Strikt subjektive Meinungen zu privater Lektüre

Archiv für die Kategorie ‘Diät/Abnehmen’

Wie versprochen: kurz kommentiert

Maxime Chattam: Alterra. Die Gemeinschaft der drei (Hörbuch)
Gelesen von Timmo Niesner
Echt? Das gefällt so vielen? Das darf doch nicht wahr sein! Hier ist nichts, aber schon gar nichts kreativ oder originell. Eine Geschichte wie ein Quilt. Dazu die Brutalität, die ich für ein Jugendbuch eindeutig zu heftig finde.
Warum ich’s mir zu Ende angehört habe? Weil mir erstens die Art zu Lesen von Timmo Niesner gefallen hat. Und zweitens: hey, ich hör mir ja auch gemeinsam mit meiner Nichte die drei Fragezeichen an.

Jane Kirby: Diät für Dummies
Jetzt ist es auch wieder gut mit den Diätbüchern. Ich bin fertig mit dem Abnehmen, jawohl. Und heftig dabei, zu lernen, wie man normal isst… aber das ist eine andere Geschichte. Ich mache gute Fortschritte, und das, was in diesem Buch erklärt wird, weiß ich alles längst. Umsetzen, ausprobieren, lernen, meinem Körper zu vertrauen muss ich selbst.

Thomas Himmelbauer: Tod im Gymnasium
Von Himmelbauers ersten Krimi, “Tod in Pannonien“, war ich nicht sonderlich begeistert. Von diesem auch nicht. Ein bissl sperrig, ein bissl plump, dennoch ein gewisser Charme. Spielt in Wien, ein sicherer Köder für mich.

Bielefeld & Hartlieb: Auf der Strecke. Ein Fall für Berlin und Wien
Oho, das zweite Buch dieser Saison, das in Berlin und Wien spielt (das andere, das ich kenne, ist Doris Knechts „Gruber geht“.) Neue Mode? Kann man gelten lassen.

Bei „Hartlieb“ handelt es sich übrigens um die Buchhändlerin Petra Hartlieb. Es hat mich außerordentlich neugierig gemacht, wie eine gute Buchhändlerin schreibt.

Der Krimi ist ganz ordentlich geworden. Spannend, nicht allzu vorhersehbar, mit gut dosiertem Lokalkolorit. Natürlich spielt Literatur eine Rolle, es wird nicht nur ein Autor ermordet, auch die Frankfurter Buchmesse kommt vor.
Einziges Manko: warum die beiden Protagonisten sich zueinander verhalten wie sie es tun, erschliesst sich mir nicht ganz. Für mich ist das nicht sorgfältig genug ausgearbeitet.

Kurz kommentiert: zwei Hörbücher & zwei Leseabbrüche

Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre (Hörbuch, gelesen von Andrea Sawatzki)
Ich habe schon mehrmals erwähnt, wie sehr ich Ffordes Thursday-Next-Bücher, diesen unglaublichen Ideenreichtum plus literarischen Anspielungen, liebe. Statt Band eins nochmals zu lesen habe ich ihn mir angehört. Und bin zu meiner großen Überraschung sehr enttäuscht. Sawatzki liest perfekt, und doch: der Zauber stellte sich nicht ein. Keine Ahnung, was hier nicht stimmt, aber das Hörbuch ist ein echter Flop für mich. Hätte ich es zuerst gehört, hätte ich Band zwei sicher nicht gelesen.
audiobooks.at
CLH-Board

Sophie Kinsella: Fast geschenkt (Hörbuch, gelesen von Maria Koschny)
Das also ist die berühmte Becky Bloomwood. Ich fasse es nicht! Eine Geschichte, die nur aus Einkaufen, Einkaufen, Einkaufen besteht. Das gefällt wirklich so vielen? Ich hab sicher nichts dagegen, wenn die Protagonistin gelegentlich Shoppen geht, aber Becky tut ja gar nichts anderes! Erstaunlich ist lediglich, dass ich es mir zu Ende angehört habe und mich eigentlich ganz gut unterhalten fühlte.
Das Ende finde ich derart unbefriedigend, dass ich nachsah, ob ich nicht vergessen habe, eine CD zu überspielen. Hatte ich nicht.

Sophie Kinsella: Vom Umtausch ausgeschlossen
Da mir das Hörbuch unerklärlicherweise gefiel, habe ich das BookCrossing-Buch von meinem SUB gefischt. Ich wollte wissen, ob mir die Geschichte auch als Buch zusagt. Tut sie nicht, überhaupt nicht. Nach drei Kapiteln bin ich genervt und gelangweilt, daher Leseabbruch auf Seite 70 von 476. Vierhundert weitere Seiten mit Becky mute ich mir nicht zu.
Libromanie
New kid on the Blog

Bernd Stelter: Wer abnimmt, hat mehr Platz im Leben
Ich kenne Bernd Stelter nicht. Mich interessiert er nur als abnehmender Mensch, deswegen habe ich das Buch gekauft.
Das ist allerdings außerordentlich langweilig. Bernd Stelter kauft Laufklamotten, Bernd Stelter läuft, Bernd Stelter fährt auf Urlaub, Bernd Stelter ist auf Tournee,… fad, fad, fad. Wohl nur für Fans geeignet.
Leseabbruch auf Seite 97 von 220.
crazytoast.de
Kilonologie
BuchSaiten

Kurz kommentiert: Abnehmbücher

Momentan lese ich zwar wieder viel, aber ich habe keine besondere Lust zum Schreiben. Daher gibt’s wieder mal Kurzkommentare, damit ich den Überblick nicht völlig verliere. Ich beginne heute mit den „Abnehmbüchern“, die anderen sowie zwei Hörbücher folgen demnächst.

Kathrin Tsainis, Dreißig Kilo in drei Tagen
Hauptperson Vicky ist mit 65 kg bei 165 cm nicht zu dick, fühlt sich aber so. Chick-lit-like ist sie single und wäre gern in einer Partnerschaft.
Die Lösung sieht sie natürlich im Abnehmen – was es ebenso natürlich nicht ist.
Zunächst fand ich es ärgerlich, dass die Protagonistin gar nicht dick ist… aber das passt schon. Darf man sich nicht wünschen, ein paar Kilos weniger zu haben? Na eben. Ansonsten ist der schmale Roman gar nicht so arg oberflächlich, denn am Ende ist Vicky weder glücklich verliebt noch dürr.
Nett zum Lesen.
Literaturschock

Kerstin Gier, Lügen, die von Herzen kommen
Typische Kerstin-Gier-Lektüre: oberflächlich, rasch konsumierbar, spritzig, turbulent, voller Klischees, absolut vorhersehbar, Lese-Fast-Food, aber unterhaltsam.
Kurz zum Inhalt: Hanna ist zu dick, single, beruflich erfolgreich. Für ihren Job recherchiert sie auf Single-Seiten und stößt so auf Boris, ihren „perfekten“ Mann. Außerdem hat sie einen neuen, äußerst interessanten Chef und jede Menge Familienprobleme.
Um Boris bei einem Treffen zu gefallen, beginnt sie eine Diät – dabei war sie bisher mit ihrer Figur durchaus zufrieden.
Ach ja, überraschenderweise wird am Ende alles gut.
Kleinbrinas Bücherblog
Mein Lese-Tagebuch
Leselust

Vivien Bronner, Schlankheitsfrust. Warum wir immer dicker werden und die Ernährungsberatung versagt
In der Einleitung las ich: „Ich vertraue Ernährungsberatern und Wissenschaftlern nicht mehr“. Autsch. Warum nur habe ich das Buch nur mittendrin „angelesen“ und das nicht rechtzeitig entdeckt?
Aber ich wurde sehr positiv überrascht: im Großen und Ganzen kommt Bronner zu ähnlichen Schlüssen wie ich. Und sie scheint Ähnliches wie ich zu erleben, die Beschreibung, wie sie mit Freunden kocht und entsetzt zusehen muss, wie gute, gesunde Lebensmittel in Fett ertränkt werden, kommt mir sehr bekannt vor.
Als Sachbuch habe ich es nicht gelesen sondern als brauchbaren und amüsanten Erfahrungsbericht, wie man sich im Ernährungsdschungel zurechtfinden kann und es hinkriegt, abzunehmen und dauerhaft schlank zu bleiben. Die Autorin hat übrigens eine Wahnsinnsfigur. ;-)
Woman
Heilmediziner

Bettina Brömme: Weißwurst für Elfen

Leseabbruch auf Seite 207 von 326

Natascha ist fett, Li ist dünn. Beide arbeiten in einer Eventagentur und können sich nicht ausstehen. Bei einem Blitzschlag tauschen sie die Körper und müssen mit dieser Situation zurechtkommen.

Das hat Potential. Von dünn auf dick und umgekehrt in Sekundenschnelle, das ist spannend. Leider hat mir die Ausführung so gar nicht gefallen…

Es beginnt schon damit, dass die beiden Protagonistinnen pure Klischees verkörpern: Natascha ist kompetent und fett, ihr gesamtes Leben dreht sich ums Essen. Li ist superdünn, wunderschön und kümmert sich ausschließlich um ihren Körper, macht strengste Diät und Sport.

Na gut, es ist Chick-Lit. Da muss man Klischees schlucken, zumal ja die Unterschiedlichkeit der beiden den Plot trägt.

Was mich allerdings schon überrascht hat ist, wie egal mir diese Personen sind. Das dürfte daran liegen, dass sie einfach zu platt sind, zu wenig lebendig über das Klischee hinaus.
Normalerweise finde ich es qualvoll, wenn die Protagonisten in peinliche Situationen kommen, diesmal nicht. War mir wurscht. Mein Gott, wenn die beiden Tussen schon mitbekommen, dass sie gegeneinander ausgespielt werden und sich noch immer nicht austauschen, kann ihnen keiner mehr helfen…

Tatsächlich abgebrochen habe ich die Lektüre, als mir endgültig klar wurde, dass BEIDE essgestört sind. Schwer essgestört. Natascha (vor dem Körpertausch) stopft derart unkontrolliert Essen in sich hinein, dass die 90 Kilo, die sie wiegt, unglaubwürdig sind. Die müsste doppelt so schwer sein! Ist das Binge Eating Disorder?
Li treibt übertrieben viel Sport und isst so gut wie gar nichts. Wie man einem so unterernährten Körper überhaupt Leistung abringen kann, ist mir ein Rätsel. Jedenfalls klingt die Beschreibung von Lis Essverhalten verdächtig nach Magersucht, ohne dass dies thematisiert wird.

Nein, keine der beiden Frauen hat auch nur ein halbwegs normales Verhältnis zur Nahrung. Das ist ganz eindeutig nicht das, was mich interessiert.

Lies & Lausch
Kleinbrinas Bücherblog

Blanca Imboden: Die Pralinen-Prinzessin

Tina war die Pralinen-Prinzessin, die dicke Frau, die begeistert köstliche Süßigkeiten kreiirte. Aber schon zu Beginn der Geschichte ist das Vergangenheit, sie hat 25 Kilo in 25 Wochen abgenommen.

Jetzt sollte doch alles gut werden, oder? Tut es natürlich nicht. Tinas Freund ist während der Diät-Phase abgehauen, eine gute Freundin verschwindet, ihren Job wird sie ebenfalls los. Stattdessen eröffnet sich ihr die Chance, für Happy Slim, das Unternehmen, das ihre Abnahme unterstützte, als Galionsfigur zu arbeiten. Dafür darf sie allerdings kein Gramm zunehmen. Wie in Chick-Lit üblich, geht’s auch in Tinas Liebesleben turbulent zu.

Turbulent ist der ganze Roman. Zu turbulent für meinen Geschmack, zu viele Nebenstränge und Details – sogar die Schweinegrippe musste mit rein!.

Über die 25 Kilo in 25 Wochen will ich mich nicht beschweren. Eher unwahrscheinlich, aber möglich. Gewundert habe ich mich aber über eine Heldin, die in einem Geschäft für Übergrößen arbeitet, ausdrücklich wegen ihres Übergewichts angestellt wurde und überrascht ist, dass für die Geschäftsführung ihr Diät-Erfolg nicht positiv ist…
Weiter gewundert habe ich mich, dass der Happy-Slim-Knebelvertrag ausführlich geschildert wird, ebenso ausführlich im Freundeskreis besprochen – und dann leichtfertig unterschrieben.
Später futtert Tina auf der Kenia-Reise was das Zeug hält und nimmt kein bisschen zu… erstaunlich, zumal hier doch mit dem Zunahme-Verbot ein Konflikt vorbereitet wurde, der dann einfach nicht ausgeführt wird.

Ich finde diese Geschichte unfertig, nicht ganz durchdacht, nicht sorgfältig ausgeführt. Die Heldin ist ein bisschen dämlich, gerade noch zum Aushalten.
Positiv ist, dass sich der Roman außerordentlich flüssig lesen lässt, man hat ihn innerhalb kürzester Zeit durch. Und natürlich die Botschaft, dass eine Gewichtsabnahme nicht automatisch dazu führt, dass alles gut wird.

Fazit: so ein himmelblaues Chick-Lit-Buch halt…

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