Was das Blog betrifft, war wohl der Umzug zu WordPress das wichtigste Ereignis – und ich bin noch immer glücklich damit. Das hätte ich schon viel früher machen sollen! Dadurch, dass ich auch alte Artikel übersiedelt habe, habe ich es noch vor dem Jahreswechsel geschafft, hier über 500 Postings zu kommen.
Außerdem habe ich ”Das Wortreich” kennen gelernt. Danke nochmals an Andreas Schneider für die wunderbaren Bücherlisten, tolle Neuentdeckungen und die Vermittlung von Rezensionsexemplaren. (Wer Lust hat: es werden nach wie vor Rezensenten gesucht)
Inzwischen traue ich mich auch, selbst bei Verlagen nach Rezensionsexemplaren zu fragen, und bis jetzt waren diese Anfragen alle erfolgreich.
Bei „Vorablesen“ habe ich mich hingegen abgemeldet. Aus verschiedenen Gründen habe ich mich dort nicht mehr wohl gefühlt.
Sehr viel Freude hat mir auch mein neues Projekt, Buchhandlungen zu „testen“, bereitet. Ich bin hingerissen, wie viele engagierte Buchhändler und gut sortierte Buchläden es in dieser Stadt gibt, und ich werde die Serie fortsetzen. Da ich aber meistens sehr viel einkaufe, kann ich diese Ausflüge nur dann machen wenn der SUB auf halbwegs erträglichem Niveau ist.
Ja, und ich habe zu meiner eigenen Überraschung Hörbücher für mich entdeckt. Der Plan hat bestens funktioniert, mit den Geschichten im Ohr gehe ich tatsächlich jeden Tag an die frische Luft. Noch bin ich beim Experimentieren, höre Klassiker und Schund, Hörbücher und Hörspiele, gute und schlechte Sprecher wild durcheinander, finde aber immer mehr heraus, was mir gut gefällt.
Eine Jahreslesestatistik kann ich nicht präsentieren. Ich habe nämlich mit den Monatsstatistiken erst im Feber begonnen. Durch das Übersiedelungschaos ist es mir zu aufwändig, die Jänner-Bücher extra herauszusuchen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, habe ich von Feber-Dezember 2009 163 Bücher (das allein sind schon mehr als 2008) gelesen und 23 (davon allein fünf im Dezember) abgebrochen. Ein Dutzend davon hat sich als Highlight herausgestellt.
Meine Buch-Highlights 2009 (alphabetisch, ohne weitere Wertung):
Karel Capek, Der Krieg mit den Molchen
Zoe Ferraris, Die letzte Sure
Olga Flor, Kollateralschaden
Joey Goebel, Heartland
Sabine Gruber, Über Nacht
Daniel Kehlmann, Ruhm
Svealena Kutschke, Etwas Kleines gut versiegeln
Jörg Mauthe, Wien für Anfänger
Julya Rabinowich, Spaltkopf
Ferdinand von Schirach, Verbrechen
Ekaterina Sedia, Die geheime Geschichte Moskaus
Taichi Yamada, Sommer mit Fremden
Euch hingegen haben diese Bücher in meinem Blog am meisten interessiert:
- Manfred Lütz, Irre!
- Muriel Barbery, Die Eleganz des Igels
- Wolf Haas, Der Brenner und der liebe Gott
- Waris Dirie, Wüstenblume
- David Nicholls, Zwei an einem Tag
- Thomas Glavinic, Das Leben der Wünsche
- Wladimir Megre, Anastasia
- Zoe Ferraris, Die letzte Sure
- Anni Bürkl, Schwarztee
- Eva Jancak, Das Haus
- Viktor Fink, Begegnungen eines Buchhändlers
- Eva Rossmann, Leben lassen
- David Gilmour, Unser allerbestes Jahr
- Gerhard Loibelsberger, Die Naschmarkt-Morde
- Klüpfel/Kobr, Rauhnacht
- Daniel Glattauer, Der Weihnachtshund
- Katja Sindemann, Mazzesinsel Kochbuch
- Julya Rabinowich, Spaltkopf
- Julia Kospach, Wien. Eine Melange
- Ernst Molden, Austreiben
Zum Schluss möchte ich noch das Stöckchen von Buchsaiten aufnehmen:
° Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)
Ich entscheide mich für Karel Capek, Der Krieg mit den Molchen.In der Buchhandlung war ich noch begeistert, daheim weniger. Gelesen habe ich es schließlich nur, um es endlich vom SUB zu bekommen – und war von dieser vielschichtigen Handlung fasziniert.
° Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)
Ich sehe gerade, dass ich „Die Bücherdiebin“ von Zusak erst am 1.1. besprochen habe – das gilt also noch.
So viele begeisterte Stimmen zu diesem Buch, und ich habe mich nur geärgert über die Dummheit des Plots und die unmögliche Sprache. Ähnlich erging es mir mit „Der Vorleser“ von Schlink.
Tjo, und auch mein Weihnachtsbuch 2009, „Ewig“ von Schilddorfer & Weiss, war eine herbe Enttäuschung. Das habe ich aber erst vor einigen Tagen ausführlicher geschrieben.
° Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
In alphabetischer Reihenfolge:
Svealena Kutschke – ihre Sprachgewalt und Phantasie haben mich umgehauen
Julya Rabinowich – klare, knappe Sprache, beeindruckendes Debut
Sabine Gruber – eine ganz große Autorin, höchste Zeit, dass sie vom ewigen Geheimtipp wegkommt
Ferdinand von Schirach – sein präzises Juristendeutsch verdient volle Hochachtung
° Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Cover interessieren mich nicht sooo. Allerdings habe ich sowohl Karel Capek, Der Krieg mit den Molchen als auch Andreas Unterweger, Wie im Siebenten, längere Zeit so ins Bücherregal gestellt, dass ich das Cover sehen konnte.
Oh, ich merke gerade, es hat sich ein „Buch des Jahres 2009“ bei mir herauskristallisiert. Capeks „Krieg mit den Molchen“ habe ich mehrfach erwähnt. Gut, soll so sein.
