Frauenspaziergang in Margareten

Gestern, am 5.6.2018, fand im Rahmen der Bezirksfestwochen in Margareten ein geführter Spaziergang mit Petra Unger auf den Spuren von Künstlerinnen in Wien-Margareten statt. Ich war dabei und bin immer noch hellauf begeistert.

Petra Unger ist eine hervorragende Vortragende. Sie spricht klar, deutlich und druckreif. Beeindruckend. Ebenso beeindruckend ist ihr profundes Wissen, auch zu Randthemen. Man merkt erfreut die sorgfältige Recherche und Auseinandersetzung, dennoch wirkt die Präsentation leicht und ist gut verständlich.

Bei diesem Spaziergang waren Künstlerinnen in Margareten das Thema. Begonnen wurde in der Laurenzgasse 3, dem ehemaligen Wohnort der Bildhauerin  Teresa Feodorowna Ries. Ich kannte sie nicht, allerdings ist diese Künstlerin nicht vergessen und wird auch heute noch ausgestellt. Nach der Beschreibung ihrer Marmorhexe musste ich sie googeln und finde sie hinreißend.

Die nächste Station war das ehemalige Sulkowski-Theater in der Gassergasse.  Stella von Hohenfels-Berger hat dort gespielt. Mir war neu, dass hier einmal ein Theater war. Durch den Spaziergang habe ich nicht nur von den Künstlerinnen erfahren, sondern auch viel Wissenswertes über den Bezirk gelernt. Sehr fein.

Das Hochhaus etwa wurde anno dazumal als „Prominenten-Silo“ bezeichnet. Dabei war es ein Gemeindebau! Darin gewohnt haben etwa die Schauspielerin und Volkssängerin Gretl Schörg (Film zB „Die Fiakermilli“) und die Lyrikerin Christine Busta. Sehr bedauerlich, dass es das Restaurant ganz oben mit Terrasse nicht mehr gibt – heute sind dort Büroräumlichkeiten.

In der Siebenbrunnenfeldgasse hatte Julia Dorninger ein Atelier, im Matteottihof lebte Louise Stepanik-Wolf, in der Diehlgasse befindet sich an einer Hausmauer das Wandbild Familie 1939 mit Intervention Idylle von Ulrike Lienbacher. 

Das war bei weitem nicht alles, ich möchte nur einen kleinen Eindruck geben.

Es gibt viele verschiedene Frauenspaziergänge, ich werde mit Sicherheit wieder an einem teilnehmen. Übrigens: alle Geschlechter sind ausdrücklich willkommen.

Fazit: Wunderbar! Klare Empfehlung!

 

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Doris Fleischmann: Alles was bleibt oder ein Haus in Wien

Doris Fleischmann ist eine Wiener Autorin, das vorliegende Buch ist ihr Debut-Roman.

Womit man mit verlässlich kriegt: Wien! Das Buch spielt in Wien, sogar in Margareten. Buchhändlerin! Eine der Protagonistinnen ist Buchhändlerin.

Es geht um die fünf Parteien, die in dem Haus leben, sowie um die Buchhändlerin im Erdgeschoss. Erzählt wird jeweils ein Kapitel aus der Sicht einer Bewohnerin oder eines Bewohners. Der Zeitpunkt ist April 2018, rund um das Hoffest der Hausgemeinschaft. Ach ja, und gegen Ende gibt es eine Überraschung in der Handlung. Freundlicherweise hat die Autorin auch einen Epilog im Herbst dazugefügt, wo alle Handlungsstränge sauber aufgelöst werden.

Ein schmaler Band. Kein Wort zuviel, keines zu wenig. Aber ich wäre gern noch länger in dieser Hausgemeinschaft geblieben.

Zum Murren gibt es selbstverständlich auch etwas: das auf dem Cover abgebildete Haus ist nicht das, wo die Geschichte spielt. Das Vorbild seht ihr auf dem Foto. Ich finde diese Verlagsentscheidung sehr schade, denn das Haus ist wirklich faszinierend. Und in der Realität gibt es vor dem Haus auch einen offenen Bücherkasten.

Fazit: für Margaretner sowieso eine Pflichtlektüre, für alle anderen eine Empfehlung.

Verlag

readingroom

bz

Jean-Luc Seigle: Ich schreibe Ihnen im Dunkeln

Dieses Buch war mein „Blind Date“ zum Welttag des Buches 2018. Das geht so: die Buchhandlung Anna Jeller verschenkt alljährlich zum Welttag des Buches Bücher. Diese werden hübsch verpackt, man darf sich eines aussuchen, weiß aber nicht, was im Packerl ist. „Blind Date“ eben.

Ich muss gestehen, selbst gewählt hätte ich diesen Titel nicht. Mich interessieren Geschichten über Verbrecher einfach nicht. Seit ein paar Jahren mag ich nicht einmal mehr Krimis lesen, obwohl ich sie früher verschlungen habe.

Seigle schreibt über Pauline Dubuisson. Diese Frau hat wirklich gelebt, von 1927 bis 1963. Sie wurde nach der Befreiung Frankreichs als Kollaborateurin (Pauline war die Geliebte eines deutschen Arztes gewesen) kahlgeschoren. Das „Volksgericht“ hatte sie zu Tode verurteilt, ihr Vater konnte sie aber retten.

Mit  Anfang zwanzig tötete sie ihren ehemaligen Verlobten Félix Bailly.  Ihr Vater beging daraufhin Selbstmord.

Dubuisson war die einzige Frau, für die jemals vor Gericht die Todesstrafe für ein im Affekt begangenes Verbrechen beantragt wurde. In ihrem Prozess, der erst drei Jahre nach der Tat stattfand, gab es auch „Leumundszeugen“, ihr Sexualleben wurde öffentlich ausgebreitet. Pauline wurde schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt und kam nach ein paar Jahren frei. Sie konnte ihr Medizinstudium abschließen, verließ aber Frankreich und lebte in Marokko.

1960 drehte  Henri-Georges Clouzot mit Brigitte Bardot den Film „Die Wahrheit“, angelehnt an den Prozess, aber ohne Pauline Dubuisson zu kontaktieren.

1963 nahm sich Pauline das Leben. Sie hinterließ drei Hefte mit Aufzeichnungen, die heute verloren sind. Seigle unternimmt den Versuch, diese Hefte sozusagen neu zu schreiben. Er teilt auch die Geschichte in Heft eins bis drei.

Dieses Buch ist nicht einfach, weil nichts eindeutig ist. Gut und böse verschwimmen, alles ist vielschichtig und kompliziert. Die Sprache hingegen ist poetisch und angenehm. Der Autor schafft erzählerisch sehr dichte, fesselnde Momente, wenn auch nicht durchgehend.

Seigle versucht, Dubuisson Gerechtigkeit zu erweisen. Dieses Ansinnen ist nachvollziehbar.  Ihr Prozess war (nach heutigen Maßstäben) ein Skandal. Fair trial? Nicht für diese Mörderin. Als sie Felix ermordete, war sie nach damaligen Recht minderjährig. Wie kann das Sexualleben einer Minderjährigen öffentlich ausgebreitet werden? Was hat ihr Sexualleben und ihre angebliche Kollaboration überhaupt im Mordprozess zu suchen? Das alles ist sehr widerlich und empört mich. Rechtsstaat bedeutet, dass jeder, egal was er getan hat, einen fairen Prozess bekommt. Und die Presse der damaligen Zeit wälzte das alles genüsslich aus. Widerlich.

Wie kann einem 15, 16jährigen Mädchen zum Vorwurf gemacht werden, die Geliebte eines 53jährigen Mannes gewesen zu sein? Der ihr Vorgesetzter (Pauline arbeitete im deutschen Krankenhaus als Krankenschwester) war und zusätzlich Besatzer? Welche Entscheidungsmöglichkeiten hatte sie überhaupt? Wäre der Vorwurf nicht an den erwachsenen Mann, der mit einem Mädchen Sex hatte, zu richten gewesen?

Seigle hat einen Roman geschrieben, keine Biographie. Er nimmt sich – was nicht grundsätzlich zu beanstanden ist – daher die Freiheit, Paulines Gedanken zu erfinden. Allerdings frage ich mich, was daran besser sein soll als an den Film, den er kritisiert. Auch Seigle hat nicht mit Pauline gesprochen, konnte er gar nicht mehr. Aber macht es das besser? Bemächtigt nicht auch er sich, wenn auch in guter Absicht, ihres Lebens?

Was mir wirklich, wirklich missfallen hat: die seitenlange Beschreibung der Vergewaltigungen durch die sogenannten Résistance-Kämpfern. Diese Massenvergewaltigung hat es vermutlich nicht gegeben (genauer dazu in der Rezension der NZZ). Und selbst wenn: einvernehmlichen Sex von Pauline beschreibt Seigle immer nur in wenigen Sätzen, den Gewaltexzess wälzt er aus. Muss das sein? Wozu?

Fazit: Mich hat das Buch sehr beschäftigt und berührt. Für eine Empfehlung reicht es aus den angeführten Gründen des Missfallens aber nicht.

Weitere Meinungen:

WDR

Wiener Zeitung

Gießener Allgemeine

 

 

Elena Favilli und Francesca Cavallo: Good Night Stories for Rebel Girls

100 außergewöhnliche Frauen

Ich bin enttäuscht. Richtig enttäuscht. So viele begeisterte Rezensionen, so lang bin ich um das Buch herumgeschlichen, und dann das.

Zuerst das Positive: die Illustrationen sind bemerkenswert und allein ein Grund, das Buch zu kaufen. 60 Frauen haben Portraits der außergewöhnlichen Frauen angefertigt und beeindrucken mit Kreativität und Vielfalt.

Auch die Idee zum Buch finde ich großartig. Endlich ein Buch, in dem starke, kluge, kreative, mutige etc. Frauen vorgestellt werden und nicht langweilige Dummchen und Prinzessinnen. Das ist toll! Die Portraits befassen sich mit äußerst unterschiedlichen Frauen, mit Widerstandskämpferinnen, Kriegerinnen, Piratinnen, Königinnen, Künstlerinnen,  Schriftstellerinnen, Nobelpreisträgerinnen, Sportlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen und vielen mehr. Es geht quer durch die Zeiten, von Nofretete und Hatschepsut bis zu noch heute lebenden Frauen und Mädchen. Es werden auch behinderte Frauen vorgestellt( etwa Ashley Fiolek, und Helen Keller), psychische Krankheiten (Depression bei Virginia Woolf) thematisiert und ein mutiges Transgender-Mädchen (Coy Mathis)  portraitiert.

Der Aufbau ist simpel: für jede Frau steht eine Seite Text und eine Seite Bild zur Verfügung. Eine Seite Text ist nicht viel. Mir ist klar, dass man hier Schwerpunkte setzen muss, und auch die Wahl, diese Schwerpunkte kindgerecht zu wählen, ist nicht zu beanstanden.

Jetzt komme ich zu meinem großen Kritikpunkt: die Biographien werden (teilweise – nicht in jedem Fall) zu stark vereinfacht und verkürzt, dadurch entstehen falsche Eindrücke. Ich bin der Meinung, dass man auch bei Vereinfachungen Wesentliches nicht weglassen darf. Und ich möchte nicht meine Inspiration aus falschen Vorstellungen ziehen.

Beispiele: Aung San Suu Kyi. Der Text endet mit: „Nach ihrer Freilassung gewann ihre Partei die Wahlen, und sie wurde zur Regierungschefin ernannt.“ Und weiter? Myanmar ist immer noch eine Militärdiktatur. Außerdem gehört es zu den Ländern, in denen minderjährige Mädchen unter dem ohnehin lächerlich geringen Mindestlohn für große Textilketten schuften. Davon wird nichts erwähnt, und das stört mich gewaltig.

Auch bei Evita Peron  oder Angela Merkel kein kritisches Wort. Reine Verherrlichung. Mag ich nicht.

Frida Kahlo – die Tragödien ihres Lebens enden laut dem Buch nach ihrer Hochzeit. Ich denke, das kann man so nicht stehen lassen.

Fazit: Idee und Illustrationen sind großartig, die Ausführung mangelhaft. Vereinfachung darf nicht zur Verfälschung führen.

 

 

Petra Kichmann: Lifehacks Katze. Die besten Kniffe für den Alltag

Petra Kichmann führt die Blogs Großstadtkatze und Epilepsie-Katzen. Jetzt hat sie ein Buch herausgebracht.

Das Buch ist in die Abschnitte „Rund ums Füttern“, „Sauer und gesund“, „Spiel und Spass“ und „Kuscheln & Chillen“ eingeteilt. Die Tipps sind ganz unterschiedlich, von ganz einfachen bis zu komplizierten Bastelanleitungen, Basiswissen zu den wichtigsten Katzenthemen, Rezepten bis hin zu Entspannungstipps für Katzen. Es ist also viel mehr als reine DIYs enthalten, es handelt sich um einen richtigen Katzenratgeber. Manche Sachen mache ich längst schon so, andere möchte ich gern ausprobieren.

Ein Buch wie dieses hätte ich mir vor allem in Hinblick auf das kompakte Basiswissen gewünscht, als ich selbst zur Katzenbesitzerin wurde. Was habe ich an Zeit damit verbracht, mir das nötige Wissen über gutes Katzenfutter anzueignen! Die zwei Seiten, die Petra Kichmann dazu schreibt, wären der perfekte Einstieg gewesen. Ich kann das Buch daher jedem Anfänger  nur wärmstens empfehlen.

Wie auf dem Blog sind auch im Buch alle Fotos von der Autorin selbst und zeigen ihre Katzen Katie und Lilli. Ich liebe den Blog und freue mich, nun die schönen liebevollen Fotos auch in Buchform zu haben. Und die Katzenmädels sind einfach bezaubernd!

Das Schicksal kann manchmal richtig fies sein. Katze Lilli, genannt Staunemöppel, Plums und Staubsauger, starb Anfang März (also gerade zum Erscheinungstermin des Buches) an trockener FIP. Sie wäre im Juli fünf Jahre alt geworden, also in etwa so alt wie meine Katzenbande. Und auch mein Flauschi trägt das heimtückische Virus in sich. Vielleicht hat mich deshalb der Tod einer niedlichen Katze, die ich doch nur aus Texten und von Fotos kenne und nie gestreichelt habe, so betroffen gemacht.

Zurück zum Buch: die Texte sind klar und verständlich geschrieben, die Fotos entzückend, alles Wichtige ist enthalten, dazu jede Menge an Inspiration.

Ich habe nur an zwei Punkten etwas auszusetzen, und die sind dem Verlag, nicht der Autorin, anzulasten:

Erstens das Coverbild, ausgesucht vom Verlag. Ich finde es u n m ö g l i c h, dass ein Buch, das ausschließlich Bilder von Katie und Lilli enthält, ausgerechnet auf dem Cover eine namenlose andere Katze zeigt. Ich hab das Buch gekauft, weil ich den Blog mag. Ich will die Hauptdarsteller auch auf dem Cover sehen!

Zweites: die „Literaturliste“ am Ende ist ein Witz. Reine (ok, mit einer Ausnahme) Verlagswerbung. Ich habe nichts dagegen, wenn der Verlag auch seine Bücher zum Thema bewirbt. Die Betonung liegt auf „auch“. Mich hätten echte Buchtipps interessiert, nicht Werbung. (Wenn euch meine Katzenbücher interessieren, hier die Liste.)

Fazit: die Mäkelpunkte sind zwar nervig, mindern aber nicht die Qualität. Eine Empfehlung!

Links:

Noch ein Bonus: meine eigenen Katzentipps (Ich nenne auch Produkte. Diese habe ich alle selbst gekauft und sie funktionieren für die Katzen und mich. Trotzdem: Werbung!):

  • Der wichtigste: beobachte deine eigenen Katzen. Sie kommunizieren nämlich sehr deutlich mit ihren Menschen, auch wenn es Zeit braucht, sie zu verstehen. Hör auf deine Katzen (also, nicht immer. Die Leckerlie-Zuteilung zB sollte dringend in deinem alleinigen Entscheidungsbereich bleiben. *g*)! Ein Beispiel: ich dachte immer, man solle Tiere beim Fressen nicht streicheln. Allgemein stimmt das ja, aber nicht bei Flauschi. Der möchte das. Ich hab lange an meiner Wahrnehmung gezweifelt, aber er fordert Streicheln beim Fressen klar und deutlich ein. Also mach ich es. „Mein“ Tierschutzverein hat mir auch bestätigt, dass gerade ehemalige Shelterkatzen das gern mögen. Katzen können übrigens beim Fressen schnurren. Charly findet das Streicheln beim Fressen auch gut, will es aber nicht so dringend. Für Bianka ist es indiskutabel.
  • Katzentoilette: Petras Vorschlag ist, Aufbewahrungsboxen zu benutzen. Die üblichen Katzenklos sind nämlich – gerade für meine großen Kater – zu klein. Ich verwende schon länger „Unterbettaufbewahrungsboxen“, die sind nämlich groß genug und flach genug, dass man sie ohne „Umbauten“ verwenden kann.
  • Trinken: Meine Katzen trinken tatsächlich problemlos. Bianka war meine erste Katze, sie lehnte das Wasserschüsselchen ab und trank aus einem Wasserkrug, den ich als Gießkanne für die Blumen benutzte. Also bekam sie den Wasserkrug (immer noch das liebste Trinkgefäß meiner Katzen). Einen kleinen Wasserpool zum Abkühlen für die Pfötchen nutzten die Katzen überhaupt nicht zum Spielen (sie guckten den Robofischen begeistert zu, weiter nichts.), aber sie tranken daraus. Ich habe meine Lehren gezogen: sie wollen große Trinkgefäße. Haben sie jetzt, in jedem Raum stehen Blumenübertöpfe mit Wasser. Das hat auch einen sozialen Zweck: eine Katze, die einer anderen auflauert, kann, wenn die andere grad nicht spielen will, einfach so tun, als wäre sie eh nur unterwegs zum Wasser gewesen. Passiert regelmäßig. 😉 Ich wechsle das Wasser nicht in allen Gefäßen täglich, nur in zwei oder drei. Es steht also immer auch abgestandenes Wasser zur Verfügung. Manchmal wollen die Katzen nur frisches, manchmal nur abgestandenes, ich hab noch kein Muster erkennen können.
  • Kartons: die Miezen bekommen immer die Kartons. Ich räum sie halt ein paar Tage später weg. Besonders beliebt sind die flachen Bücherkartons, die werden leidenschaftlich zum Kratzen benutzt.
  • Spielzeug: Damit die Wohnung nicht völlig im Spielzeug untergeht, räume ich immer einen Teil weg. Alles, was sonst so herumfliegt an Bällchen und Mäuschen, werfe ich in zwei Schachteln (eine im Vorraum, eine im Wohnzimmer). So stolpere ich nicht ständig darüber, und die Katzen holen sich selbständig, was sie wollen. Rausfischen ist ja auch schon ein Spiel.
  • Spielzeug – Produkte: Bianka spielt wild, mit Krallen und Zähnen. „Biankatauglich“ ist daher wichtig, ich hab keine Lust, etwas zu kaufen, das in fünf Minuten zerlegt ist. Was wunderbar funktioniert, sind die amerikanischen Spielsachen: Boinks Bamboozler , Kitty Boinks, Federwedel Crinkle Dancer (der einzige Federwedel, den Bianka nicht innerhalb von Minuten tötet. Sie liebt ihn heiß und spricht auch mit ihm.), Cat Dancer, Katzenangel Cat Charmer. Ganz toll sind weiters die mit Baldrian UND Katzenminze gefüllten Schlangen vom Kleinen Katzenkaufladen.
  • Spenden: Ich bestelle das meiste Katzenzeugs. Der Tierschutzverein, der mir meine Katzen vermittelt hat (Die Pfotenretter), ist in mehreren Programmen vertreten, etwa bei gynny.de oder amazon smile. Wenn man bestellt, geht eine kleine Spende an den Verein. Ich achte darauf,  diese Links zu benutzen.
  • Katze beruhigen: in leichten Fällen ist – neben der Petra empfohlenen Musik – Vorlesen eine gute Möglichkeit. Die Katzen mögen das. Wenn es kritischer wird, zB zu Silvester, stecke in den Feliway-Zerstäuber an. Er  enthält synthetisch hergestellte Pheromone, bei uns sorgt das für merkbare Entspannung.
  • Kratzbaum: Ein Kratzbaum muss stabil sein, eh klar. Je dicker der Durchmesser des Stamms, umso besser. Unserer hat einen Durchmesser von 28 cm und ist super! Die Katzen haben ihn auf der Stelle geliebt (glücklicherweise). Auch hier habe ich vorher beobachtet. Der kleine Kratzbaum hat zB eine Höhle, die so gut wie gar nicht benutzt wird. Der große Kratzbaum hat daher keine, dafür große Liegeflächen, auf denen auch die Kater ausgestreckt liegen können.
  • Katzensitter: Plant gaaanz viel Zeit für die Suche ein! Ich hab auf einem Tiersitterportal inseriert und Zuschriften bekommen, die mich verzweifeln ließen. Zitate: „Wenn Sie keine Zeit haben mit ihrem geliebten Tier Gassi gehen, würde ich mich sehr freuen, Ihnen die Arbeit zu entnehmen.“ (Ich fürchte, Flauschi will nicht Gassi gehen. Die Tiger könnten interessiert sein.) oder  “ Ich bin offene, zuverlässige und freundliche Person und habe ich persönliche Erfahrung als registrierte Hündezüchterin in meinem Heimat.“ (Doch, ich hab Katzen geschrieben) oder „Erfahrungen: ich bin quasi mit drei Katzen im Haushalt aufgewachsen, besitze zur Zeit eine Katze,“ (EINE Katze? Ich fürchte, hier mangelt es an Grundwissen). Ich bin der Meinung, dass Katzensitting über längere Zeit einen Freundschaftsdienst übersteigt. Lieber ist es mir, eine Freundin kommt zusätzlich zum Katzensitter wenn sie Zeit hat. Für die Wiener verrate ich auch meine Katzensitter, die ich guten Gewissens weiter empfehlen kann, weil sympathisch, verlässlich, individuell (es wird vorher genau abgefragt, was ich haben möchte und was nicht), den Katzen geht’s gut: katzensitting.at

His Dark Materials Lektüre 2017/18

Zum Abschluss des nochmaligen Lesens von „His Dark Materials“ möchte ich einen Tag machen.

Die Fragen:

1.Welche Ausgabe der Bücher besitzt du? Brutal gemischt: „Der goldene Kompass“ und „Das Bernsteinteleskop“ als Carlsen-Taschenbuch, „Das magische Messer“ als Heyne-Taschenbuch (grässlich hässliches Cover!), „Über den wilden Fluss“ als Carlsen-Hardcover.

2.Welches ist dein Lieblings Buch? „Über den wilden Fluss“ – mir gefällt, dass hier die  Dæmonen aktiver sind und stärker ausgearbeitet.

3.Wer ist dein Lieblings Charakter? Die Hexe Serafina Pekkala. Sie ist klug, schön, loyal… und sie kann fliegen!

4.Wie würde dein Dæmon aussehen? / Was für ein Tier wäre er? Mein Dæmon wäre ein Tigerkater mit weichem, silbrigen Fell. Etwas anderes als eine Katze ist unvorstellbar. 😉

5.In welcher der Welten würdest du am liebsten leben? Schwierig. Lyras Welt ist schon interessant, aber sie ist mir zu frauenfeindlich. Ich würde gerne zwischen den Welten reisen können, aber in meiner bleiben. Und wir führen die Dæmonen ein! (Man merkt, wie hingerissen ich von dieser Idee bin.)

6.Welchen Gegenstand würdest du dir aussuchen? Das Alethiometer, das magische Messer oder das Bernsteinteleskop? Das Alethiometer, samt Lyras Fähigkeit, damit umzugehen.

7.Hast du die Zusatz Geschichten gelesen? Lyra’s Oxford, Once Upon a Time in the North or The Collectors. Ich besitze „Lyras Oxford“, finde die Aufmachung auch schön, aber bin sonst nicht wirklich begeistert davon.

8.Wie sind deine Erfahrungen mit den Büchern? Wann hast du sie gelesen, hast du sie schon öfters gelesen usw. Das war jetzt die zweite Lektüre, angestoßen durch die unerwartete, erfreuliche Fortsetzung. Beim zweiten Mal lesen fand ich die Geschichte sogar noch besser. Und ich freue mich auf die angekündigten zwei weiteren Bände.

Gefunden habe ich den Tag hier: YouTube

Das dort verlinkte „Ursprungsvideo“ scheint leider gelöscht zu sein.

 

Herta Müller: Vater telefoniert mit den Fliegen

Herta Müller macht auch Collagen. Textcollagen. Wundervolle Textcollagen.

Die Texte wirken sehr einfach: einzelne ausgeschnittene Wörter, sorgfältig auf einer Linie arrangiert und geklebt, dazu ein Bild. Man kann versuchen, das nachzumachen, wird aber scheitern (na gut, ICH bin gescheitert). Das ist hohe Kunst, hinter der sehr viel System steckt.

Herta Müller schneidet einzelne Wörter aus Zeitschriften und Zeitungen aus und sammelt sie in „Wortschränkchen“. Alphabetisch geordnet, auch nach einzelnen Kategorien wie Eigennamen sortiert. Die Autorin beschreibt ihre Vorgangsweise auf ihrer Website genauer.

Diese paar zusammengeklebten Wörter ergeben kleine Geschichten. Geheimnisvolle Geschichten, faszinierend und anziehend.

Beschreiben fällt schwer. Das muss man sehen und lesen. Eine dringende Empfehlung, dies auch zu tun!

Links:

Frankfurter Rundschau: Ein Wort kann uns Halt geben und vernichten.

Zeit online: „Ihre Sätze machen mich froh“

Perlentaucher

Wikipedia

focus online (Buchrezension)

falter.at (Buchrezension)