Strikt subjektive Meinungen zu privater Lektüre

Kerstin Gier: Die Mütter-Mafia

Nach „Rubinrot“ war ich neugierig, wie Kerstin Giers Bücher für Erwachsene sind. „Die Mütter-Mafia“ habe ich auf gut Glück gewählt (Irgendwann werde ich anfangen, Rezensionen vor und nicht nach der Lektüre zu lesen. Irgendwann…).

Es geht darin um Constanze, Anfang 30, zwei Kinder, sehr blond und sehr langbeinig, die ihr bisheriges Leben als Studienabbrecherin und Luxushausfrau verbracht hat. Bis sich der liebende Gatte anderweitig umsieht und die Scheidung will. Plötzlich findet sich Constanze in einer Vorortesiedlung im Haus der verstorbenen Schwiegermutter wieder und muss sich selbst um ihr Leben kümmern. Nun, ganz so schlimm wird das nicht, immerhin ist sie eine Chick-Lit-Heldin, und bei solchen fallen hilfreiche, selbstlose Freunde vom Himmel.
Außerdem gibt’s in der „Insektensiedlung“ eine Mütter-Society, der sich Constanze gern anschließen würde. Dass dies giftige Weiber sind, erfährt der Leser dank Einblicke ins Forum der Super-Mamis viel früher als Heldin, aber auch die schnallt’s relativ rasch.
Etwas unpassend ist der Erzählstrang, der sich sehr oberflächlich dem Thema „sexueller Missbrauch“ widmet. Zu ernst, und so, wie das abgehandelt wird, gefällt’s mir überhaupt nicht.

Am Anfang fand ich das Buch qualvoll: nicht schon wieder eine lebensuntüchtige Heldin, die von einer Dummheit in die nächste stolpert. Außerdem hat’s mich an die Zeit erinnert, in der ich selbst noch Scheidungsberatungen machte. Nicht lustig, dass Frauen tatsächlich ihr Leben derart in die Hand des Mannes geben und bei der Scheidung völlig hilflos sind.
Nur das Forum der bissigen Supermamis hat mich bei der Stange gehalten, und natürlich Kerstin Giers frischer, leichter Stil.

Später, in dem Ausmaß, in dem Constanzes Schwierigkeiten von ihren neuen Freunden aus dem Weg geräumt wurden, mochte ich den Roman immer mehr. Richtige Wohlfühllektüre, gut geeignet nach einem anstrengenden Tag. Nur dass plötzlich sexueller Missbrauch in der rosa-hellblau-gestrichenen Welt auftauchte, passte mir gar nicht. Tjo, und wie der Superanwalt, in den sich Constanze zum Schluss verliebt, den Unsinn, den sie mit ihren unbedachten Unterschriften am Anfang angerichtet hat, aus der Welt räumen will, würde mich schon noch brennend interessieren. ;-)

Die Fortsetzung, „Die Patin“, werde ich aber mit Sicherheit lesen.

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Comments on: "Kerstin Gier: Die Mütter-Mafia" (1)

  1. [...] Lit Leave a Comment  Dies hier ist der dritte Band der „Mütter-Mafia“-Serie (Band eins “Die Mütter-Mafia“, Band zwei “Die Patin“). Weder vom Aufbau noch vom Inhalt her gibt es große Neuerungen. [...]

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