Auch wenn das schön langsam ein Statistik-Overkill wird, ich möchte euch etwas zeigen. Es handelt sich um die detaillierte Statistik jenes Blogposts, das bei mir im letzten Jahr die meisten Zugriffe hatte. Schaut erstmal selbst, ich erkläre danach:
Im Oktober 2009 habe ich einen kleinen Artikel mit der Überschrift ”Rezensionsexemplare” geschrieben. Es ging mir darum, offen zu legen, dass ich hier auch Bücher, die ich nicht bezahlen musste, bespreche. Eine Frage der Ehrlichkeit und Offenheit.
Dieser Artikel wurde lange Zeit kaum beachtet. Nicht verwunderlich. Verwunderlicher ist, dass seit Juli 2010 die Zugriffszahlen praktisch explodiert sind, und zwar derartig, dass er jetzt der meistgelesene im letzten Jahr ist. Nein, noch mehr: es ist überhaupt der Artikel mit den meisten Zugriffen seit ich bei WordPress bin. Eine derartige Entwicklung eines Postings habe ich bis jetzt in meinen Statistiken überhaupt noch nicht gesehen, und ich habe länger verglichen.
Die dazugehörigen Suchworte sind ebenfalls häufig verwendet:
Platz eins: rezensionsexemplar (382 mal im letzten Jahr)
Platz vier: rezensionsexemplare (227 mal)
Auf Platz 25: „rezensionsexemplare bekommen“ (82 mal)
Die individuelleren Suchanfragen lasse ich jetzt mal.
(Und ja, ich weiß, was ich hier tue. Ich blogge nicht seit gestern sondern seit August 2007. Braucht ihr noch mehr Traffic-Tipps? Bücher aus der Bestsellerliste oder Bücher, die gerade verfilmt wurden, sind immer gut. Schulische Pflichtlektüre ist ebenfalls ein Hit. Und natürlich alles, was kontrovers ist. Vergesst unbekannte Autoren, kaum beworbene Neuerscheinungen oder Geheimtipps, die interessieren nur eine Minderheit.)
In den letzten Monaten haben mehrere Blogger ihr Unbehagen darüber, wie sich die Bücherbloggerszene entwickelt, geäußert: hier , hier , hier und hier , als Beispiele.
Ich teile dieses Unbehagen. Die Statistik, die ihr oben sehen könnt, illustriert es. Geht es in den Bücherblogs nur mehr darum, Rezensionsexemplare abzustauben? Was ist seit Sommer 2010 anders geworden?
Versteht mich nicht falsch: es ist nichts dagegen einzuwenden, Rezensionsexemplare anzunehmen oder sich bei den Verlagen dafür zu bedanken (was ja auch eine Offenlegung und daher faire Information ist).
Aber was sich aktuell daraus entwickelt, nämlich ein Qualitäts- und Individualitätsverlust sowie eine erschreckende Kritiklosigkeit, das ist nicht in Ordnung. Wenn man schon wegen der kostenlosen Rezensionsexemplare zu Bloggen beginnt, dann sollte doch die Leidenschaft fürs Lesen deutlich erkennbar sein – aber ich merke nichts davon.
Ja, es könnte mir egal sein. Ist es aber nicht, denn das ist das Umfeld, in dem ich mich als Bücherbloggerin auch bewege. Ich gehöre dazu. Wenn auffällig viele Blogs nicht viel mehr als unkritische Werbung bringen, fällt das auf alle Bücherblogger zurück.
Offensichtlich bin ich – Pause hin oder her – immer noch Bloggerin, und zwar leidenschaftlich. Ich denke, ich beende hiermit offiziell die Blogpause. Die Posting-Frequenz wird sich aber vorerst, da ich momentan wenig lese, nicht wesentlich erhöhen.
Und noch eine offizielle Mitteilung: ich nehme ab sofort überhaupt und ausnahmslos keine Rezensionsexemplare mehr an. Ich kann’s mir leisten, und ich möchte mich sehr, sehr deutlich von den Abstaubern unterscheiden. Hier wird unabhängig gebloggt!

Comments on: "Bloggen für Rezensionsexemplare?" (33)
Interessant. Du bestätigst damit etwas was ich kürzlich vermutete, nämlich dass viele der Rezensionen sozusagen ‘gekauft’ sind. Damit meine ich nicht dich, sonst würde ich deinem Blog nicht folgen. Mach du nur weiter so, deine Leser werden es dir danken.
Elisabeth, schön dass du wieder da bist!
Ich stimme dir voll und ganz zu, aber das weißt du eh. Auch ich nehme (für meinen Blog) keine Rezensionsexemplare an.
Es lebe die Unabhängigkeit!
Es lebe die Individualität!
Rezensionsexemplare anzunehmen ist ja nicht das Problem, wenn es sich nicht auf die Rezensionen niederschlägt. Viele neigen aber dazu besonders euphorische Rezensionen zu schreiben, nur weil sie das Buch für lau bekommen haben. Sofern man immer noch seine Ansichten und Meinungen vertritt und das rezensiert, was man auch sonst lesen würde, sehe ich darin kein Problem.
Ich wünsche jetzt schon viel Spaß mit den Kommentaren, die du hier bekommen wirst
Interessant finde ich allerdings, dass du keine RE mehr annehmen möchtest. Unabhängig warst du doch vorher auch schon! Das hat man bei dir auch immer gemerkt.
Ich werde bestimmt weiterhin welche annhemen, denn das Problem sind nicht die RE als solche, sondern dass viele der “neuen Blogger” dazu tendieren, die Bücher zu beschönigen und auch dieses unglaublich aggressive Zelebrieren von RE (“Hach schaut, ich hab schon wieder welche bekommen, weil ich so wichtig bin!”)
Andererseits vertseh ich dich auch – das war ja bei mir u.a. einer der Gründe für meine Blogunlust: Überall alles gleich, und alle scharwenzeln um die Verlage herum wegen der RE. Damit möchte man sich ungerne in einen Topf werfen lassen.
Das was du zum zur Schau stellen der RE gesagt hast, da muss ich dir echt zustimmen. Es ist irgendwie nervig.
Ich poste selbst gar nicht zu neuen Büchern, da es irgendwie albern ist groß zu sagen – guckt mal das hab ich jetzt – und dann liegt es die nächsten drei Jahre nur rum und keiner hört mehr davon. (Kann bei mir vorkommen.)
Yiiiehaaa! Schön, dass Du wieder unter den lebenden Bloggern weilst!
Ich sehe eigentlich auch weniger das Problem in der Annahme der RE’s. Die Meinung muss stimmen.
Aber was ich am Text oben mag ist, dass Du genau das ausgedrückt hast, was mir auf der Zunge lag, aber nicht in meinen Sinn kam. Genau! Es fällt auf alle zurück, wenn auffallend viele faule Eier dabei sind! DAS ist es, was mich stört. Also neben der Tatsache, dass man sich auch wenigstens ein bisschen anstrengen sollte.
Ich selbst habe beschlossen, selbst keine RE’s mehr anzufragen; wenn sie mir jemand anbietet und ich das Buch interessant finde, dann schon. Der Rest läuft auch über Tausch und Geburtstags-/Weihnachtsgutscheine.
Ich habe auch mal geglaubt, es sei so etwas wie eine Auszeichnung, RE’s zu bekommen und war doch etwas enttäuscht, als plötzlich jeder Blog so etwas bekam, sogar die, bei denen es noch gar nichts weiter zu lesen gab.
Warum es gerade ab Sommer 2010 so stark zunahm? Ich denke, das liegt daran, dass seit dieser Zeit doch merklich die Anzahl der neuen Blogs zugenommen hat. Einige der Großseiten werden auch nicht ganz unschuldig daran sein.
Aber eigentlich ist es so wichtig dann auch nicht mehr. Irgendwann will es nur mal raus aus einem und wenn der Dampf erstmal abgelassen ist, dauert es eine Weile, bis sich wieder genug gesammelt hat
@Marcel: sag ich ja – RE an und für sich sind nicht das Problem, sondern das, was manche (lange nicht alle) daraus machen. Mich nerven ja auch andere Dinge: dass LovelyBooks der große Impulsgeber der Blogszene ist (ich finde deren Ideen schon gut, aber wenn die Inspiration nur mehr von einer einzigen Seite kommt, läuft was schief), dass (das war so eine Phase im Sommer) sogar Verlagswerbebriefe – egal, wie originell und kreativ sie sind – verbloggt werden, und nicht zuletzt der Inhalt. Ich kann, wie viele andere, manche Blogger echt nicht mehr auseinander halten. Bei guten Bloggern wäre das unmöglich.
@Maren: ach, ich glaub nicht an eine Kommentarschlacht. Für eine gewisse Leserschicht ist mein Blog optisch viel zu schlicht.
Es ist sicher nicht nötig, der Unabhängigkeit wegen auf RE zu verzichten. Mir ist nur gerade nach einem deutlichen Zeichen.
@Soleil: jaja, das mit der Auszeichnung wegen RE haben wir alle mal geglaubt und cool gefunden
Ich gönn’s den Neubloggern ja auch. Wenn sich junge Mädels ihre Lesesucht so finanzieren – warum nicht? Und eine negative Besprechung zu posten verlangt durchaus Mut, den man nicht so ohne weiteres verlangen kann. Was mir fehlt, ist eine merkbare Begeisterung, eine eigene Meinung, Individualität…
Ich habe angefangen, Bücherblogs zu lesen weil ich den Rezensionen in Foren und bei den Händlern nicht genug traute, und am Anfang konnte man sich, sobald man den Geschmack eines Bloggers kannte, auf die Rezis auch sehr verlassen. Das ist jetzt seltener geworden.
Tjo, und warum kam’s zu der Schwemme im letzten Sommer? Irgendwas muss doch passiert sein…
Meine kleine Statistik zu einem einzigen Artikel hat ja auch keine wirkliche Aussagekraft. Aber ich kann nicht anders, ich starr sie an und denk mir, dass kann’s doch nicht geben, dass die Graphik die Entwicklung derart gut illustriert.
Wurde da eine größere Seite gegründet? Gabs eine Messe? Ein größerer Chat?
DAS würde mich nämlich auch interessieren, warum es gerade zu dieser Zeit losging und nicht etwa im Winter. Obs die Ferien waren?
Ich glaube, dass die “Blogschwemme” (böses, böses Wort *g*) einerseits mit LovelyBooks zu tun hat. Viele der neuen Blogger sind auch LovelyBooker.
Andererseits sind sicher auch Twitter und Facebook “mit Schuld”. Aber genau kann ich das nicht sagen, weil ich mich diesem socializing ja bekanntlich (noch immer) verweigere.
Der Zeitpunkt im Sommer könnte durchaus mit den Ferien zu tun haben. Ich habe nämlich etliche Blogs entdeckt, denen bereits einige Wochen nach Schulbeginn die Luft ausgegangen ist. Tja, macht halt ganz schön viel Arbeit, wenn man das bloggen ernsthaft betreiben will.
Ich glaube auch, dass es mit den Ferien zusammenhängt. Momentan sind (bzw. ab morgen waren) Weihnachtsferien, da merkt man momentan auch eine Postingschwemme bei einigen Leuten.
Interessanterweise wurde ich in letzter Zeit auch öfters gefragt, wie man an REs kommt.
Ich persönlich sehe die einzige Verpflichtung in REs, dass ich die Bücher lese und das zügig. Ich bin mir und meinen Lesern schuldig, dass ich meine ehrliche Meinung dann dazu schreibe. Ich zerreiße Bücher natürlich nicht aus Spaß, aber wenns nun mal schlecht ist, dann ist es schlecht. Und ich frage auch nicht nach REs, nur weil das Buch grad alle lesen. Wenn ich auf genug Bücher hocke, schreibe ich auch keine Anfragen mehr.
Ich glaube, wenn das alle Blogger so beherzigen würde, wäre schon viel gewonnen.
Nachtrag: Ich fände es übrigens mal interessant, wenn jemand LovelyBooks kritisch beleuchten würde. Es ist ja ein knallhartes Geschäftsmodell, finanziert von paar Verlagen die “Werbeplätze” auch an andere verkaufen. Natürlich kommuniziert man nach außen, dass es einfach nur um den Spaß am Lesen etc geht.
Echt, die sind verlagsfinanziert?? Wow, das war mir auch komplett entgangen.
Ich war dort vor Jaaaahren mal länger angemeldet, da war die Seite noch GANZ neu und ne richtig kleine Klitsche. Auch vom Aufbau her anders als heute. Ich fands einfach toll wegen der Möglichkeit, den eigenen Buchbestand dort zu verwalten. Allerdings hatte ich dafür dann irgendwann eine Software, und die Diskussionsrunden dort zu den Büchern fand ich irgendwie total flach und nichtssagend. Habe mich dann dort abgemeldet, u.a. weil mir das auch einfach zu viel wurde mit den ganzen Foren, Blogs und Gewinnspielen.
Aber dass Blogschwemme & LB zusammenhängen könnten, ist ziemlich wahrscheinlich, ja.
Soweit ich weiß wird lovelybooks von der aboutbooks GmbH betrieben. aboutbooks wiederum ist eine Tochter der Verlagsgruppe Holtzbrinck.
Zu Holtzbrinck gehören u.a. der S. Fischer Verlag, der Rowohlt Verlag und Kiepenheuer & Witsch.
Richtig, da steckt Holtzbrinck dahinter. Aber diese Tatsache wird so unter dem Tisch gekehrt, dass es eben fast keiner weiß.
Ich bin da, glaube ich, damals auch nur aus beruflichen Gründen drüber gestolpert.
Hier ein Interview zum Thema:
http://www.interview-blog.de/ebusiness/wwwlovelybooksde-soll-in-funf-jahren-die-groste-buch-community-in-europa-sein-im-gesprach-mit-sandra-dittert/
Nun ist es natürlich nicht verboten, sich als Start-Up einen Geldgeber zu suchen (selbst kleine Verlage finanzieren am laufenden Band Internet Start-Ups), aber es ist schon interessant zu wissen.
[...] Leselustfrust [...]
Eigentlich wollte ich mich aus diesen Diskusionen ja heraushalten, da ich als “neuer Blogger” selbst weiß, dass ich mir bei meinem Blogstart so einige “Inspirationen” bei anderen geholt habe, wenn auch nicht wörtlich kopiert o.Ä., so schaut man zu Anfang eben doch, was die anderen so machen. Deswegen bin ich wahrscheinlich nicht wirklich ein individueller Blogger.
Ich glaube, diese “Blogschwemme”, wie ihr sie nennt, hängt eng damit zusammen, dass man 2010 immer wieder von Bücherblogs auf LovelyBooks und anderen Seiten gelesen hat. Und wenn man gerne liest und die Begeisterung teilt, denkt man sich: Warum soll ich das nicht auch einfach mal versuchen? Insofern stimme ich evi zu, dass Social Commutnities sicherlich nicht ganz unschuldig sind.
Ich persönlich lese einfach, was mir gefällt. Dass das nun ausgerechnet ins Beuteschema der “halben Bloggerwelt” fällt, finde ich vielleicht nicht toll, ist mir aber in dem Fall egal.
Den Wahn um die Rezensionsexemplare verstehe ich allerdings auch nicht, ich habe in den 5 Monaten, die ich blogge, 2 Rezensionsexemplare angenommen und zwar eines von Vorablesen und eines von TyraNyx, einem unbekannten Verlag, um diesen zu unterstützen. Und selbst da hatte ich schon das Gefühl, diese zuerst lesen zu MÜSSEN und in der Folge gar keine Lust mehr auf noch mehr REs. Ich befinde mich in der glücklichen Lage, mir meine Bücher finanzieren zu können und lese somit, wie, wann und was ich will.
Somit bleibe ich für mich selbst individuell, da ich keinem Verlag oder Mainstream nach dem Mund rede, sondern schreibe, was mir am Buch gefallen hat, oder nicht, auch wenn das auf andere nicht so wirken mag, da ich in die Blogschwemme eben hineinfalle.
Bis auf einmal habe ich nie ein Rezi-Exemplar angeboten bekommen (3 Bücher von vorablesen ausgenommen). Ich habe auch nie etwas vermisst, weil es mir selbst bei den Vorablesen-Büchern immer unangenehm war, die Bücher relativ zeitnah lesen zu müssen.
Müsste ich das dauernd machen, verlöre ich vermutlich den Spaß am Lesen.
Ich vermute, dass der Zeitpunkt im Sommer gar nicht so ausschlaggebend ist, denn die Suchanfragen sind über ein halbes Jahr lang konstant hoch geblieben.
Was sich im Sommer getan haben könnte, hab ich einfach nicht mitgekriegt. Im Juli/August hatte ich die Computerprobleme und nur das online gelesen, was mich wirklich interessierte.
Aber wenn ich von irgendeiner Community inspiriert ein Blog eröffne, warum google ich dann vorher oder irgendwann in der Anfangsphase (es müssen Anfänger sein, die Erfahreneren wissen eh, wie’s funktioniert), wie ich an RE komme?
Jasmin, dass man sich Anregungen von den anderen holt, ist völlig normal. Ich hab zB am Anfang keine Lesestatistik geführt, es hat mir aber bei anderen gefallen. Oder meine “Tipps für Bücherwürmer”, das ist eine Abwandlung von einem DIY-Projekt einer Modebloggerin.
Ebenso normal ist, dass man gelegentlich ein gehyptes Buch liest. Seltsam wird’s erst, wenn die Rezis verschiedener Blogger stilistisch nicht mehr auseinander zu halten sind und alle alles toll finden. Ich staune immer wieder, welche Mängel manche dieser Bücher haben, und kein Mensch hat sie erwähnt. Die Beautybloggerinnen kriegen es wenigstens hin, zu schreiben, dass ein Lippenstift die Lippenfältchen betont…
[...] Momentan geht es wirklich hoch her in der Bloggerszene. Heute haben sich Elisabeth von LeseLustFrust und Evi von Zwillingsleiden einmal damit beschäftigt, was momentan in der Blogwelt los [...]
Das ist mal eine ganz andere, fundierte Art, an das Thema ranzugehen! (die übrigens Posts waren auch berechtigt, aber Zahlen – so zeigt die Statistik
– werden immer nochmal ernster genommen)
Daß die Rezensionsexemplare der Renner bei den Suchanfragen war, hat mich auch gewundert, bzw. habe ich es spannend gefunden, daß es zeitlich genau in diese Weihnachtsferiendiskussion hineinfällt. Die Aufregung, die das auslöst, verstehe ich immer noch nicht ganz und denke nach wie vor, das beste Mittel gegen “schlechte Blogs” ist selbst gut individuell spannend ect zu bloggen, in diesem Sinne alles Gute und viel Spaß beim Weitermachen
Sie haben den 900. Kommentar in diesem Blog geschrieben.
Warum ich mich aufrege? Früher konnte ich, wenn jemand Bücherblogs belächelte, im Brustton der Überzeugung sagen: Das ist Quatsch. Man kann auf diese Art wunderbare Entdeckungen abseits der Bestsellerlisten machen. Viele Blogger schlagen Journalisten, die lediglich Verlagstexte publizieren, um Längen. Die Besprechungen sind individuell, dadurch, dass sie gesammelt sind, sehr gut einschätzbar und auf jeden Fall vertrauenswürdiger als die bei den großen Onlinehändlern.
Das kann ich jetzt nicht mehr so generell behaupten. Ich kann lediglich kleinlaut sagen, dass es einige sehr gute, empfehlenswerte Blogs gibt.
Und was mich persönlich enorm stört: Ich verlinke ja andere Besprechungen. Früher hatte ich oft die Qual der Wahl und musste überlegen, wen ich diesmal verlinke. In letzter Zeit (also, vor der Blogpause) war das gerade umgekehrt. Ich las mich bei manchen Büchern durch Massen an Besprechungen, die ich einfach mangels Qualität nicht verlinken konnte.
Übrigens, so am Rande: warum sagt mir keiner, dass die Zeit falsch eingestellt ist?
Sollte jetzt wieder passen.
Sei froh, dass bei dir nur nach Infos gesucht wird. Ich werde oft genug deswegen angemailt.
Gerne auch vor der Buchmesse, damit ich erklären kann, wie man Verlage am besten anspricht.
Ich hab’s an anderer Stelle ja auch schon mal gesagt: Am Anfang habe ich gedacht, dass der Erhalt von Rezensionsexemplaren für die Qualität der einzelnen Seiten spricht und war – als ich gesehen habe, dass dem nicht so ist – ehrlich enttäuscht. Eine Zeit lang war es mir sogar unangenehm, dass ich hier und da noch Bücher zugeschickt bekomme, weil ich keinesfalls den Eindruck erwecken möchte, dass ich in irgendeiner Weise gekauft bin. Ich denke aber, dass ich generell kritisch genug bin, sodass eigentlich niemand auf falsche Gedanken kommen dürfte…
Was Lovelybooks angeht: Es stimmt zwar, dass viele Impulse von dort ausgehen und hier und da mache ich bei den Aktionen (z.B. Leserrezension, Read-a-Thon oder Leserkompass) auch sehr gerne mit, auch wenn ich in der Community selbst nicht sooo aktiv bin, weil mir dazu einfach die Zeit fehlt. Bei der Themenfindung zu unseren Blogbeiträgen sind wir LB-Blogger allerdings völlig frei. Meiner persönlichen Erfahrung nach kann ich hier also nicht von Steuerung o.ä. sprechen.
Ob es zwischen Lovelybooks und den vielen neuen Blogs einen Zusammenhang gibt, kann ich nicht sagen. Zumindest ist mir nicht aufgefallen, dass viele Blogger auch dort angemeldet sind. Vielleicht weiß ich das aber auch nur nicht, weil ich selbst nicht so aktiv bin, wie gesagt. Allerdings gibt es ja schon über Jahre etliche Foren und die haben auch nicht Unmengen neuer Blogger hervorgebracht, oder?
Ich glaube, Twitter ist dann schon eher »schuld«.
Mir als Lit-Blog Leserin und selber Lit-Bloggerin, ist aufgefallen, dass sobald ein “High-Profile” Buch neu erscheint, alle Blogs die mit Rezi-Exemplaren arbeiten auf einmal gleich ausschauen, da sie es zur Besprechung zugeschickt kriegen. Das kann für den Leser schon ziemlich eintönig werden.
Als Bloggerin mit einem eher eigenwilligen Geschmack für unscheinbare Gegenwartsliteratur und nur sporadischen Ausflügen in die Welt der Genres, habe ich trotzdem manchmal das Gefühl hinterherzuhinken und das was andere letztes Jahr rezensiert haben, heute zu lesen, da ich mir zum Beispiel Gebundene Neuausgaben nicht leisten kann und ohne Rezi-Exemplare blogge.
Mal abgesehen davon finde ich persönlich LB und die Aktionen, zu denen die Seite ab und zu anregt ganz toll, da es mir beim bloggen nicht nur um mich, sondern auch um den Austausch mit anderen Lesern geht und diese Aktionen das ermöglichen, denn nicht jeder der öfters meinen Blog liest ist auch kommentarfreudig.
Liebe Grüße, Katarina
Nachdem ich jetzt gerade die Links zum neuen Geiger-Buch gesammelt habe, das ja wirklich in allen Zeitungen (hmmmm… in den Blogs nur ganz wenig) besprochen wurde, bin ich aktuell gnädiger gestimmt was die “Bücher, die alle besprechen” angeht.
Auf der anderen Seite: sollten sich Blogs nicht bewusst vom Print unterscheiden? Eine Sammlung des persönlichen Geschmacks sein anstatt eine Sammlung von “was ich umsonst kriegen kann”?
Und ich werde immer skeptischer, was die Aktionen kommerzieller Seiten betrifft. Auch das ist ein Schritt weg von den individuellen Blogs, mehr in die Arme der PR.
Irgendwo ist doch alles, was wir machen, PR, oder? Mit jedem Buch, das wir vorstellen, machen wir Werbung für den Verlag, der dahinter steht.
Mir ist auch klar, dass ich kommerziellen Seiten in die Tasche spiele, wenn ich ihre Aktionen unterstütze, aber das ändert für mich nichts an meinem Status als Individualblogger, weil ich selbst entscheide, welche Aktion ich gut finde und welche nicht. Ich mache einfach das, was mir und meiner unverkäuflichen Seele Spaß macht.
Es bleibt ein Unterschied, ob ich den PR-Effekt nebenbei (und, zugegeben, unvermeidbar) habe oder ob ich mein Blog in eine Art Online-Werbebroschüre verwandle. Oder?
Im Großen und Ganzen geht es immer darum, ob man sich selbst treu bleiben kann oder seine Seele verkauft. Das Thema ist nicht neu, aber in Zeiten des Web2.0, vulgo Social Media, betrifft jetzt aber immer mehr Leute. Ja, ja.
Oh, mit “Seele verkaufen” könnte ich mich ja noch anfreunden, wenn der Preis stimmt.
Aber dieses unbewusste, unbemerkte Verschenken… das greift um sich.
Nur so interessehalber:
Ich hab ebenfalls vor ein paar Monaten mal einen Post mit “Rezensionsexemplar” im Titel verfasst. Bisher hat sich noch kein einziger Googler auf meine Seite verirrt. LG
Ich bin eben erst auf dein Artikel gestoßen.
Ich finde ihn sehr interessant und zum Nachdenken verleitet.
Deine Zugriftszahl ist erschreckend groß!! Ich habe ja nun selber ein Bücherblog, welches neust. Und ich lese wirklich sehr gerne andere Bücherblogs, jedoch steht bei den ganzen Blog, bei denen ich zur Zeit bin immer “vielen Dank für das Rezensionsexemplar .[..] <3". Meist denke ich mir nur "Blogen sie nur, um an neue Bücher zu kommen und das kostenlos?"
Ja ok, ich habe seit neustem auch ein paar Verläge nach Rezensonsexemplare gefragt und meist absagen bekommen, weil zu viele Bloger danach fragen. Mir ist somit schon recht aufgefallen, dass sehr vielen nach Rezensionsexemplare fragen, was mich schon zum grübeln bringt. Nun habe ich aber 3 Verläge, die mich unterstützen. Und bitte versteh mich nicht falsch. Ich will wirklich nicht abstauben, es ist nur so, dass ich wirklich eine leidenschaftliche Leserin und Blogerin bin. Und somit ehrlich gesagt nicht viel Geld habe mir jede Woche neue Bücher zu kaufen, zumal ich für mein Führerschein sparen muss um mit meinem Bro die Fühererscheinprüfung ablegen zu können. Außerdem findet meine Mutter es nicht gut, dass ich immer so viel Geld in Bücher investiere..
Lg
Amarylie
Keine Panik, die Zugriffszahlen entwickeln sich langsam, aber stetig nach oben wenn du regelmäßig etwas Lesenswertes bloggst. Mein Blog besteht schon seit Jahren, da kannst du die Zugriffszahlen mit einem Newcomer nicht vergleichen.