Erstmals gebloggt am 16.5.09

Alina Bronsky wurde 1978 in Jekaterinenburg/Russland geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit „auf der asiatischen Seite des Urals“, ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Heute lebt sie in Frankfurt. Nach einem abgebrochenen Studium arbeitete sie als Texterin in einer Werbeagentur und als Redakteurin bei einer Tageszeitung.
„Scherbenpark“ ist Bronskys erste literarische Veröffentlichung. 2008 nahm sie mit einem Ausschnitt aus diesem Roman am Bachmann-Wettbewerb auf Vorschlag von Ijoma Alexander Mangold teil.

Sascha, Protagonistin und Ich-Erzählerin, ist 17, aus Russland eingewandert, lebt in einer ghettoartigen Hochhaussiedlung, hochbegabt, mit einer hochtraumatischen Lebensgeschichte. Zwei Dinge will sie sich am Anfang erfüllen: ein Buch über ihre Mutter schreiben und ihren Stiefvater Vadim töten. Warum? Mit der Enthüllung lässt sich Bronsky Zeit: Vadim hat Saschas Mutter getötet, nachdem sie sich von ihm scheiden ließ und mit einem anderen Mann glücklich wurde. Sowohl Sascha als auch ihre kleinen Geschwister waren bei der Tat dabei.

Nun hat Sascha die Kontrolle über die kleine Familie übernommen. Maria, eine entfernte Cousine, kümmert sich um die Kinder, tut aber im Allgemeinen genau das, was Sascha sagt. Aber die Protagonistin ist eben auch Teenager, und so muss sie sich mit erster Liebe und erwachender Sexualität herumschlagen.

Der Anfang ist wirklich beeindruckend: cool, schnell, frech, schnoddrig, originell und spritzig. Leider lässt dieser Stil recht schnell nach, der Rest ist düster, manchmal verwirrend und nicht nachvollziehbar, an der Grenze zur Verkrampftheit.
Bronsky verliert Motive wie das Buch, das Sascha schreiben will, und ihre Hochbegabung aus dem Auge.
Natürlich ist die Protagonistin sehr jung, aber mit 17 ist man nicht mehr in der Hochphase der Pubertät. Sascha hat Furchtbares erlebt, aber dennoch… ihre Unberechenbarkeit wird irgendwann unglaubwürdig und absurd.
Das Ende fand ich nur noch seltsam. Einfach Abhauen, das ist nicht Sascha.

Trotzdem: ich mochte das Buch. Das eindeutige „WOW!“ am Beginn schwächt sich zwar ab, es gibt Mängel, das Gesamtpaket bleibt lesenswert.

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