Mitten im Blog-Umzugstrubel habe ich festgestellt, dass Low Budget Cooking erfreulicherweise wieder aktiv ist. Und dann gibt’s dort auch noch einen Sommerbuch-Artikel, der auf die Einladung zur Sommerbuch-Empfehlungs-Ralley von Genussmousse verweist. Toll! Oder nicht so toll, weil diese Aktion nur mehr bis zum 10. Juli läuft. Egal, ich muss da mitmachen. Die erbetenen Pics schaffe ich nicht mehr, aber ich hoffe auf Nachsicht. Dafür sind alle persönlichen Empfehlungen zu ausführlicheren Rezensionen verlinkt.
Das perfekte Sommerbuch spielt für mich im Sommer. Deswegen sammle ich derzeit in verschiedenen Buchhandlungen Sommerbuchtipps. Die hier habe ich schon (weitere werden folgen):
Die Schachspielerin, Bertina Henrichs
Hitze, Ralf Rothmann
Ein trügerischer Sommer, Sybille Bedford
Fiesta, Ernest Hemingway
(von der Buchhandlung Anna Jeller)
und
Don Winslow, Pacific Private (ein „Sommerkrimi“)
Oliver Storz, Die Freibadclique
Reinhard Kaiser-Mühlecker, Der lange Gang über die Stationen
(von der Buchhandlung Leporello).
Jetzt zu meinen persönlichen Empfehlungen:
„Sommer mit Fremden“ von Taichi Yamada spielt durchgehend im Sommer. Ein bisschen Liebesgeschichte, ein bisschen Gänsehaut, ein bisschen Japan, und das alles in einer wunderbaren Sprache spannend erzählt.
Bei den weiteren Büchern verzichte ich auf das Kriterium, das sie im Sommer spielen sollen. Hier habe ich einfach Bücher ausgewählt, die mir in den letzten Monaten gut gefallen haben. Ein gutes Buch passt ja zu jeder Jahreszeit.
„Über Nacht“ von Sabine Gruber erzählt die Geschichte zweier Frauen. Irma lebt in Wien und hat gerade eine Niere transplantiert bekommen, Mira ist Altenpflegerin in Rom. Wie die beiden miteinander zu tun haben, wird hier nicht verraten. Sprachlich und inhaltlich herausragend!
„Etwas Kleines gut versiegeln“ ist der Debut-Roman von Svealena Kutschke. An ihrem 26. Geburtstag (oder auch nicht. Vielleicht ist sie nur „immer wieder gern 26“) fliegt die Ich-Erzählerin Lisa nach Sydney um beim Ex-Freund ihres Bruders unterzukriechen. In der Hosentasche hat sie die Holzfigur Sudden Smith, im Gepäck das Buch „Findet mich das Glück?“ vom schweizerischen Künstlerduo Fischli & Weiss. (Das ich hier auch dringend empfehle! Ein Buch, das nur aus Fragen besteht.)
Ebenfalls ein Debut ist „Spaltkopf“ von Julya Rabinowich. Hier geht es um die Geschichte einer jüdischen Familie, die in den 70er Jahren von Russland nach Wien emigrierte. Ich-Erzählerin ist Mischka, die entwurzelte Tochter.
Meiner Meinung nach eines der besten Bücher des letzten Herbstes ist „Lebenslänglich“ von Britta Mühlbauer (dieser Link wird nicht mehr lange funktionieren – dann benutzt bitte die Suchfunktion auf dieser Seite). Die Grundidee – eine Art Zwischenstation nach dem Leben – ist nicht neu: Nachdem ein Thermenhotel von einer Mure verschüttet wurde, finden sich zwei Dutzend „Überlebende“ in der Zeit danach immer wieder in einer Art Zeitschleife wieder. Die Ausführung finde ich aber bemerkenswert gut gelungen.
Das letzte Buch ist ein kulinarisches: Hector Abad, „Kulinarisches Traktat für traurige Frauen“. Ein schräger Ratgeber, der sicher nicht jedem gefallen wird. Ich finde die Tipps zum Teil sehr amüsant, auch wenn man keinen ernst nehmen kann.
9. Juli 2009 at 23:18
Von Sybille Bedford habe ich Jigsaw gelesen, in deutsch unter dem Titel „Zeitschatten“ zu finden, ein autobiografisches Roman, das ich nur empfehlen kann, und das sehr passend zum Sommerurlaub ist, denn es spielt sich zune grössten Teil an der Côte d’Azur ab. „Pleasures and Landscapes: A Traveller’s Tales from Europe“ von dem ich nicht weiss, ob es in deutsch übersetzt wurde, ist auch eine gute Begleitung im Urlaub. Treibsand (Quicksands) soll auch sehr gut sein (siehe http://www.welt.de/print-welt/article709936/Sybille_Bedford_chauffiert_Thomas_Manns_Pudel.html )
10. Juli 2009 at 09:34
danke für die feinen empfehlungen und fürs mitmachen. texte von sabine gruber beispielsweise, schätzen wir sehr!