Thomas Askan Vierich: Blutgasse

Ich habe gerade auf einer Fortbildung gelernt, wie wichtig die Einleitung und der Abschluss sind. Es ging zwar um Präsentationen, das kann man aber sicher auch auf Blogs übertragen.
Natürlich sollte die Einleitung zum Thema passen – was sie hier nicht im mindesten tut. Ich versuche lediglich, euch schonend darauf vorzubereiten, dass ich keine Lust habe, eine Inhaltsangabe wiederzukäuen.

„Blutgasse“ ist ein Wien-Krimi. Die Blutgasse gibt es wirklich, auch die anderen Schauplätze findet man mühelos auf dem Stadtplan. Vierich weicht kaum von den üblichen Touristenrouten ab und lässt wenige Klischees aus. Auch sonst bin ich auf viel Bekanntes gestoßen, sei es aus der Presse, sei es aus anderen Wienkrimis. Baulöwen, die ständig in den Gesellschaftsspalten präsent sind, Bauskandale, Vorurteile gegen Deutsche, genüssliches Essen, Familienkonflikte, und als ob das alles nicht genug wäre, auch noch ein Ausflug in die österreichische Geschichte der Nazizeit. Viele Rezensenten haben gerade diesen Teil gelobt. Für mich war das zuviel. Schon wieder dieses Thema in der Unterhaltungsliteratur, fast in einem Atemzug mit der Kritik an der Bussi-Bussi-Gesellschaft. Trivialisierung des Grauens bereitet mir einfach Unbehagen.

Fazit: ein überladener Krimi, bei dem der eigentliche Plot verloren geht.

Homepage des Autors
Literaturhaus (mit Leseprobe)
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Das Syndikat
Falter (im Artikel werden mehrere Wienkrimis besprochen)
Krimikiste (Podcast)

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