Franz Zeller wurde 1966 geboren. Nach dem Studium in Salzburg arbeitete er für den ORF als Literatur- und Wissenschaftsjournalist. Seit 2004 lebt er in Wien. Nach wie vor ist er für den ORF tätig, und zwar in der Wissenschaftsredaktion von „Ö 1“. „Herzlos“ ist sein Debut.
Der Inhalt:
Eine alte Frau stirbt in einem Salzburger Spital. Zunächst ist das nichts Ungewöhnliches. Kurz darauf wird allerdings ein junger, ehrgeiziger und charakterlich nicht sonderlich erfreulicher Arzt im Keller der Klinik ermordet. Der der Tat verdächtige Obdachlose stirbt ebenfalls gewaltsam.
Franco Moll heißt in diesem Krimi der Ermittler. Alleinerziehender Vater, laboriert noch an den psychischen Verletzungen, die seine Ex angerichtet hat, kocht gerne, hat einen ebenfalls liebeskummergeplagten Freund. Gut, das Kochen in Krimis wird langsam fad, ich find`s allerdings im konkreten Fall recht gelungen.
Das Team rund um ihn ist liebevoll gestaltet. Nur: die clevere Praktikantin als „Fräulein“ zu bezeichnen, geht gar nicht. Auch nicht mit Augenzwinkern.
Es handelt sich um einen recht geradlinigen Krimi mit unaufdringlichem Salzburger-Lokalkolorit. Spannung und blutige Morde stehen nicht so sehr im Vordergrund, es sind eher die interessanten Persönlichkeiten. Die medizinischen Fakten erscheinen mir gut recherchiert, was ja angesichts des Falles in der Klinik nicht unwichtig ist.
Der Stil ist ebenfalls geradlinig und schnörkellos. Angenehm lesbar, auch wenn (selten, aber doch) sprachliche Schnitzer vorkommen. Ein Beispiel (Seite 137): „(…) beschlossen Moll und Oberhollenzer, den Donnerstag zu beschließen.“
Fazit: ein vielversprechendes Debut. Moll samt Team sind gelungen, sollte es einen Folgeband geben, werde ich ihn lesen.
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