Strikt subjektive Meinungen zu privater Lektüre

Wieder öffentlich

Ok. LeseLustFrust ist wieder öffentlich lesbar. Mehr nicht.

Ich mag noch immer nicht zu dem, was aus den Bücherbloggern wurde, gehören. Ich distanziere mich deutlich von der verlängerten, kostenlosen Verlagswerbung, die sich als unabhängige, individuelle Meinung ausgibt. Ich verstecke nur nicht mehr, was ich jahrelang geschrieben habe.

Ich lese noch immer leidenschaftlich gern, ich habe meine Liebe zu Geschichten niemals verloren. Vielleicht teile ich es auch wieder mit anderen. Noch immer ungewiss… und ein herzlicher Gruss an all jene, die sich dem Einheitsbrei verweigern.

Elisabeth geht.

Das war’s. Ich verabschiede mich. LeseLustFrust ist ohnehin schon seit einiger Zeit ein halbtotes Blog weil mir die Lust fehlt. Dies ist konsequenterweise der Schlußstrich.

Ich möchte nicht mehr über die Bücher, die ich lese, schreiben. Ich möchte keine Lesestatistik mehr führen. Ich möchte, nach jahrelanger öffentlicher Lektüre, wieder privater lesen. Und dass mir der Weg der Bücherblogger nicht gefällt, ist auch keine Neuigkeit.

Macht’s gut!

Lesestatistik Mai 2011

Wieder mager. Wenig gelesen, dafür war ich viel draußen und bin sehr viel gelaufen. Unglaublich, wie gern ich momentan laufe!

Außerdem war ich sehr beschäftigt damit, meine Sommergarderobe zusammenzustellen und einzukaufen. Vom Vorjahr passt mir überhaupt nichts mehr.

Gelesen & Gehört:
Veit M. Etzold, Das große Tier (Hörbuch)
Heinz Heger, Die Männer mit dem rosa Winkel, 179 Seiten
Ute Engel, Eine Nacht im Ritz, 279 Seiten
Maxime Chattam, Alterra – Die Gemeinschaft der drei (Hörbuch)
Marcus Rafelsberger, Wienerherz, 334 Seiten
Jane Kirby, Diät für Dummies, 265 Seiten
Bielefeld & Hartlieb, Auf der Strecke. Ein Fall für Berlin und Wien, 359 Seiten
Thomas Himmelbauer, Tod im Gymnasium, 203 Seiten

Abgebrochen:
Gitty Daneshvari, Prinzenrolle, auf Seite 123

Aktuelle SUB-Höhe: 12 Bücher

Ich lese gerade:
Nicolas Dickner, Nikolski
Thomas Raab, Der Metzger geht fremd
Kitz & Tusch, Ich will so werden wie ich bin

Ich höre gerade:
Jostein Gaarder, Die Frau mit dem roten Tuch

Maxime Chattam: Alterra. Die Gemeinschaft der drei (Hörbuch)
Gelesen von Timmo Niesner
Echt? Das gefällt so vielen? Das darf doch nicht wahr sein! Hier ist nichts, aber schon gar nichts kreativ oder originell. Eine Geschichte wie ein Quilt. Dazu die Brutalität, die ich für ein Jugendbuch eindeutig zu heftig finde.
Warum ich’s mir zu Ende angehört habe? Weil mir erstens die Art zu Lesen von Timmo Niesner gefallen hat. Und zweitens: hey, ich hör mir ja auch gemeinsam mit meiner Nichte die drei Fragezeichen an.

Jane Kirby: Diät für Dummies
Jetzt ist es auch wieder gut mit den Diätbüchern. Ich bin fertig mit dem Abnehmen, jawohl. Und heftig dabei, zu lernen, wie man normal isst… aber das ist eine andere Geschichte. Ich mache gute Fortschritte, und das, was in diesem Buch erklärt wird, weiß ich alles längst. Umsetzen, ausprobieren, lernen, meinem Körper zu vertrauen muss ich selbst.

Thomas Himmelbauer: Tod im Gymnasium
Von Himmelbauers ersten Krimi, “Tod in Pannonien“, war ich nicht sonderlich begeistert. Von diesem auch nicht. Ein bissl sperrig, ein bissl plump, dennoch ein gewisser Charme. Spielt in Wien, ein sicherer Köder für mich.

Bielefeld & Hartlieb: Auf der Strecke. Ein Fall für Berlin und Wien
Oho, das zweite Buch dieser Saison, das in Berlin und Wien spielt (das andere, das ich kenne, ist Doris Knechts „Gruber geht“.) Neue Mode? Kann man gelten lassen.

Bei „Hartlieb“ handelt es sich übrigens um die Buchhändlerin Petra Hartlieb. Es hat mich außerordentlich neugierig gemacht, wie eine gute Buchhändlerin schreibt.

Der Krimi ist ganz ordentlich geworden. Spannend, nicht allzu vorhersehbar, mit gut dosiertem Lokalkolorit. Natürlich spielt Literatur eine Rolle, es wird nicht nur ein Autor ermordet, auch die Frankfurter Buchmesse kommt vor.
Einziges Manko: warum die beiden Protagonisten sich zueinander verhalten wie sie es tun, erschliesst sich mir nicht ganz. Für mich ist das nicht sorgfältig genug ausgearbeitet.

ICH bin ja gerade sogar zu faul, kurze Kommentare zu den gelesenen Büchern zu tippen. Diese Woche mach ich’s noch. Ganz sicher. Bestimmt. Auf jeden Fall.
Andere Wiener Blogger hingegen sind höchst aktiv und haben gute Ideen. Einerseits hat Chamy ein Wiener Bloggertreffen für den 18. Juni angekündigt. Mal sehen, ob ich Zeit habe, interessant wär’s schon.

Das zweite Projekt, auf das ich hinweisen möchte, finde ich äußerst faszinierend. Es basiert auf diesem Textschnippsel:

“90 Prozent der Bewohner Wiens benutzen ihre Stadt nur zu circa fünf Prozent. Wenn man Mal auf einem Stadtplan für vier Wochen seine Wege einzeichnet, die man täglich so zurücklegt, sieht man diese fünf Prozent deutlich, und die sehen dann wahlweise aus wie ein Wollknäuel oder das unter Drogeneinfluss gebügelte Hemd bzw. das gesponnene Netz einer Spinne”
Das staubige Wien von Tex Rubinowitz

(Hmmm…den Titel habe ich aus den Blogbeiträgen kopiert. Ich vermute aber, dass es sich um „Das staubige Tier. Über Wien und unter Wien“ handelt.)

Einige Bloggerinnen, darunter Kathmography und h.anna, werden genau das machen: vier Wochen lang die Wege, die sie per Fahrrad oder zu Fuß durch die Stadt unternehmen, auf einem Stadtplan einzeichnen und dann veröffentlichen.

Ich bin schwer begeistert, was man aus Literatur in einem Blog machen kann. Chapeau, meine Damen!

Beteiligen werde ich mich trotzdem nicht, zumindest nicht hier im Blog. Ich habe zu große Bedenken, meine täglichen Wege so öffentlich zu machen.

Beim Vorgängerband Menschenteufel habe ich mich vor dem Cover wirklich gegruselt. Und dennoch angekündigt, dass ich mir weitere Bände rund um die Ermittler Freund und Petzold ganz bestimmt kaufen werde.

Das habe ich natürlich gemacht. Ein bisschen skeptisch, der zweite Band einer Reihe ist doch „gefährlich“, vor allem, wenn der erste gefallen hat. Da könnten die Erwartungen zu hoch sein.

Erster Pluspunkt: das Cover ist zwar weniger originell (ein Detailbild vom Stephansdom, wenn ich richtig liege.), aber eindeutig hübscher.

Die Story:
Ein Wiener aus reicher, einflussreicher Familie begeht Selbstmord. Freund glaubt nicht ganz daran und ermittelt. In der Welt der Reichen stimmt natürlich so einiges nicht, Journalisten werden angegriffen und Freund muss sich sogar mit internen Ermittlungen gegen sich selbst auseinander setzen.

Sehr spannend. Faszinierend, wie Rafelsberger mit den Erwartungen des Leser spielt, sie gekonnt enttäuscht und dann doch wieder aufnimmt. Ich will nicht zuviel verraten, deswegen kann ich’s nicht konkreter beschreiben.
Wien spielt auch wieder eine Rolle, hier gilt das, was ich schon für „Menschenteufel“ gesagt habe.

Fazit: Wieder ein toller Krimi. Den Vorgängerband muss man mE übrigens nicht unbedingt kennen um an der Lektüre Freude zu haben.

Verlagshomepage

Books for Japan

Eben im Newsletter der Stadtspionin entdeckt: die 87. Japan-Spendenaktion. Diesmal ein Bücherflohmarkt (13.-15. Mai) im Museumsquartier, aber was für einer. Schaut euch mal die Liste der Verlage, die Bücher gespendet haben, an:

Amalthea, Wien; C.H. Beck, München, Böhlau, Wien; Brandstätter-Thiele, Wien, Braumüller, Wien, Czernin, Wien; Diogenes, Zürich; Dorling Kindersley, München; Droemer Knaur, München; Echomedia Buchverlag, Wien; Eichborn, Frankfurt; S. Fischer, Frankfurt; Folio, Wien; Gmeiner, Meßkirch; Haymon, Innsbruck; Hoanzl, Wien; Hoffmann und Campe, Hamburg; Jung und Jung, Salzburg; Kiepenheuer & Witsch, Köln; Kosmos, Stuttgart; Kremayr&Scheriau-Orac, Wien; LangenMüller-Gruppe, München; Picus, Wien; Piper, München; Random House-Gruppe, München; Residenz, St. Pölten; Rowohlt, Hamburg; StyriaBooks, Graz; Taschen, Köln; Ueberreuter, Wien;

Und die Bücher kosten zwischen ein und drei Euro das Stück! Ich muss da ganz, ganz dringend hin. Dabei bin ich gar kein Bücherflohmarktfan. ;-)

„Literarische Kassenkräfte“ gibt’s auch, sollte euch das interessieren.

Nähere Informationen findet ihr hier *klick*.

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