Volker Klüpfel/Michael Kobr: Rauhnacht. Kluftingers neuer Fall

Ein Rezensionsexemplar sollte man natürlich auslesen. Aber es tut mir leid, das ist hier einfach unzumutbar. Seit drei Tagen quäle ich mich mit dem Buch, und ich bin erst auf Seite 126.

Der Inhalt: Kluftinger macht samt Ehefrau und dem Ehepaar Langhammer einen Kurzurlaub in einem Wellnesshotel, in dem ein Live-Kriminalspiel stattfinden soll. Allerdings stirbt einer der Hotelgäste wirklich, und Kluftinger muss sich um die Klärung bemühen. Ohne Hilfe, da das Hotel eingeschneit ist und kein Kontakt zur Außenwelt herstellbar.

Ein klassischer Krimi-Plot also. Ein Plot, der durchaus seine Möglichkeiten bieten würde – das haben schon viele Autoren, zuletzt etwa Nora Miedler mit „Warten auf Poirot“, gezeigt.
„Rauhnacht“ ist aber vor allem eines: gähnend langweilig. Nichts, nichts, nichts passiert, minutiös wird jeder Schritt, jedes Wort, jeder Gedanke von Kluftinger erzählt, Handlung kann man das kaum nennen. Ich langweile mich entsetzlich beim Lesen, aber das Schlimmste: es interessiert mich nicht im Geringsten, wie die Geschichte ausgeht.

Dazu kommt, dass mir Kluftinger sehr unsympathisch ist. Sein Geiz, sein Widerwillen, etwas anderes als das Gewohnte zu essen oder zu trinken, seine Macho-Spielchen mit Langhammer (den ich auch nicht mag, aber so, wie Kluftinger ihn als Sündenbock benutzt und ihm ständig Fallen stellt, muss ich fast auf seiner Seite sein).

Wieso die Kluftinger-Bücher ein solcher Erfolg sind, erschließt sich mir nicht. Immerhin kann ich aber als positiv anführen, dass man auch als Nicht-Kluftinger-Leser der Handlung in seinem fünften Fall problemlos folgen kann. Keine Sorge, es wird genug erklärt…

Fazit: ich mag die Hauptperson nicht, ich finde sie unerträglich. Und ich habe mich auf den bisher gelesenen Seiten zur Genüge gelangweilt. Es reicht.

Mehr zum Buch bei Vorablesen und auf der Kommissar-Kluftinger-Homepage.

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