Strikt subjektive Meinungen zu privater Lektüre

Ja, ihr habt richtig gelesen: Hörbuch. Bis jetzt habe ich mich für Audiobooks ja nicht sonderlich interessiert. Das einzige Mal, als ich mir dachte, das könnte auch etwas für mich sein war, als ein Kollege während einer längeren Dienstreise im Zug gemütlich sein Hörbuch hörte und dabei den Ausblick genießen konnte während ich mich zwischen Lesen und Gucken entscheiden musste.

Heuer habe ich mir allerdings vorgenommen, dem Herbst-Winter-Blues keine Chance zu geben, besser auf meine Ernährung zu achten (ernsthaft mindestens fünf Obst- und Gemüseportionen am Tag essen, genug trinken, eben diese ganzen WHO-Empfehlungen) und mehr an die frische Luft zu gehen. Das funktioniert seit ein paar Wochen ganz gut, aber damit ich auch dran bleibe, kommen die Hörbücher zum Einsatz. So bin ich gleich viel motivierter, auch bei schlechtem Wetter brav rauszugehen.

Momentan experimentiere ich noch. Nicht alles ist für meine Zwecke geeignet – Ingeborg Bachmanns Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ braucht zB mehr Konzentration, das werde ich mir daheim anhören müssen. Über Tipps würde ich mich daher sehr freuen!

Wunderbar funktioniert hat aber Mary Shelly’s Frankenstein, in dieser Version (Gratis-Download). Die Sprecher sind Patrick Imhof und Thomas Dehler, beide haben angenehme Stimmen, denen ich gerne zugehört habe.

Ich kannte das Buch überhaupt nicht. Keine Ahnung, warum ich es noch nicht gelesen habe, es ist doch ein Klassiker der Horror-Literatur und Frankenstein ein Monster, das jeder kennt.

Die Geschichte: Robert Walton ist auf einer Nordpol-Expedition, auf der er auf Victor Frankenstein trifft. Letzterer erzählt ihm seine Geschichte, wie er von Ehrgeiz getrieben ein Wesen erschaffen hat. Der „Dämon“ verfolgt ihn nun, tötet seine Lieben und verlangte eine Gefährtin.

Erzählt wird zum Teil in Briefform, zum Teil von einem Ich-Erzähler. Mich hat die psychologische Tiefe überrascht und die Vielfältigkeit der Interpretationsmöglichkeiten. Shelley deutet sehr wohl an, dass Frankensteins Geschichte nicht real sein könnte, immer wieder wird beschrieben, dass Frankenstein nicht psychisch gesund sein kann. Das Monster selbst ist nicht ursprünglich böse, sondern ein Getriebener. Böse wird es auch erst durch die Darstellung seines Schöpfers, der die durchaus verständlichen Forderungen und die dazugehörigen Erklärungen als Beredsamkeit einer schlechten Kreatur abtut.
Die Moral – Warnung vor unkontrolliertem Forschen – ist zwar sehr klar erkennbar, aber nicht meine. Für mich ist der Aspekt, dass es zur Katastrophe nicht durch die Forschung an sich, sondern durch Frankensteins unkorrigierbarer Meinung, ein Monster geschaffen zu haben, kommt, wichtiger.

Ich vermute, dass ich das Buch, hätte ich es gelesen, abgebrochen hätte. Zu detailverliebt, zu umständlich, zu sehr seiner Entstehungszeit verhaftet. Vorgelesen konnte sich aber der Zauber des Textes voll entfalten.

Informatikserver
Wikipedia zum Roman
Das Meinungs-Blog
Kritik von Dieter Wunderlich zum Roman

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 29 Followern an

%d Bloggern gefällt das: