den dicken Büchern aus Amerika kommt und durch das Internet bedingt ist, denn dadurch kann man ja gut recherchieren und leicht Kapitel an Kapitel, Geschichte an Geschichte reihen.
    Wahrscheinlich liest sich der neue Franzen oder der neue Ken Follet auch sehr leicht und wahrscheinlich steht der Autor unter dem Erfolgsdruck immer mehr zu schreiben.
    Daß die Verlage, das dann fördern, ist tatsächlich ein wenig seltsam, denn wenn ich den ganzen Winter mit einem Wälzer beschäftigt bin, lese ich kein zweites Buch, könnte man meinen.
    Aber wahrscheinlich kaufen die Leute die Bücher trotzdem, wie die Verlage ja auch behaupten, daß das Geschäft ganz gut geht.
    Da fällt mir ein, daß Sie einmal geschrieben haben, daß Sie mit den kleinen books to go auch nicht zufrieden sind.
    Wahrscheinlich ist es doch der Leistungsdruck, es muß ein dicker Wälzer sein, sonst ists nichts wert. Die Bücherblogger notieren ja auch immer die Seiten auf, die sie gelesen haben.
    Beim Bücherschrank findet man aber immer wieder sehr dünne Bändchen. Die Fischer und die rororo Krimireihen sind, glaube ich, auch nicht so dick.

  3. Nachdem ich schon einige Regionalkrimi-Rezensionen auf dieser Seite gelesen habe – wie wäre es mit “Teufelsstimmen” (Wachaukrimi, Verlag Federfrei – eben erst erschienen). Hat knappe 200 Seiten. Bin zwar die Autorin und deshalb nicht ganz unvoreingenommen, aber vielleicht passt er ja ins “Beuteschema”.

    LG
    Lisa Gallauner

  4. kaesewuerfel schrieb:

    >> es muß ein dicker Wälzer sein, sonst ists nichts wert <<
    Das ist genau das, was ich vermute. Ich höre oft: Waaas?! Sooo teuer?!? Für so ein dünnes Buch?!?! (Das Buch ist minimum 350 Seiten dick, und handelt – mal wieder – von irgend sonem Vampir). Oder auch: Wann kommt denn der neue Follett als Taschenbuch? Wenn ich dann antworte, das dieser erst erschienen ist und nicht unter 1,5 Jahre damit gerechnet werden kann, als Taschenbuch zu erscheinen, dann sind die nachgerade beleidigt. Die leute wollen kein Geld für dünne Bücher ausgeben, da zählt einfach die Masse.

  5. Ein knackiger, spannender und amüsanter Thriller (104 Seiten)
    für “zwischendurch”.

    “Funkmanns Dementi” von (mir) Michael Krupp
    s. http://www.krupp-andernach.de

    In Onlineshops und im örtlichen Buchhandel erhältlich

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