Was das Blog betrifft, war wohl der Umzug zu WordPress das wichtigste Ereignis – und ich bin noch immer glücklich damit. Das hätte ich schon viel früher machen sollen! Dadurch, dass ich auch alte Artikel übersiedelt habe, habe ich es noch vor dem Jahreswechsel geschafft, hier über 500 Postings zu kommen.

Außerdem habe ich ”Das Wortreich” kennen gelernt. Danke nochmals an Andreas Schneider für die wunderbaren Bücherlisten, tolle Neuentdeckungen und die Vermittlung von Rezensionsexemplaren. (Wer Lust hat: es werden nach wie vor Rezensenten gesucht)

Inzwischen traue ich mich auch, selbst bei Verlagen nach Rezensionsexemplaren zu fragen, und bis jetzt waren diese Anfragen alle erfolgreich.

Bei „Vorablesen“ habe ich mich hingegen abgemeldet. Aus verschiedenen Gründen habe ich mich dort nicht mehr wohl gefühlt.

Sehr viel Freude hat mir auch mein neues Projekt, Buchhandlungen zu „testen“, bereitet. Ich bin hingerissen, wie viele engagierte Buchhändler und gut sortierte Buchläden es in dieser Stadt gibt, und ich werde die Serie fortsetzen. Da ich aber meistens sehr viel einkaufe, kann ich diese Ausflüge nur dann machen wenn der SUB auf halbwegs erträglichem Niveau ist.

Ja, und ich habe zu meiner eigenen Überraschung Hörbücher für mich entdeckt. Der Plan hat bestens funktioniert, mit den Geschichten im Ohr gehe ich tatsächlich jeden Tag an die frische Luft. Noch bin ich beim Experimentieren, höre Klassiker und Schund, Hörbücher und Hörspiele, gute und schlechte Sprecher wild durcheinander, finde aber immer mehr heraus, was mir gut gefällt.

Eine Jahreslesestatistik kann ich nicht präsentieren. Ich habe nämlich mit den Monatsstatistiken erst im Feber begonnen. Durch das Übersiedelungschaos ist es mir zu aufwändig, die Jänner-Bücher extra herauszusuchen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, habe ich von Feber-Dezember 2009 163 Bücher (das allein sind schon mehr als 2008) gelesen und 23 (davon allein fünf im Dezember) abgebrochen. Ein Dutzend davon hat sich als Highlight herausgestellt.

Meine Buch-Highlights 2009 (alphabetisch, ohne weitere Wertung):

Karel Capek, Der Krieg mit den Molchen

Zoe Ferraris, Die letzte Sure

Olga Flor, Kollateralschaden

Joey Goebel, Heartland

Sabine Gruber, Über Nacht

Daniel Kehlmann, Ruhm

Svealena Kutschke, Etwas Kleines gut versiegeln

Jörg Mauthe, Wien für Anfänger

Julya Rabinowich, Spaltkopf

Ferdinand von Schirach, Verbrechen

Ekaterina Sedia, Die geheime Geschichte Moskaus

Taichi Yamada, Sommer mit Fremden

Euch hingegen haben diese Bücher in meinem Blog am meisten interessiert:

  1. Manfred Lütz, Irre!
  2. Muriel Barbery, Die Eleganz des Igels
  3. Wolf Haas, Der Brenner und der liebe Gott
  4. Waris Dirie, Wüstenblume
  5. David Nicholls, Zwei an einem Tag
  6. Thomas Glavinic, Das Leben der Wünsche
  7. Wladimir Megre, Anastasia
  8. Zoe Ferraris, Die letzte Sure
  9. Anni Bürkl, Schwarztee
  10. Eva Jancak, Das Haus
  11. Viktor Fink, Begegnungen eines Buchhändlers
  12. Eva Rossmann, Leben lassen
  13. David Gilmour, Unser allerbestes Jahr
  14. Gerhard Loibelsberger, Die Naschmarkt-Morde
  15. Klüpfel/Kobr, Rauhnacht
  16. Daniel Glattauer, Der Weihnachtshund
  17. Katja Sindemann, Mazzesinsel Kochbuch
  18. Julya Rabinowich, Spaltkopf
  19. Julia Kospach, Wien. Eine Melange
  20. Ernst Molden, Austreiben

Zum  Schluss möchte ich noch das Stöckchen von Buchsaiten aufnehmen:

° Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Ich entscheide mich für Karel Capek, Der Krieg mit den Molchen.In der Buchhandlung war ich noch begeistert, daheim weniger. Gelesen habe ich es schließlich nur, um es endlich vom SUB zu bekommen – und war von dieser vielschichtigen Handlung fasziniert.

° Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

Ich sehe gerade, dass ich „Die Bücherdiebin“ von Zusak erst am 1.1. besprochen habe – das gilt also noch. ;-) So viele begeisterte Stimmen zu diesem Buch, und ich habe mich nur geärgert über die Dummheit des Plots und die unmögliche Sprache. Ähnlich erging es mir mit „Der Vorleser“ von Schlink.

Tjo, und auch mein Weihnachtsbuch 2009, „Ewig“ von Schilddorfer & Weiss, war eine herbe Enttäuschung. Das habe ich aber erst vor einigen Tagen ausführlicher geschrieben.

° Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

In alphabetischer Reihenfolge:

Svealena Kutschke – ihre Sprachgewalt und Phantasie haben mich umgehauen

Julya Rabinowich – klare, knappe Sprache, beeindruckendes Debut

Sabine Gruber – eine ganz große Autorin, höchste Zeit, dass sie vom ewigen Geheimtipp wegkommt

Ferdinand von Schirach – sein präzises Juristendeutsch verdient volle Hochachtung

° Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Cover interessieren mich nicht sooo. Allerdings habe ich sowohl Karel Capek, Der Krieg mit den Molchen als auch Andreas Unterweger, Wie im Siebenten, längere Zeit so ins Bücherregal gestellt, dass ich das Cover sehen konnte.

Oh, ich merke gerade, es hat sich ein „Buch des Jahres 2009“ bei mir herauskristallisiert. Capeks „Krieg mit den Molchen“ habe ich mehrfach erwähnt. Gut, soll so sein.

Ich musste noch „Lappalie“ auslesen (Besprechung folgt voraussichtlich am 2.1.), aber jetzt kann ich meine Dezember-Lesestatistik veröffentlichen. Morgen kommt dann mein Leserückblick 2009.

Gelesen & Gehört:

  1. Daniel Glattauer, Der Weihnachtshund, 224 Seiten
  2. Sheila Roberts, Der Weihnachtsstreik, 334 Seiten
  3. Sophie Kinsella, Kennen wir uns nicht? (Hörbuch)
  4. Elisabeth Koller-Glück, Alt-Wiener Sagen und Legenden und ihre realen Hintergründe, 94 Seiten
  5. Robin Jones Gunn, Das Weihnachtshaus, 192 Seiten
  6. Das Fest der Elfen, 204 Seiten
  7. Charles Dickens, Eine Weihnachtsgeschichte (Hörbuch)
  8. Robert Louis Stevenson, Die Schatzinsel (Hörspiel)
  9. Doris Jannausch, Meffi lebt sich ein, 137 Seiten
  10. Adalbert Stifter, Bergkristall (Hörbuch)
  11. Hildegunde Latsch, Cornelia Funke. Spionin der Kinder, 160 Seiten
  12. Paul Maar, Eine Woche voller Samstage, 159 Seiten
  13. Franziska Leeb, Wohnen, Pflegen, Leben. Neue Wiener Wohn- und Pflegehäuser, 159 Seiten
  14. Sandra Wehinger, Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit Verschwiegenheit in sozialen Berufen, 93 Seiten
  15. Schilddorfer & Weiss, Ewig, 529 Seiten
  16. Marcus Sedgwick, Das Buch der toten Tage, 318 Seiten
  17. Kirsten Marohn, Lappalie, 200 Seiten

Abgebrochen:

  1. Peter Meissner, Auch Engel lachen gerne! auf Seite 104
  2. Christine Feehan, Dunkler Ruf des Schicksals, auf Seite 32
  3. Glenn Beck, Der Weihnachtspullover, auf Seite 71
  4. Bastian Sick, Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, Folge 4, auf Seite 42
  5. Keith Devlin: Pascal, Fermat und die Berechnung des Glücks, auf Seite 38

Gekauft:
(nicht enthalten sind die Bücher, die ich verschenkt habe – die Statistik betrifft mein Leseverhalten)

  1. Das Fest der Elfen. Phantastische Weihnachtsstories
  2. Marcus Sedgwick, Das Buch der toten Tage
  3. Jan Christophersen, Schneetage
  4. Robin Jones Gunn, Das Weihnachtshaus
  5. Schilddorfer & Weiss, Ewig
  6. Karen Chance, Für immer untot
  7. Thomas Raab, Der Metzger sieht rot

Kostenlos:

  1. Adalbert Stifter, Bergkristall (Hörbuch) – Gratis-Download
  2. Kirsten Marohn, Lappalie – Rezensionsexemplar
  3. Shane Jones, Thaddeus und der Februar – Rezensionsexemplar

Hörbücher aus der Bücherei:

  1. Amelie Fried, Die Findelfrau
  2. Ken Follett, Die Tore der Welt
  3. Lauren Weisberger, Der Teufel trägt Prada
  4. Barbara Wood, Bitteres Geheimnis
  5. Umberto Eco, Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana

Aktuelle SUB-Höhe: 19 Bücher

Ich lese gerade:

  1. Michael Ende, Der satanarchäolugenialkohöllische Wunschpunsch
  2. Jasper Fforde, Irgendwo ganz anders
  3. Marcus Rafelsberger, Menschenteufel
  4. Edmund Berndt, Der Pillendreh


Ich höre gerade:

Ken Kesey, Einer flog über das Kuckucksnest

Ich bleibe meinem Vorsatz, zu jedem gelesenen Buch zumindest einen Kurzkommentar zu verfassen, treu. Für Dezember fehlen noch zwei Bücher, die ich beruflich gelesen habe:

Sandra Wehinger, Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit Verschwiegenheit in sozialen Berufen

Dieses Buch gibt es in gedruckter Form, man kann es auch kostenlos als pdf hier herunterladen. Eine gute Zusammenstellung der Verschwiegenheitspflicht in allen sozialen Berufen, sorgfältig erstellt und durchaus empfehlenswert. Ich habe eigentlich eine praktische Darstellung möglicher Konfliktsituationen gesucht, das findet man in diesem Buch leider nicht.

Franziska Leeb, Wohnen, Pflegen, Leben. Neue Wiener Wohn- und Pflegehäuser
Von Franziska Leeb habe ich bei der Ausstellung “Ich wohne, bis ich 100 bin“ einen mitreißenden Vortrag gehört. Im vorliegenden Buch werden (sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch) geplante Projekte für Wiener Seniorenheime vorgestellt. Sehr umfassend, mit historischem Rückblick, Interviews (Politiker und Architekten), Fotos, Pläne,… alles da.
Und: das Buch ist auch äußerlich toll gestaltet, eine Art Stoffeinband, der sich wie gepolstert anfühlt.

Die „toten Tage“ sind die Zeit vom 27. Dezember bis Silvester, von manchen auch „zwischen den Jahren“ genannt. Sedgwick schreibt in seiner „Vorbemerkung“: „Hast du je die Reglosigkeit dieser sonderbar stillen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gespürt? Für mich sind das tote Tage. Tage, in denen die Türen zwischen unserer Welt und jener unsichtbaren, die gleich darunter liegt, geöffnet sind.“

Auch wenn ich diese Meinung nicht teile – ja, diese Tage sind still, man spürt die Ruhe nach dem Weihnachtssturm, aber ich finde dies angenehm entspannend – ist es doch ein interessanter Ansatz.

Die Geschichte spielt also in dieser Zeit. Boy (schade, dass hier der englische Begriff nicht übersetzt wurde, das klingt zu sehr nach Namen) ist der namenlose Famulus des Magier Valerian. Gut behandelt wird er nicht, Beschimpfungen, Hunger, Kälte und kaum lösbare Aufgaben sind sein täglich Brot. Außerdem ist Valerian seit einiger Zeit noch unausstehlicher als sonst. Seine Zeit geht nämlich zu Ende, und er versucht verzweifelt, einen Pakt mit dem Bösen doch noch zu brechen. Auf der Suche nach Rettung erleben die beiden (das Mädchen Willow schließt sich ihnen noch an) beängstigende, düstere Abenteuer.
Das Ende ist abrupt und kaum befriedigend. Weder der Leser noch Boy wissen am Schluss, wer Boy wirklich ist, und auch die Frage, wie es mit dem Mordverdacht weitergeht, wird nicht gelöst. Es gibt allerdings einen Fortsetzungsband, „Bei Einbruch der Nacht“.

Segwicks phantasievolle Einfälle und sein ruhiger Stil haben mir sehr gut gefallen. Eine feine Geschichte zum Jahresende. Ein bisschen übertrieben fand ich die vielen Geheimnisse, die vielen Fragen von Boy, auf die er kaum Antworten erhält. Die unheimliche Stimmung ist an und für sich gut gelungen, nur: Sedgwick hat in “Der Gesang der Klinge“ bewiesen, dass er das noch viel besser kann.

„Das Buch der toten Tage“ ist als Jugendbuch für die Altersgruppe 12 – 13 gedacht, was wohl vor allem am Alter von Boy und Willow (sie sind um die 15) liegt. Ich fand, dass man die Geschichte auch als Erwachsener mit Vergnügen lesen kann.

Fazit: phantastische Lektüre, genau passend für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr

X-Zine
SF-Radio
Bibliotheka Phantastika
Pandora-Io
Caias Bücher- und Wollewelt

Schön langsam wird’s leider Tradition, dass das Buch, das ich mir für die Weihnachtsfeiertage aussuche, ein Reinfall ist. Voriges Jahr war es die unerträgliche Bücherdiebin, das Jahr davor die nicht minder schlechten Traumfresser, das Weihnachtsfiasko 2009 heißt „Ewig“. Genauso fühlt man sich beim Lesen: es dauert ewig.

Dabei wären die „Zutaten“ dieser Geschichte gar nicht so mies: ein Thriller, der unter anderem in Wien spielt, gut recherchiert, flüssig geschrieben.
Hätten sich Schilddorfer & Weiss nur weniger an Dan Brown orientiert! Mir ist egal, was der Rest der Welt sagt, Dan Brown ist ein ausgesprochen langweiliger Autor.

Langweilig ist auch „Ewig“. Einen schlimmeren Vorwurf für einen Thriller gibt es nicht. Zu viele geschichtliche Exkurse (doch, mich interessiert Geschichte), zu viele plötzliche Szenenwechsel (ja, eh, das soll Spannung erzeugen. Mich nervt es, mich wirft es aus dem Fluss der Handlung, für mich ist es ein Zeichen handwerklicher Schwäche – bessere Ideen zum Spannungsaufbau gab’s nicht?), selbst die Lösung des Rätsels fand ich nicht überzeugend (DAFÜR brauchen die Protagonisten so lange?).

Fazit: Reinfall. Nix für mich. Zu fad, um darüber ausführlich zu schreiben.

Zauberspiegel
Die Presse, 25.7.09
Literaturblog
Ex libris
Blücher

Ich habe mir noch ein Geschenksbuch „ausgeborgt“. Das Sams war einfach unwiderstehlich – dabei habe ich es dem Autor als Kind sehr übel genommen, dass er das wunderbare Sams so hässlich erfunden hatte.

1973 ist „Eine Woche voller Samstage“ erstmals erschienen. Das Cover schaut übrigens noch genauso aus wie in den 70ern… herrlich!
Wer oder was das Sams ist, werde ich nicht erklären. Wer es nicht weiß: Bildungslücke! SOFORT schließen! Ja, es ist ein Kinderbuch, aber eines von der Sorte, die man gerne wieder liest. Der Stil ist kindgerecht, nicht verdummend, nicht besserwisserisch, einfach perfekt. Die Abenteuer sind nah am Alltag angesiedelt, aber doch phantastisch und außergewöhnlich. Das Beste: jedes Kind kann durchaus selbst versuchen, ein Sams in sein Leben zu locken. Viel Hoffnung besteht allerdings nicht. Glaubt es mir, ich habe es oft und oft versucht.

Fazit: ein wunderbares Kinderbuch. Ein bisschen erschrocken war ich allerdings von der teilweise recht heftigen verbalen Gewalt.

Homepage von Paul Maar
Paul Maar bei Wikipedia
Sams bei Wikipedia
Büchereule

Dies ist das 500. Posting in diesem Blog! Ein guter Zeitpunkt, euch allen frohe Weihnachten zu wünschen.
Kurz noch etwas Organisatorisches: da ich über Weihnachten nicht ständig auf die Kommentare achten möchte, gibt’s für die Feiertage eine kleine Änderung. Es werden nur Kommentare von Leuten, die sich hier bereits früher zu Wort gemeldet haben, automatisch freigeschaltet. Die anderen brauchen meine Freigabe – und das kann momentan ein paar Tage dauern.

Und jetzt zum Hörbuch:
Ich habe die kostenlose Fassung von hoerbuch.cc (vor dem Download muss man sich registrieren, es werden allerdings nur wenige Daten abgefragt) gehört. Sprecher ist Markus Pol, die Laufzeit beträgt etwa 110 Minuten.

„Bergkristall“ wurde in der Sammlung von Erzählungen „Bunte Steine“ veröffentlicht und gehört zu den österreichischen Weihnachtsklassikern (finde zumindest ich).
Die Handlung ist recht schlicht: zwei Geschwister, Konrad und Sanna, besuchen am 24. Dezember ihre Großeltern in einem mehrere Stunden entfernten Bergdorf. Auf dem Heimweg verirren sie sich im dichten Schneetreiben, geraten immer höher und höher auf den Berg und müssen schließlich die Heilige Nacht dort verbringen. Am nächsten Morgen werden sie von Suchmannschaften entdeckt und kehren wohlbehalten heim.

Stifter zu lesen fand ich immer recht schwierig. Nicht des Verständnisses wegen, sondern weil mich das langsame Erzähltempo ganz kribbelig macht. „Bergkristall“ ist da keine Ausnahme: zuerst wird lang und breit über Weihnachten philosophiert, dann die Landschaft detailliert beschrieben, danach folgt eine ausufernde Vorstellung der Protagonisten.

Nein, lesen kann ich das nicht. Zuhören hingegen funktioniert bestens. Auf diese Art kann ich mich gut auf Stifters Tempo einlassen. Das einzige, was mich ernsthaft störte, war, wie oft Sanna „Ja, Konrad“ sagt. Viel mehr Text hat sie nicht…

Wikipedia
Dieter Wunderlich
Referateguru
Lesekost
Volltext “Bunte Steine” beim Projekt Gutenberg

Noch ein Buch, das meine Nichte zu Weihnachten bekommen wird und das ich vorab gelesen habe. Einerseits aus Neugier, andererseits aber auch weil das Kind üblicherweise mit mir über das Gelesene diskutieren möchte, weitere Erklärungen verlangt usw. Das ist genau der Grund, warum ich gerade eine Funke-Werkbiographie als Geschenk ausgesucht habe: ich konnte zu viele Fragen nach Cornelia Funke nicht beantworten.

Hildegunde Latsch ist Funkes Patentante. Das macht das Buch auf der einen Seite sehr persönlich, auf der anderen Seite sehr subjektiv und einseitig. Wie könnte eine liebevolle Tante ihre Nichte auch öffentlich anders als positiv darstellen?

Im ersten Teil wird Cornelia Funkes Leben beschrieben. Die Autorin wird dabei als perfekte Superfrau präsentiert. Mir war das ein wenig zuviel des Guten. Natürlich, die familiären Anekdoten, die privaten Fotos, der persönliche Zugang sind interessant, dennoch, zumindest um eine Spur Distanz hätte sich Latsch bemühen können.

Danach folgt die „weltweite Erfolgsgeschichte“ und „Cornelias Ideenwerkstatt“ sowie „Cornelias Themen“ von A – Z. Im Anhang sind alle Bücher und Preise aufgelistet. Quellenangaben fehlen völlig.

Enttäuschend fand ich die „Ideenwerkstatt“. Es werden zwar die Bücher beschrieben, es wird auf einige Protagonisten eingegangen, ein wirklicher Blick in die Werkstatt erfolgt aber nicht. Auch die erzählerischen Mittel werden nicht zufrieden stellend behandelt, es bleibt fast die gesamte Zeit auf dem Niveau einer (begeisterten) Nacherzählung mit ein paar Zusatzinformationen. Einen sehr großen Raum nimmt die Tintenwelt-Trilogie ein.
Beim Lesen fiel mir zwar auf, dass Funke immer wieder gleiche Namen für Figuren in verschiedenen Büchern verwendet, woran das liegt, wird aber nicht erklärt.
Und: bei den Buchinhalten gibt es sehr, sehr viele Spoiler. Mich stört das nicht, andere mit Sicherheit schon.

Diese Biographie ist auch für Erwachsene gedacht. Ich sehe das anders: eindeutig ein Kinderbuch, eines für kleine Fans, die mehr über Cornelia Funke wissen wollen. Erwachsenen Ansprüchen an eine Biographie kann das Buch nicht gerecht werden. Das fängt bei den fehlenden Quellenangaben an, geht über die mangelnde, nicht einmal versuchte, Objektivität und endet bei der sehr oberflächlichen Werkbesprechung.

Fazit: ein liebevoll gestaltetes, sehr persönliches Buch über eine Erfolgsautorin, geeignet für Fans im Kindesalter. Ich vermute, dass genau die Dinge enthalten sind, die Kinder interessieren.
Man muss sich eben dessen bewusst sein, dass hier eine Tante über ihre Nichte schreibt.

Pressestimmen auf der Verlagsseite
Wikipedia zu Cornelia Funke
Alliteratus (pdf)
DerWesten
Buchrezensionen online
FR-online
Dorstener Zeitung
lovelybooks

Dieses Hörspiel ist ein weiteres aus „Die große Abenteuer-Hörspiel-Kiste“, in einer Bearbeitung von Sven Stricker.

Mein gedrucktes Exemplar von der „Schatzinsel“ habe ich sehr passend als Kind zufällig auf dem Dachboden meiner Großeltern gefunden und dann atemlos verschlungen. Die Handlung möchte ich nicht nacherzählen, wer sie nicht kennt, möge bei Wikipedia nachlesen.

Die Hörspielbearbeitung ist in Ordnung, die wesentlichen Teile sind vorhanden, eine solide Arbeit. Allerdings finde ich sowohl „Die drei Musketiere“ als auch „Oliver Twist“ mitreißender gestaltet.

Hörspielland
Lies & Lausch
Poltermühle

Neue Geschichten über einen höllischen Quälgeist

Wie angekündigt habe ich wieder ein Buch ganz ausgelesen. Gut, ein bisschen getrickst habe ich schon: „Meffi“ ist nämlich ein Kinderbuch. Meine Nichte wird es zu Weihnachten bekommen und sicher neugierig sein was ich davon halte. Eigentlich wollte ich auch den ersten Band kaufen, der ist leider vergriffen.

Nun, Meffi tollte schon durch meine Kindheit… und ich finde ihn immer noch faszinierend.

Meffi ist ein kleiner feuerroter Teufel. Er lebt nicht in der Hölle, sondern beim Erfinder Markus Funke und dessen Familie. Das führt zu abenteuerlichen Situationen. Zu einer Familienfeier taucht des Teufels Großmutter auf, Meffi jagt Bankräuber, versucht sich als Schauspieler, sorgt dafür, dass die gesamte Familie einen Campingplatz verlassen muss, hadert mit Supercomputer Emil und lässt sich, da er nicht fotografiert werden kann, malen.

Jedes Kapitel enthält ein neues Abenteuer, es sind also eher lose zusammenhängende Geschichten als ein Roman. Sehr rasant erzählt, spritzig, beinahe atemlos und voller phantasievoller Einfälle.
Dazu gibt es so richtig schön altmodische Illustrationen.

Fazit: ein nostalgischer Ausflug in meine Kindheit. Schön war’s – damals und heute. Weiterer Pluspunkt: das Buch ist sehr günstig, 3,60 Euro für einen Hardcover.

Homepage von Doris Jannausch (hier kann man auch die Cover der ersten Meffi-Bücher in den 70ern bewundern)
Meffis Homepage

Ich habe dieses Buch auf Seite 70 abgebrochen. Eigentlich wollte ich ihm nur einen Absatz widmen, ein kurzer Verriss: übler religiöser Kitsch. Religiöse Erbauungsliteratur ist einfach nichts für mich. Bei mir taucht sofort der Verdacht der Scheinheiligkeit auf. Und ich habe auf diesen siebzig Seiten eigentlich darauf gewartet, dass ein erhobener Zeigefinger aus dem Buch schießt (so ähnlich wie Carries Arm aus dem Grab im Horrorfilm) – so oberlehrerhaft ist das Ganze.

Besonders schlimm fand ich die Szene, in der der zwölfjährige Protagonist mit seiner Mutter zum Weihnachtssingen ins Altersheim fährt. Alle freuen sich, alle erkennen ihn wieder, alle sind ansprechbar und dankbar. Ob Beck jemals selbst in einem Altersheim war?
Oder jene Szenen, in denen der Vater eine alte Frau, die seiner Ansicht nach unschuldig in Not geraten ist, freundlich und zuvorkommend behandelt, einen Mann, der nach seiner Meinung arbeiten könnte, aber kalt und abweisend. Was für eine abstoßende Selbstgerechtigkeit! Ist es moralisch wünschenswert oder christlich, nach den Gründen für materielle Not zu fragen bevor man hilft?

Ich habe dann doch noch gegooglet, aus Neugier, um zu wissen, ob das Buch vielleicht besser wird, und auch um zu überprüfen, ob der Fehlkauf vermeidbar gewesen wäre.

Wenn ich ein Buch auswähle ohne mich vorher informiert zu haben, lese ich den Klappentext, ein paar Seiten vom Anfang und ein paar Seiten irgendwo in der Mitte (um zu prüfen wie der Stil wirkt wenn man nicht in die Geschichte vertieft ist).

Den Klappentext findet ihr auf der Verlagsseite. Keine Spur von Religion. Auf den ersten Seiten ist Eddies Gebet, das hätte ich bemerken können.

Interessanter ist der Lebenslauf des Autors. Im Klappentext wird erwähnt, dass er eine Talkshow auf CNN hat, ein politisches Monatsmagazin verlegt und sich für die Krebshilfe engagiert. Klingt doch sympathisch und seriös, oder?

Es gibt aber mehr über Glenn Beck zu erzählen: Er ist Mormone, die Talkshow hat er schon fast ein Jahr lang nicht mehr auf CNN sondern auf FOX (ein kleiner Unterschied, würde ich meinen), und er engagiert sich auch für ganz andere Sachen: „Beck supports individual gun ownership rights and is against gun control legislation.“ (Quelle: Wikipedia, englischer Artikel über Glenn Beck) Was braucht jemand, der sich an die zehn Gebote hält, ein Gewehr?

Weitere Informationen:
Becks Homepage
Wikipedia – deutscher Artikel
FR online
Who the fuck is… Glenn Beck?

Die Frage war: Hätte sich der Fehlkauf vermeiden lassen? Nein, wenn ich mich nur an den Klappentext halte. Eddies Gebet allein hätte mich nicht gewarnt, ganz ohne Religion geht es in den wenigsten Weihnachtsbüchern. Abgehalten hätte mich, hätte ich gewusst, wer Glenn Beck ist. Ich bedaure sehr, das Buch gekauft zu haben – und ich mag es nicht einmal zu Bookcrossing geben. Ich weiß niemanden, dem ich die Lektüre zumuten wollte.

Der Vollständigkeit halber noch ein paar Meinungen zum Buch:
Buchbegegnungen
Literatina
Büchereule

Mir kann man’s momentan nicht recht machen. Das nächste Buch lese ich aus, mir reicht es wirklich!

Keith Devlin: Pascal, Fermat und die Berechnung des Glücks
Eine Reise in die Geschichte der Mathematik

Mein urlaubsreif-matschiges Hirn will abends bloß noch auslüften und sich nicht anstrengen. Dabei wäre das Buch wirklich gut und interessant aufgebaut, es braucht lediglich Mitdenken – aktuell ist das zuviel verlangt.
Pascal und Fermat tauschten Briefe aus und „erfanden“ so die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Heute eine Selbstverständlichkeit im Denken, damals revolutionär. Faszinierend, wie sich das menschliche Denken entwickelt…
Der Inhalt besteht aus den Briefen und näheren Erklärungen. Auch wenn mir die Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Mittelschulniveau immer leicht gefallen ist – ich mag gerade nicht nachdenken und mich intensiver damit befassen.
Leseabbruch auf Seite 38 nach dem zweiten Kapitel. Devlin kann man das nicht vorwerfen.

Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod (Folge 4)
Das Allerneueste aus dem Irrgarten der deutschen Sprache

Ein klarer Fall von Übersättigung. Das Buch liegt seit Wochen auf meinen Nachtkästchen ohne dass ich das geringste Interesse am Weiterlesen hätte.
Die Vorgängerbände machten mir Freude, diesmal langweile ich mich.
Leseabbruch auf Seite 42.

Ein drittes Buch habe ich auch noch abgebrochen, aber das hat mich derart abgestoßen, dass es in den nächsten Tagen einen eigenen Artikel bekommen wird.

Christine Feehan: Dunkler Ruf des Schicksals
Bei der letzten Bookcrossing Ladies Night lag dieses Buch auf dem Tisch – und ich dachte, ich hätte noch nichts von Feehan gelesen. Falsch gedacht, ich kenne bereits “Der Fürst der Nacht“. Erstaunlicherweise fand ich diesen Nackenbeißer gar nicht so schlimm.
Diesmal habe ich nach dem ersten Kapitel aufgegeben. Nicht zum Aushalten! Die arme gequälte (von was eigentlich?) Heldin hat mich allzu sehr gequält. Nein danke.

Peter Meissner: Auch Engel lachen gerne! 64 heitere Weihnachtsgeschichten
Die Weihnachtsgeschichten in diesem Buch sind zum Vorlesen gedacht, um bei Weihnachtsfeiern für etwas Stimmung zu sorgen. Das bedeutet: kurz, pointiert, auf diverse Vorlieben oder Gruppen (zB Juristen, Antialkoholiker, Gestresste etc) zugeschnitten. Am Ende findet sich dafür ein Register samt ungefährer Zeitangabe wie lang der Vortrag dauert.

Eh ganz nett. Manches kam mir bekannt vor, aber den Zweck wird’s schon erfüllen. Zum selbst Hintereinanderlesen sind die Geschichten aber eher ungeeignet. Deswegen Leseabbruch auf Seite 105.

Mit dem Vorjahrsband, “Das Fest der Vampire“, war ich überhaupt nicht einverstanden. „Das Fest der Elfen“ ist eine eindeutige Verbesserung. Hinsichtlich der Autoren hat sich nicht viel geändert: Julia Conrad oder Thomas Plischke waren auch im Vorjahr schon dabei. Ein Story-Verzeichnis samt Liste der Autoren gibt es hier.

Zumindest das Versprechen des Untertitels, „Phantastische Weihnachtsstories“, wird eingelöst. In allen Kurzgeschichten geht es um Weihnachten oder sie spielen zur Weihnachtszeit. Elfen kommen allerdings nicht immer vor, eine Geschichte ist wohl auch eher der Science Fiction als der Fantasy zuzuordnen.

Trotzdem: ganz ordentlich wenn man Fantasy mag.

Piper Fantasy
Hier schreiben wir
Darkstar Fantasy News
Im Blgoschke

Ich habe die kostenlose Version der Stadtbücherei Stuttgart gehört. Rudolf Guckelsberger liest Dickens Weihnachtsgeschichte vor Publikum (das man aber nur selten bemerkt). Man merkt, dass dieser Sprecher sein Handwerk versteht (er studierte Sprechkunst und Sprecherziehung an der Musikhochschule Stuttgart und arbeitet als Sprecher und Moderator beim SWR): klare Aussprache, ruhiges Tempo, kein Firlefanz beim Lesen, eine Stimme, der man gern zuhört.

Zur Geschichte: was soll ich zu einem Klassiker, den wirklich jeder kennt weil er immer zur Weihnachtszeit auftaucht, noch viel sagen? Ich mag den Christmas Carol, er gehört für mich zum Advent dazu, basta. Den aktuellen Film habe ich natürlich längst gesehen, aber ich bevorzuge die schlichtere Version des Zuhörens.

Alle Wiener Buchhandlungen zu testen werde ich nicht schaffen. Natürlich setze ich das Projekt vor, mir macht das sehr viel Freude. Aber da ich sonst nur punktuell einzelne Buchhandlungen hervorhebe, möchte ich heute auf alle anderen verweisen. Einige Links habe ich schon verstreut in den einzelnen Postings erwähnt, nun folgt die Zusammenfassung:

Bei Buchkultur gibt es den Wiener Buchhandelsführer. Man kann hier beispielsweise nach Sortiment oder Postleitzahl stöbern.

Eine Liste gibt es auf Buchliebling, allerdings kann ich damit wenig anfangen. Viele Buchhandlungen fehlen, dafür sind Ketten prominent vertreten.

Nützlicher ist die Zusammenstellung von Freunde von Cafés und Literatur, bewusst unvollständig, dafür mit persönlichen Kommentaren.

Der „Falter“ stellt immer wieder „Best of Vienna“-Tipps zusammen, hier gibt es auch eine Kategorie mit Buchhandlungen – mit flotten Texten samt den nötigen Informationen versehen.

Ein Blick auf Qype oder Tupalo kann, muss sich aber nicht lohnen. Nicht alle Buchläden sind dort bewertet, nicht alle Kommentare nachvollziehbar.

Die Stadtspionin hat nur wenige Tipps, dafür sind sie sicher aktuell. Momentan scheinen auf dieser Seite das Muskat am Yppenmarkt, Lhotzkys Literaturbuffet (beide aus guten Gründen in der Kategorie „Restaurant“) und die Buchhandlung Lia Wolf auf. Die Seite wird laufend aktualisiert.

Na endlich! Ich habe heuer doch noch ein Weihnachtsbuch, das mir gefällt, entdeckt. Eine Art Weihnachtsmärchen, christlich angehaucht, kitschig, aber einfach schööön. Ich mochte schlicht die überladene Atmosphäre voller liebenswürdiger Details. Die Autorin listet das Buch auf ihrer Homepage unter der Überschrift „Cozy Books“, das passt recht gut.

Der Originaltitel lautet „Finding Father Christmas“. Es ist der Beginn der “Father Christmas Series”, Band zwei heißt “Engaging Father Christmas”. Dass die Geschichte nicht abgeschlossen ist, merkt man beim hastigen Schluss durchaus.

Miranda Carson ist Anfang dreißig, ihre Mutter ist gestorben, als sie elf Jahre alt war. Ihren Vater hat sie nie gekannt, sie kennt nicht einmal seinen Namen. Einziger Anhaltspunkt ist eine alte Tasche ihrer Mutter, die die Geburtsurkunde, ein Foto und ein altes Theaterprogramm enthält. Ausgerechnet zu Weihnachten beschließt Miranda, das Rätsel um ihre Herkunft zu lösen und fliegt kurzentschlossen nach England.
Rasch findet sie Anschluss und feiert den Heiligen Abend mit Fremden, die ihr doch vertraut erscheinen. Sie entdeckt auch, wer ihr Vater sein könnte, aber das stürzt sie in Gewissenskonflikte: soll sie ein perfektes Familienglück belasten?

Es sind die Beschreibungen und Details, die die Geschichte ausmachen. Farbenprächtig, detailverliebt, natürlich ist der Christbaum perfekt, natürlich schneit es zu Weihnachten, natürlich sind alle warmherzig und liebenswürdig. Kein Klischee wird ausgelassen, macht aber nichts. Keine Ahnung, warum ich das genossen habe und warum es mir nicht zu viel wurde. Vielleicht weil ich gerade diese märchenhaften Weihnachtsklischees gesucht habe?

Gunn ist eine christliche Autorin, hält sich aber mit Missionierungsversuchen halbwegs zurück. Der Besuch beim Weihnachtsgottesdienst muss selbstverständlich sein, moralisierend ist mir der Roman nicht erschienen.

Fazit: ein modernes Weihnachtsmärchen voller Klischees und Kitsch, trotzdem oder gerade deswegen bezaubernd.

Rowohlt Verlag mit Leseprobe
Homepage von Robin Jones Gunn
Buchstabenzauber
Happy End Bücher
Schweizer Familie

Heute gibt es einen Lesetipp, der nichts mit Büchern zu tun hat (und auch nicht mit Weihnachten, ich gönne euch eine kleine Pause bis morgen).

Julia von Fanfarella und Mirjam von chic & schlau, zwei Fashion-Bloggerinnen, haben ein Online-Fashion-Magazin „von Bloggern für Blogger“ gestartet. Seit 5. Dezember ist die erste Ausgabe von The Blogettes im Netz. Ihr findet Fotostrecken, Artikel zu den Themen Mode und Bloggen sowie ein Gewinnspiel am Ende.

Eine hübsche Idee, mit viel Schwung umgesetzt. Wer Lust hat, kann sich auch selbst an diesem Projekt beteiligen. Ich würde mich ja freuen, wenn die beiden das zuwege bringen würden, was kein Printmagazin bis jetzt geschafft hat: Tipps und Ideen für Jobmode mit der man sich außerhalb der Modeszene nicht lächerlich macht.

Der Titel ist Programm: Koller-Glück stellt bekannte Sagen und Legenden aus Wien vor (im Volltext) und beschreibt die tatsächlichen Hintergründe. Dazu gibt es auch noch Fotos und Abbildungen.

Ein Sachbuch, aber gar nicht trocken und langweilig, sondern spannend wie ein Krimi. Wer hätte gedacht, dass der liebe Augustin kein Wiener war? Oder dass es gar nicht stimmt, dass Kolschitzky das erste Wiener Kaffeehaus gründete? Dabei ist die richtige Lebensgeschichte von Kolschitzky auch so spannend genug. Oder dass die Sagen rund um den Stephansdom nichts typisch Wienerisches sind, sondern in ähnlicher Form in allen Städten, in denen ein Dom gebaut wurde, auftauchten? Und die Sage vom Donauweibchen ist gar nicht so alt, sondern stammt aus dem Biedermeier (wenn auch Donaunixen schon im Nibelungenlied erwähnt werden).

Beeindruckt hat mich die Information, dass 167 Jahre lang auf der Spitze des Stephansdoms Halbmond und Stern prangten. Das Abendland ist deswegen nicht untergegangen…

Sogar eine jüdische Sage ist enthalten, „Simeon und der sprechende Fisch“. Die historischen Gegebenheiten rund um den Friedhof in der Seegasse sind – wie immer – beschämend.

Fazit: gut aufbereitete, faszinierende Information rund um bekannte Wiener Sagen und Legenden.

Sutton Verlag

Vorweg: Dies ist eine gekürzte Lesung mit einer Dauer von 239 Minuten. Es kann sein dass Schwächen, die ich wahrgenommen habe, nicht an der Autorin liegen. Ich kenne sonst nichts von Sophie Kinsella und kann das einfach nicht beurteilen.
Außerdem liest Diana Staehly richtig schlecht. Frauenstimmen gibt sie generell piepsig, Männerstimmen klingen wie Parodien oder ironisch, auch wenn das Gesagte mit Sicherheit nicht ironisch gemeint ist. Dazu noch unnötig gedehnte Selbstlaute. Das ist keine Freude zum Anhören.

Es handelt sich um Chick-Lit, eine romantische Komödie. Lexi Smart wacht im Krankenhaus auf und stellt fest, dass ihr nach einem Autounfall drei Jahre ihres Lebens fehlen. In dieser Zeit hat sich ihr Leben komplett gewandelt: von der grauen Maus zur Karrierefrau, die mit einem Millionär verheiratet ist. Lexi muss sich an dieses Traumleben gewöhnen und gleichzeitig herausfinden, was passiert ist und wer sie eigentlich ist. Offensichtlich gibt es in ihrem Leben nicht nur einen Ehemann, sondern auch einen Geliebten. Aber warum hat sie sich so stark verändert?

Kinsellas Humor ist nicht meiner. Ich mag keine peinlichen Szenen. Zugegebenermaßen schafft die Autorin es aber ganz gut, diese Szenen lustig zu schildern. Mich macht es halt ganz kribbelig, wenn Lexi ein ums andere Mal Prioritäten falsch setzt und sich so in Schwierigkeiten manövriert. Gut, das ist Geschmackssache.
Nach der ersten CD fragte ich mich, wie es Kinsella noch schaffen soll, die Geschichte weiter voranzutreiben. Auch das hat sie mit neuen Wendungen gut hinbekommen, und das letzte Drittel ist eindeutig der beste Teil.

Nur eines stört mich ernsthaft: die chaotische Lexi, die die Geschichte erzählt, hat einfach nicht das Zeug für eine Karriere. Das ist ein Bruch in der Story. Schlimmer noch, ihr ist auch nicht zuzutrauen, dass sie die Dinge so in die Hand nimmt, wie sie es gegen Schluss tut. Es ist, als gäbe es zwei Hauptpersonen: Lexi, die Karrierefrau und Lexi, die die Geschichte erzählt. Dass ein einziger Mensch so verschiedene, sich widersprechende Seiten hat, ist unglaubwürdig. Es gibt halbherzige Erklärungsversuche, aber die reichen nicht aus. Das könnte allerdings an der Kürzung liegen – vielleicht ist das Buch schlüssiger.

Fazit: nicht überzeugend. Vom Hörbuch rate ich ab, das Buch könnte besser sein.

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