Thomas Himmelbauer: Tod in Pannonien

Als ich das Buch entdeckte, war ich begeistert: ein Regionalkrimi, der im Südburgenland spielt. Toll!

Anton Geigensauer, junger Jurist im Innenministerium, soll in Güttenbach, getarnt als Mitarbeiter einer Wetterstation, zwei ungelöste Morde aufklären. Ein Jahr zuvor wurden eine slowakische Pflegerin und kurz darauf der Leiter einer slowakischen Volkstanzgruppe getötet.
Geigensauer mischt sich also unters Volk, fragt aus und sammelt Informationen. Weitere Morde kann er aber nicht verhindern – aber dann stößt er nach langen Monaten doch auf des Rätsels Lösung.

Fast hätte ich das Buch schon nach vierzig Seiten abgebrochen. Zu sehr konstruiert fand ich, dass jeder Güttenbacher ohne weiteres mit dem Fremden über die Morde, die noch dazu ein Jahr zurückliegen, plaudert. Von sich aus! Die Funktion im Text – langsames Zusammensetzen der Geschichte – ist mir zwar klar, aber die Art der Ausführung war mir doch zu holzhammermäßig. Und niemand zieht Parallelen zu den Oberwarter Romamorden? Unvorstellbar.

Weitergelesen habe ich, wirklich besser wurde es nicht. Sehr konstruiert und trotzdem sehr simpel – ja, das geht, aber das geht nicht gut. Das Wetter wird oft erwähnt, was durchaus zur Wetterstation passt, aber in der Ausführung wirkt es plump. Dazu kommen eigenartige Gedankensprünge.
Ein Beispiel (Seite 109): „Geigensauer war gegen Mittag wieder zurück in Güttenbach. Der Himmel zeigte sich einheitlich grau und die Sonnenscheibe war nur ganz zart zu erkennen. Geiegesauer war neugierig, welche Vorgangsweise man in Wien nach der Rückkehr von Drubovic beschließen würde. Er hatte genug von Würstel, Eierspeis und Fertignahrung. Die ersten selbst gemachten Palatschinken machten optisch eher einen zerfallenen Eindruck.“

Ich musste diese Passage zwei Mal lesen, zuerst dachte ich, ich hätte aus Versehen einen Absatz übersprungen. Wieso hüpft der Autor völlig unmotiviert und unerwartet zu Geigensauers Mittagessen? Keine Ahnung, aber solche Sprünge passieren öfters.

Fazit: Leider nein. Unausgegorener Plot und holprige Sprache, das macht keinen Spaß. Mein erster Reinfall mit einem Buch vom Verlag federfrei.

Auf amazon gibt e seine positive Rezension, auf der Verlagshomepage findet ihr ein paar zusätzliche Informationen.

(Erstmalig gebloggt am 24.6.09)

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2 Gedanken zu “Thomas Himmelbauer: Tod in Pannonien

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