Strikt subjektive Meinungen zu privater Lektüre

Archiv für 30. September 2009

Julia Kospach: Wien. Eine Melange

„Wien – Eine Melange“ ist ein Reiseführer aus der Reihe „Oasen für die Sinne“. Schon äußerlich ist der Band sehr schön gestaltet, ein Hardcover in einem offenen Schuber, bedruckt mit ausgewählten Wien-Fotos.

Julia Kospach wählte einen persönlichen Zugang. Sie erzählt vom Vater, der in Wien als Beamter arbeitete, von der lange kränkelnden Großmutter und von Verwandten im Gemeindebau, und verknüpft dies mit allgemeinen Informationen über die Stadt. Die Kapitel sind nach Farben geordnet: das weiße Wien, das kaisergelbe Wien, das kaffeebraune Wien, das wasserblaue Wien, das grasgrüne Wien, das ziegelrote Wien und am Schluss das schwarze Wien. Am Ende der Kapitel gibt es jeweils dazupassende Rezepte. Auch ein Glossar und Quellenvermerke fehlen nicht.

Allein mit diesem Buch wird man Wien nicht erkunden können. Es ist keine Übersicht über alle Sehenswürdigkeiten (und will es gar nicht sein), es stellt ausgewählte Orte dar und gibt die eine oder andere Anregung auch für Menschen die die Stadt kennen. Geschrieben ist es in einem angenehmen Plauderton, man könnte beinahe übersehen, dass die Autorin sehr wohl recherchiert hat und viele Informationen völlig unaufdringlich einfließen lässt.

Dass ich eine Schwäche für Wien-Bücher habe, ist regelmäßigen Lesern meines Blogs ohnehin wohlbekannt. Kospachs Buch gehört eindeutig zu jenen, die mir besonders gut gefallen. Es ist lebendig, mit diskretem Schmäh, voller kleiner Anekdoten, unauffällig informativ, aktuell (da frisch erschienen), ohne Arroganz, Besserwisserei und Angeberei, kurz ein Buch für Menschen, die Wien mögen.

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Julia Kospach beim “Perlentaucher”

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